Ernährung bei Lipödem: Tipps und Lebensmittel, die helfen

Ernährung bei Lipödem: Tipps und Lebensmittel, die helfen

Die Fettverteilungsstörung betrifft fast ausschließlich Frauen. Warum sich symmetrische Lipödeme an den Extremitäten bilden, ist noch nicht vollständig geklärt. Gegen die Fettstörung hilft weder Sport noch eine spezielle Diät. Allerdings kann eine gesunde Ernährung dazu beitragen, Begleitsymptome zu lindern.

Welche Rolle die Ernährung bei Lipödemen spielt

Ein Lipödem lässt sich durch die Ernährung leider nicht heilen. In den medizinischen Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen Fachgesellschaften heißt es speziell auf das Krankheitsbild des Lipödems bezogen, dass es keine lipödemspezifische Diät gäbe. Es ist weiterhin noch nicht klar, warum die Fettverteilungsstörung entsteht. Da fast ausschließlich Frauen von Lipödemen betroffen sind und die Erkrankung häufig nach großen hormonellen Veränderungen auftritt, – etwa nach der Pubertät oder einer Schwangerschaft – wird vermutet, dass bestimmte Hormone und eine genetische Veranlagung Hauptfaktoren der Fettverteilungsstörung sind.

Was über Lipödeme bekannt ist

Ein Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, bei der sich Fettzellen im Unterhautgewebe krankhaft vermehren. Lipödeme bilden sich vor allem an den Oberarmen, den Oberschenkeln, den Unterschenkeln und dem Gesäß. Die Fettverteilungsstörungen treten immer symmetrisch auf, also an beiden Armen, oder beiden Beinen. Das Lipödem schreitet langsam voran. Mit der Zeit können sich Knoten im Unterhautfettgewebe bilden. Bei schweren Fällen entstehen auch großflächige Fettlappen. In den Hautfalten können Entzündungen entstehen.

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Diät bei Lipödem zur Gewichtsregulation

Als wahrscheinlich hormonell und genetisch bedingte Erkrankung lässt sich ein Lipödem weder mit Sport noch durch die Ernährung beseitigen. Die sich krankhaft vermehrenden Fettzellen im Unterhautgewebe halten sich auch bei sportlicher Aktivität hartnäckig. Durch Diäten kann das Lipödem selbst nicht behandelt werden.

Da Lipödeme aber oft auch mit Übergewicht einhergehen, empfehlen medizinische Behandlungsleitlinien eine Ernährung, die Normalgewicht fördert. Abnehmen mit Lipödem sollte also das Ziel sein. Patientinnen mit Fettverteilungsstörung, die ihr Gewicht reduzieren und überschüssige Pfunde nicht-krankhaften Fettgewebes abbauen, können die Erscheinungsform der vom Lipödem betroffenen Körperteile zumindest in geringem Maße beeinflussen. Wer trotz Normalgewicht an einem Lipödem leidet, sollte unbedingt versuchen, das Gewicht zu halten. Gewichtsregulation ist bei Lipödemen wichtig. Dies kann nur durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung geschehen.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind die lindernden und hemmenden Effekte, die eine gesunde Ernährung auf begleitende Symptome eines Lipödems haben kann. Entzündungshemmende Lebensmittel können etwa Schmerzen und Spannungsgefühle lindern, die durch das Lipödem verursacht werden.

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Ernährung bei Lipödem: Tipps

Medizinische Leitlinien empfehlen Lipödem-Betroffenen eine isoglykämische Ernährung. Dies bedeutet, dass zum einen Blutzuckerspitzen vermieden werden sollten, und zum anderen konstante Pausen zwischen den einzelnen Mahlzeiten des Tages eingehalten werden sollten. Ein hoher Blutzuckerspiegel fördert die Entstehung neuer Fettzellen, das zum Zuckertransport freigesetzte Insulin kann die Ödembildung verstärken.

Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index, also solche, die den Blutzuckerspiegel rasant nach oben schnellen lassen, sollten unbedingt vermieden werden. Zu solchen Lebensmitteln zählen vor allem industriell verarbeitete Lebensmittel, denen viel Zucker zugesetzt ist. Schokolade, Chips, Limonaden und Fertiggerichte sollten daher nur in Ausnahmen konsumiert werden.

Hochwertige frische Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Gemüse, Beeren, Nüsse und Haferflocken können hingegen regelmäßig auf den Teller kommen. Gute Ballaststoffe, die dem Körper über lange Zeit Energie spenden, helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.

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Lipödem-Ernährung: Lebensmittel, die Entzündungen hemmen können

Warum Lipödeme entstehen, ist noch nicht vollständig geklärt. Jedoch verstehen Mediziner und Medizinerinnen mittlerweile sehr gut, wie die Fettverteilungsstörung im Gewebe voranschreitet. Bindegewebsstörungen und eine krankhafte Vermehrung von Fettzellen im Unterhautgewebe sorgen für starke Reizungen großer Gewebeareale. Kapillaren und andere Kleinstgefäße werden durchlässiger und Flüssigkeit kann aus dem Blutgefäßsystem in das umliegende Gewebe einlaufen. Dies verstärkt Schwellungen und übt zusätzlichen Druck auf das ohnehin gereizte Gewebe aus. Bei diesen krankhaften Gewebsveränderungen spielen Entzündungsprozesse eine Rolle. Bei manchen Betroffenen der Fettverteilungsstörung sind auch Entzündungswerte im Blut erhöht.

Bei der richtigen Ernährung mit Lipödem sollten also auch entzündungshemmende Lebensmittel regelmäßig auf den Teller kommen. Als entzündungshemmend können besonders Lebensmittel wirken, die einen hohen Anteil an sogenannten sekundären Pflanzenstoffen aufweisen. Solche Stoffe sind etwa Flavonoide, die als natürlicher Farbstoff Gemüse, Beeren und Obst ihre Farbe verleihen. Reich an antientzündlichen Flavonoiden sind Heidelbeeren, Pflaumen oder Trauben. Auch Sulfide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sulfide sind natürliche Verbindungen, die bestimmten Lebensmitteln ihr besonders intensives Aroma verleihen. Zwiebeln oder Knoblauch etwa sind reich an Sulfiden. Ähnlich entzündungshemmend können Lebensmittel mit Senfölglycosiden wirken. Die aromatischen Verbindungen sind in Rettich, Senf, Rosenkohl oder Brokkoli enthalten.

Die wichtigsten Nährstoffe mit entzündungshemmender Wirkung sind aber immer noch Antioxidantien, die Haut, Gewebe und Gefäße vor Reizungen durch freie, radikale Sauerstoffverbindungen schützen können. Eine viel bekanntere Bezeichnung für Antioxidantien ist: Vitamine. Besonders Vitamin C darf in einer ausgewogenen Ernährung als Entzündungshemmer nicht fehlen. Sehr reichhaltig an essenziellen Vitaminen sind grüne Blattgemüse wie Grünkohl oder Spinat, aber auch bunte Gemüsesorten wie Paprika oder Karotten.

Ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind ebenfalls wichtig für eine normale Funktion unserer Gefäße. Als Baustoff für die Zellmembranen helfen gesunde Fettsäuren wie Omega-3 auch unserem Gewebe, der Haut und bei der Neubildung von Zellen. Forschende konnten in Studien außerdem einen direkten Zusammenhang zwischen sinkenden Entzündungswerten bei gesteigertem Verzehr von Omega-3-Fettsäuren feststellen. Omega-3 kommt vor allem in fettigem Fisch wie Lachs oder Makrele vor, kann aber auch als Alpha-Linolsäure aus Leinsamen, Sojabohnen oder Nüssen gewonnen werden. Bei der Ernährung mit Lipödem sollten Leinöl, Olivenöl und Fisch regelmäßig auf den Tisch kommen.

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