Durchblutungsstörung: So macht sich ein Raucherbein bemerkbar

Durchblutungsstörung: So macht sich ein Raucherbein bemerkbar

Bei einem Raucherbein handelt es sich um einen schweren Gefäßverschluss. Wir erklären Ihnen, wie sich diese Erkrankung bemerkbar macht und warum regelmäßiges Rauchen als einer der größten Risikofaktoren gilt.

 

Was ist ein Raucherbein?

Bei dem umgangssprachlichen Raucherbein handelt es sich um eine schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK). Häufigste Ursache eines Raucherbeins ist eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose), welche zu einem Sauerstoffmangel im Bein führt. Der Name rührt daher, dass das Raucherbein meistens Folge eines übermäßigen Zigarettenrauchens ist. Denn Nikotin gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren einer Arterienverkalkung. Das Nikotin setzt im Blut Stoffe frei, die sich in den Gefäßen festsetzen. Die Folge: Die Gefäßwände verlieren an Elastizität und werden starrer. Der Blutstrom kann nicht mehr wie gewohnt durch die Arterien fließen, sodass es zu Verengungen kommt. Körperregionen werden nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Des Weiteren beeinflusst Nikotin den Fettstoffwechsel, wodurch es ebenfalls zu Kalk- und Fettablagerungen kommen kann.

Symptome eines Raucherbeins

Die Symptome des Raucherbeins werden in vier Stadien unterteilt:

  • Zu Beginn sind Betroffene noch beschwerdefrei. Verengungen in den Blutgefäßen sind im ersten Stadium bereits vorhanden.
  • Im zweiten Stadium treten erste Anzeichen bei Belastung auf. Das Bein schmerzt beim Gehen. Dieses Stadium wird auch Schaufensterkrankheit bezeichnet. Betroffene können immer nur ein kurzes Stück gehen und müssen immer wieder stehen bleiben – wie bei einem Schaufensterbummel.
  • Im dritten Stadium treten die Schmerzen auch im Ruhezustand auf. Vor allem nachts macht das Bein zu schaffen, da aufgrund der Liegeposition die Durchblutung in den Beinen nachlässt.
  • Im vierten und letzten Stadium kommt es zum Absterben von betroffenem Gewebe. Bevor dies geschieht, verfärbt sich die betroffene Stelle. Sie wird erst bläulich, bis sie schwarz wird. Weitere Anzeichen sind Gefühllosigkeit, Kältegefühl und Blässe in dem betroffenen Areal. Schreiten die Beschwerden weiter voran, droht die Amputation des Beins.

In rund der Hälfte aller Fälle befindet sich die Gefäßverengung am Oberschenkel. Die Schmerzen machen sich allerdings in der Wade bemerkbar. In rund 35 Prozent ist die Beckenregion betroffen. Beschwerden treten im Gesäß und im Oberschenkel auf. Seltener ist der Unterschenkel von einem Gefäßverschluss betroffen. In solchen Fällen kommt es zu Schmerzen im Fuß.

Raucherbein auch ohne Rauchen möglich – weitere Risikofaktoren

Ob und wann ein Raucher ein Raucherbein bekommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Beschaffenheit der Blutgefäße und die Tatsache, wie viel und wie lange bereits geraucht wird, sind ebenfalls entscheidend.

Der Begriff „Raucherbein“ wirkt irreführend und erweckt den Anschein, dass ausschließlich Raucher die Verschlusskrankheit bekommen können. Zwar gilt regelmäßiges Rauchen als größter Risikofaktor, aber auch Nichtraucher können ebenfalls an PAVK erkranken. Weitere Auslöser, welche eine Verkalkung Ihrer Arterien beschleunigen können, sind folgende: 

Behandlung eines Raucherbeins

Je früher Ihr Raucherbein als solches diagnostiziert wird, desto besser stehen Ihre Heilungschancen. Damit die Arterienverstopfung nicht weiter voranschreitet, sollten Sie alle Risikofaktoren vermeiden. Wenn Sie sich in den ersten Stadien der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit befinden, wird Ihr Arzt Ihnen wohl eine Bewegungstherapie verschreiben. Ab dem zweiten Stadium sollten Sie zusätzlich Medikamente einnehmen, welche die Durchblutung in Ihren Gefäßen verbessern. Operative Eingriffe sind meistens erst im dritten Stadium erforderlich. Die Engstelle kann durch einen invasiven Eingriff mithilfe eines Katheters erweitert werden. Gegebenenfalls kommt auch eine Bypass-Operation infrage.  Ab dem dritten Stadium sollten Sie zusätzlich auf eine sorgfältige Haut- und Fußpflege achten. Heißt, die Beine tief zu lagern und Druckstellen zu vermeiden. 

Raucherbein: Wann eine Amputation der einzige Ausweg ist

Im letzten Stadium, wenn die betroffenen Bereiche kaum noch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können und das Gewebe abstirbt sowie die Wundheilung beeinträchtigt ist, ist eine Amputation unausweichlich. Aufgrund des absterbenden Gewebes und der offenen Wunden ist das Risiko einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) erhöht. Denn die schlechte  Blutversorgung hindert den Transport von Abwehrzellen. Die Folge: Krankmachende Keime können sich leichter ausbreiten. 

Bei einer Amputation wird der unterversorgte Bereich entfernt. Eine Amputation sollte nur dann ausgeführt werden, wenn alle weiteren Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. 

Raucherbein vorbeugen – die besten Tipps

Den allerbesten Ratschlag, um kein Raucherbein zu bekommen? Am besten gar nicht erst mit dem Qualmen anfangen. Versuchen Sie mit dem Rauchen aufzuhören. Falls sich das als Schwierigkeit gestaltet, sollten Sie zumindest probieren, Ihren Konsum runterzuschrauben. Darüber hinaus sollten Sie weitere Risikofaktoren von Durchblutungsstörungen kennen und möglichst meiden. Dazu gehört Übergewicht, Bewegungsmangel sowie eine ungesunde und unausgewogene Ernährung.

Video: Rauchen – so erholt sich Ihr Körper, wenn Sie aufhören

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