14. März 2016
Husten und Bronchitis richtig bekämpfen

Husten und Bronchitis richtig bekämpfen

Leichtes Hüsteln, Reizhusten, allergischer Husten oder sogar eine Bronchitis – Husten ist immer ein unangenehmes Symptom, mit dem in der Erkältungszeit viele zu kämpfen haben. Lesen Sie bei uns alles über die Ursachen und wie Sie den Husten schnell wieder loswerden können.

Husten und Bronchitis
© Alexander Raths/iStock
Husten und Bronchitis

Husten und seine Ursachen

Husten ist nicht nur tagsüber störend, sondern kann Sie nachts auch häufig um Ihren verdienten und wichtigen Schlaf bringen. Prinzipiell ist Husten ein Reflex, der nicht unterdrückt werden sollte, denn wir husten, um die Atemwege von Partikeln oder Erregern zu reinigen. Ein starker, andauernder Husten kann aber auch ein Anzeichen einer ernsten Erkrankung, zum Beispiel einer Lungenentzündung oder gar einer Herzmuskelentzündung sein.
Ursachen für das Husten gibt es viele – die harmloseste ist, dass Sie sich einfach nur verschluckt haben. Die häufigste Ursache ist sicher eine Erkältung oder Grippe, also Erkrankungen der Atmungsorgane. Ein Hustenreiz kann aber auch ausgelöst werden durch eine Allergie bzw. eine Erkrankung des Herzens oder Magens.

Je nach Erscheinungsform unterscheidet man Reizhusten und produktiven Husten. Ein Reizhusten produziert im Unterschied zum produktiven Husten keinen Auswurf. Produktiver Husten geht mit einer Schleimbildung einher. Egal, um welche Form es sich handelt, wenn Husten länger als zwei Wochen anhält, sollten Sie die Ursache immer ärztlich abklären lassen.

Eine Bronchitis entsteht, wenn Viren, die zunächst die oberen Atemwege besiedelt haben, auch in die unteren Atemwege, die Bronchien, wandern. Viren, die sich auf der Bronchialschleimhaut ansiedeln, schädigen dort die Zellen und blockieren oder zerstören die Funktion der Flimmerhärchen. Deren Aufgabe besteht unter anderem darin, Schleim und Krankheitserreger aus den Bronchien in den Rachen zu befördern. Können sie das nicht mehr, sammelt sich der Schleim an und behindert die Selbstreinigungsfunktion der Atemwege. Der Körper versucht dann, diesen Schleim durch Husten loszuwerden. Deshalb entsteht bei Bronchitis ein hartnäckiger und quälender Husten, der von Brustschmerzen und Fieber begleitet sein kann.

Nächtliches Husten

Besonders lästig ist es, wenn Ihnen der Husten nachts den Schlaf raubt. Bei einem Erkältungshusten oder einer Bronchitis liegt es oft daran, dass im Liegen der Schleim nicht so gut abfließen kann. Außerdem verschlimmern sich bei einem Infekt abends oft die Symptome, da der Körper erschöpft ist.
Grund für verstärkt auftretenden nächtlichen Husten kann auch eine Allergie zum Beispiel auf Hausstaub, Milben oder Schimmelpilze sein. Auch Menschen mit einem Reflux husten nachts stärker, da der am Mageneingang liegende Muskel nicht ganz schließt und mit Magensäure angereicherter Speisebrei über die Speiseröhre bis in den Kehlkopf gelangt.

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Die besten Hausmittel gegen Husten & Bronchitis

Es gibt zahlreiche natürliche Hausmittel zur Linderung des Hustenreizes und zum leichteren Abhusten des Sekretes.
Brustwickel sind eine alte Methode unserer Großmütter. Der warme Reiz von außen regt die Durchblutung an. Zusätzlich unterstützt der dafür benutzte Wirkstoff, zum Beispiel ein ätherisches Öl, den natürlichen Heilungsprozess. Auch Kartoffelwickel helfen bei Halsentzündungen und Husten.

Kartoffelwickel herstellen

  • 4 - 6 mittelgroße Kartoffeln weichkochen
  • die Kartoffeln in Küchenkrepp wickeln und leicht zerdrücken
  • Kartoffel-Kompresse um den Hals legen und mit Handtüchern umwickeln

Eine andere Möglichkeit ist, die Brust oder den Rücken kalt mit zum Beispiel einem ätherischen Öl oder einer fertig erhältlichen Salbe einzureiben und anschließend ins Bett zu gehen. Über die warme Haut gelangen die ätherische Substanzen tief in den Rachen und die Bronchien, verflüssigen so zähen Schleim und fördern das Abhusten.

Hustentees aus Heilpflanzen erzielen eine hustenlindernde bzw. schleimlösende und antibakterielle Wirkung. Bei der Auswahl des Tees kommt es auf die Art des Hustens an.
Bei trockenem Husten bzw. Reizhusten wird Tee zum Beispiel aus Fenchel, Malve, Huflattich oder Majoran bzw. entsprechende Teemischungen, empfohlen.
Zur Schleimlösung und zum besseren Abhusten empfiehlt sich Tee aus Anis, Schlüsselblume, Thymian, Eukalyptus, Holunderblüten oder auch handelsübliche Teemischungen.
Kamillenblüten und Salbei wirken entzündungshemmend, krampflösend und antibakteriell; ebenso werden Bakterien bekämpft durch Spitzwegerich und Thymian. Trinken Sie Ihren Hustentee immer heiß und in kleinen Schlucken.
Generell lautet eine der wichtigsten Regeln bei Erkältungskrankheiten: Viel Trinken!

Alte und bewährte Hausmittel bei Bronchitis sind Zwiebelsaft oder Rettichsirup. Die Inhaltsstoffe von Rettich und Zwiebeln wirken schleimlösend und erleichtern das Abhusten. Schneiden Sie ein bis zwei Zwiebeln auf, füllen Sie die in ein verschließbares Gefäß und bestreuen Sie den Inhalt mit Zucker oder besser noch mit Kandis. Anschließend so lange im Backofen bei mittlerer Hitze erhitzen, bis das Ganze Saft gezogen hat. Diesen Saft sollten Sie dann löffelweise zu sich nehmen. Für Rettichsirup höhlt man einen schwarzen Rettich aus, füllt Honig hinein und läßt das Ganze einen Tag lang ziehen bis sich auch hier Saft gebildet hat. Die gleiche Wirkung erzielt auch fertig zu kaufender Spitzwegerichsaft.

Husten
© Stockbyte/Thinkstock
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Umckaloabo ein Mittel aus der Pelargoniumwurzel wird ebenfalls zur Bekämpfung akuter Atemwegsinfektionen wie beispielsweise der Bronchitis empfohlen.
Bei trockenem, nächtlichen Hustenreiz kann abends auch das Trinken von heißer Milch mit Honig das Durchschlafen erleichtern. Aber bitte beachten, dass Milch die Schleimproduktion verstärkt und die Symptome auch verschlimmern kann. Generell sollten schleimfördernde Nahrungsmittel bei einem produktiven Husten gemieden werden.
Eine altbewährte Methode zur Linderung von Erkältungskrankheiten ist das Inhalieren, am Besten mit Meersalz und Kamille. Es gibt aber auch Fertigpräparate in der Apotheke.

Was tun bei allergischem Husten

Einen durch eine Allergie verursachten Husten verhindert man am Besten, indem man den Kontakt mit dem Auslöser meidet. Das setzt jedoch voraus, dass dieser auch bekannt ist. Sinnvoll ist daher ein Allergietest. In jedem Fall sollte allergischer Husten ernst genommen werden, da er schlimmere Folgen haben kann, wie beispielsweise Asthma bronchiale, eine chronische Entzündung der Atemwege, oder sogar einen lebensbedrohlichen Schock.

Während einer mit Husten verbundenen Erkältung ist in jedem Fall Schonung angesagt. Schaffen weder Hausmittel noch nicht verschreibungspflichte Präparate wie Hustenstiller, Erkältungssalben oder Schleimlöser aus der Apotheke eine Erleichterung oder Besserung, dann sollte jeder länger andauernde Husten medizinisch behandelt werden. Eine verschleppte Erkältung kann schwerwiegende Folgen haben. Unterschätzen Sie nicht die Anfälligkeit der Schleimhäute für Bakterien, sie können Entzündungen hervorrufen, die gefährlicher sind als die Erkältung selbt. Eine Bronchitis mit Fieber und eitrigem Husten kann sich zu einer Lungenentzündung weiterentwickeln oder sogar Ihren Herzmuskel schädigen.

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