Durchblutungsstörung: 3 Dinge, die Sie über das Raynaud Syndrom wissen müssen

Durchblutungsstörung: 3 Dinge, die Sie über das Raynaud Syndrom wissen müssen

Leichenblasse, kribbelnde Finger und Taubheitsgefühle bei Kälte oder Stress können auf das Raynaud Syndrom hindeuten. Die seltene Durchblutungsstörung betrifft Frauen häufiger als Männer. Wir verraten alles, was Sie über die Gefäßstörung wissen müssen und erklären Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Raynaud Syndrom: Was ist das?

Das Raynaud Syndrom ist eine seltene Durchblutungsstörung, bei der die Blutversorgung in den Fingern gestört ist. Besonders am Morbus Raynaud genannten Phänomen ist, dass die Durchblutungsstörungen anfallartig in Form von Attacken ablaufen. Durch eine plötzliche, krampfartige Gefäßverengung wird die Durchblutung der Finger stark gehemmt. Die Finger werden blass, auch Missempfindungen und Schmerzen können Teil einer Attacke sein. Im Volksmund ist die Gefäßerkrankung auch als Weißfingerkrankheit bekannt. Die Krankheit ist verhältnismäßig selten, betrifft Frauen aber häufiger als Männer. Für gewöhnlich lösen sich die Gefäßverkrampfungen nach kurzer Zeit von selbst wieder auf und die Durchblutung bis in die Finger normalisiert sich wieder. In akuten und schweren Fällen kann die Gefäßstörung aber auch über lange Zeit bestehen bleiben, dann besteht das Risiko von Gefäß- und Gewebeschäden. Wird Gewebe nicht zuverlässig und ausreichend durchblutet, können Nekrosen entstehen, bei denen Zellen absterben.

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Das müssen Sie über die Durchblutungsstörung wissen

1. Symptome des Raynaud Syndroms

Klassisches Symptom des Raynaud Syndroms ist die Weißfärbung der Finger aufgrund von Gefäßverengungen. Meist werden nicht die gesamten Finger blass, sondern nur die obersten zwei Fingerglieder. Die Verfärbung bei der Durchblutungsstörung verläuft für gewöhnlich über drei Phasen:

  1. Blassfärbung der Finger
  2. Blaufärbung der Finger
  3. Rotfärbung der Finger

Die Verfärbungen treten in der Regel symmetrisch auf, betrifft also beide Hände. Seltener sind die Zehen vom Raynaud Syndrom betroffen. Obwohl andere Körperteile ebenfalls von Durchblutungsstörungen betroffen sein können, handelt es sich dabei meistens nicht um das Raynaud Syndrom. Neben den Verfärbungen der Finger treten oft auch weitere Symptome auf wie

  • Missempfindungen
  • Taubheitsgefühl
  • Kälte in den Fingern
  • Schmerzen
  • Kribbelgefühl vor oder während einer Attacke

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2. Ursachen für die Durchblutungsstörung

Die Auslöser der beschriebenen Symptome lassen sich alle auf die plötzlich stattfindende Gefäßverengung in den Händen und Fingern der Betroffenen zurückführen. Warum sich aber die Gefäße überhaupt krampfartig verengen und die Durchblutung stören, ist bisher nicht bekannt. Ist das Raynaud Syndrom unbedingt und nicht Folge einer anderen zugrundeliegenden Erkrankung oder Ursache, sprechen Experten von einem primären Raynaud Syndrom. Über die Auslöser kann hier nur spekuliert werden. Es wird etwa angenommen, dass Störungen des Nervensystems oder des Hormonhaushalts verantwortlich sind, denn die Gefäßanfälle treten häufig bei niedrigen Temperaturen und in sehr stressigen Situationen auf.

Als sekundäres Raynaud Syndrom verstehen Ärzte und Ärztinnen, wenn die Durchblutungsstörung als direkte Folge einer anderen Erkrankung auftritt. Besonders häufig sind hier Krankheiten, die die Nerven oder Blutgefäße direkt betreffen, wie etwa:

3. Behandlung des Raynaud Syndroms

Das Raynaud Syndrom tritt in der Regel spontan auf, verläuft in kurzen, etwa 30-minütigen Gefäßanfällen und löst sich dann von selbst wieder. Bis auf die charakteristischen Verfärbungen der Finger, gelegentliche Taubheitsempfindungen und Missempfindungen ist die Gefäßstörung harmlos und unproblematisch. Betroffene können die Symptome oft schon lindern und die Attacken auflösen helfen, indem sie ihre Finger wärmen und bewegen. Dies regt die Durchblutung an.

In schweren Fällen, wenn etwa die Durchblutungsstörung lange anhalten und Gefäß- und Gewebeschäden zu befürchten sind, können Ärzte und Ärztinnen auch eine medikamentöse Behandlung anordnen. Durchblutungsfördernde Medikamente können dann die Symptome lindern.

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