Verhütung Antibiotika und Pille - Was gibt es zu beachten?

Noch immer ist die Pille das beliebteste Verhütungsmittel bei Frauen. Doch wenn es um die richtige Einnahme mit Antibiotika geht, sind viele verunsichert. Wir erklären, worauf Sie achten müssen!

Medikamente

Die Pille gilt bei richtiger Anwendung als sehr sicher und wird noch immer von allen Verhütungsmitteln am häufigsten gewählt. Dennoch sind trotz Pilleneinnahme schon Schwangerschaften entstanden, da die Pille im Körper nicht richtig wirken konnte. Die Einnahme von Antibiotika kann ein Grund sein.

Wechselwirkungen zwischen Antibiotika und Pille

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Antibiotika und Pillen gibt es nach wissenschaftlichem Stand noch keine aussagekräftigen Forschungsergebnisse über mögliche Wechselwirkungen. Es gibt jedoch wissenschaftliche Ergebnisse, die zeigen, dass Antibiotika und Pille im Körper wechselwirken. Diese Wechselwirkungen sind je nach Pille und Antibiotikum unterschiedlich, können aber dazu führen, dass die Wirkung der Pille herabgesetzt und Frauen ungewollt schwanger werden können.

Gute und schlechte Bakterien 

Die sogenannten Mikropillen beinhalten Östrogen bzw. Ethinylestradiol und Gestagen. Das Östrogen wird im Darm durch Darmbakterien aktiviert und in den Blutkreislauf gebracht. Antibiotika können das jedoch verhindern, indem sie nicht nur die schädlichen, sondern auch die guten Bakterien im Körper zerstören. Dadurch ist im Körper nicht mehr ausreichend Östrogen vorhanden und das Risiko für eine Schwangerschaft erhöht sich.

Durchfall und Erbrechen

Kommt es kurz nach der Einnahme von Antibiotika zu Erbrechen oder Durchfall, kann die Pille an Wirkung verlieren. Im Durchschnitt benötigt der Körper zwischen drei und sechs Stunden, um die Hormondosis aufzunehmen. Die Dauer ist dabei abhängig von der Nahrungsmenge im Magen. Je leerer dieser ist, desto schneller werden die Stoffe im Dünndarm aufgenommen. Kommt es vor dieser Resorption zu Erbrechen oder Durchfall, ist die Wirkung der Pille nicht mehr garantiert.

Enzyme beschleunigen den Abbau der Pille

Antibiotika steigern die Produktion von Enzymen in der Leber, die Östrogen und Gestagen abbauen. Nach einem langsamen Anstieg der Enzyme klingt dieser nach gut zwei Wochen wieder ab. In der Zeit ist jedoch das Risiko für eine Schwangerschaft erhöht.

Einnahme von Antibiotika und Pille: Das gibt es zu beachten

Damit es nicht plötzlich zu einer ungewollten Schwangerschaft während der Antibiotika-Einnahme kommt, gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  1. Im optimalen Fall können Sie das Antibiotikum mit der Pille zeitversetzt nehmen.
     
  2. Ein Blick in den Beipackzettel lohnt sich: Sowohl beim Antibiotikum als auch bei der Pille gibt es oft einen Abschnitt zu Wechselwirkungen. Im Zweifel immer beim Arzt fragen!
     
  3. Um eine Schwangerschaft zu verhindern, verwenden Sie in der Zeit bis zur nächsten Periode zusätzlich ein Kondom. 

Datum: 11.05.2020

Autor: Christina Liersch