1. März 2017
Magen-Darm-Grippe: So schützen Sie sich

Magen-Darm-Grippe

Magen-Darm-Grippe: Eine Ansteckung ist jederzeit und überall möglich. Wir verraten Euch ein paar Tricks, die Euch vor der Erkrankung schützen.

Frau mit gesundem Bauch
© VikaValter / iStock
Frau mit gesundem Bauch

Magen-Darm-Grippe, auch als Gastroenteritis bekannt, wird meist durch Viren, wie Noroviren oder Rotaviren, oder Bakterien ausgelöst. Zu den Symptomen eines Magen-Darm-Infekts zählen neben Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, auch Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen. Welche Magen-Darm-Symptome aber genau auftreten, hängt von dem jeweiligen Erreger ab. Sollten Sie sich schlapp fühlen und einige dieser Symptome bei Ihnen erkennen, ist Vorsicht geboten, denn ein Magen-Darm-Virus ist leider hochgradig ansteckend. Am besten bleiben Sie dann im Bett und gönnen Ihrem Körper ausgiebig Ruhe, denn eine Darmgrippe dauert meist zwischen zwei und sechs Tagen. Sollte es Sie erwischt haben, finden Sie auf den nachfolgenden Seiten einige Ratgeber von uns.

Am besten ist es, wenn Sie einer Magen-Darm-Grippe vorbeugen und sich regelmäßig die Hände waschen und desinfizieren, sich nicht auf fremde Klodeckel setzen und den Kontakt mit Menschen einer Magen-Darm Erkrankung meiden.

magen-darm-symptome
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magen-darm-symptome

Er ist groß. Er ist klug. Und obendrein stark: 70 Prozent der körpereigenen Abwehrzellen befinden sich im Darmtrakt, dem Zentrum unseres Immunsystems. Eigenständig reagiert das größte Organ im Körper, nimmt wahr und lernt. Das schützt den Darm normalerweise vor Erregern. Außerdem hat er ziemlich viele Freunde: 500 verschiedene Bakterienarten, alles in allem Billionen Bakterien, tummeln sich dort und unterstützen die Verdauung. Trotzdem können gerade im Sommer hitzeaffine, zumeist artfremde Bakterien und Viren in Lebensmitteln und aus dem Wasserhahn in südlichen Urlaubsländern das Darmgefüge durcheinanderbringen.

Was im Fachjargon als Gastroenteritis und umgangssprachlich als Magen-Darm-Grippe, bzw. Magen-Darm bezeichnet wird, ist eine durch die Erreger verursachte Entzündung der Magen-Darm-Schleimhäute. Meistens betrifft sie überwiegend den Dünndarm. Je nachdem, in welche Schleimhautschichten die Erreger vordringen, sind die Durchfälle wässrig oder sogar blutig.

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magen-darm-virus
© VikaValter / iStock
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Die Top 5 Erreger einer Magen-Darm-Infektion heißen Campylobacter (die „Grill- und Picknickvergifter“), Rotaviren (die „Wasservergifter“), Shigellen (die „Kindertagesstättenerreger“), Salmonellen (die „Fleischvergifter“) und Colibakterien (die „Zwei-Gesichter-Bakterien“). Letztere werden so genannt, weil sie natürlicherweise in der menschlichen Darmflora vorkommen und sich dort unter anderem an der Produktion von Vitamin K beteiligen. Durch verunreinigte Nahrungsmittel (Tierkot) und kontaminiertes Trinkwasser können sie jedoch schwere Magen-Darm-Vergiftungen hervorrufen. Die ebenfalls sehr unangenehme Salmonelleninfektion tritt oft nach dem Verzehr von infizierten Eiern, Milchprodukten und vor allem Geflügel auf.

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magen-darm
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Wenn wir im Urlaub mit Vorsicht genießen, bleibt uns „Montezumas Rache“ erspart.

Cook it, peel it or forget it“ – die alte Camperweisheit rettet uns bei allen Reisen in ferne Länder. Um sich im Sommer gegen einen Magen-Darm-Infekt zu wappnen, ist das A und O: nur geschältes Obst essen und am besten ausschließlich gekochtes oder gegartes Gemüse, in südlichen Gefilden ebenso wie bei hohen Temperaturen hierzulande. Wenn Sie Lust auf Salat und Rohkost haben, sollten Sie die Zutaten gründlich waschen und anschließend abtrocknen. Auf Speisen mit Mayonnaise (Vorsicht vor allem bei fertig zu kaufenden Sandwiches) verzichten wir lieber, falls sie mit rohen Eiern angerührt wurde. Schade auch um Tiramisu und Speiseeis: Die müssen wir uns aus dem gleichen Grund verkneifen. Und roher Fisch (Sushi) und rohes Fleisch (Carpaccio) sind bei flirrenden 35 Grad nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Bei Hitze sehnen wir uns nach einer kühlen Limonade oder einem erfrischen- den Cocktail. Doch das Trinkwasser, aus denen die Eiswürfel hergestellt werden, ist in südlichen Ländern selten bakterienfrei. Also weg damit und etwas aus gekühlten Flaschen trinken. Auch zum Zähneputzen nur Wasser aus gekauften, verschlossenen Flaschen benutzen. Ein pflanzliches Mittel gegen alle Übelkeitsanfälle, nicht nur auf Reisen, ist zum Beispiel „Iberogast“. Wenn Sie all das beherzigen und dann noch darauf achten, sich einmal mehr als sonst die Hände zu waschen, sind Sie gegen „Montezumas Rache“ tatsächlich gefeit.

Sollten Sie von einer Magen- und Darmgrippe im Urlaub betroffen sein, können wir Ihnen eine Bauchmassage empfiehlen >>

darmgrippe
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Hat’s uns erwischt, schaltet der Körper auf Selbstheilung: Alles muss raus.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Je nach Erreger kommt es innerhalb von einer Stunde bis zu einem Tag zu plötzlichen Durchfällen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfen. Zudem können Schwindel, Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome und Fieber auftreten. Der rasante, große Flüssigkeitsverlust belastet den Kreislauf enorm. Vor allem für Kinder und Senioren wird das gefährlich: Der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust (Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium) löst unter Umständen Herzrhythmusstörungen, Krämpfe und Schockzustände bis hin zum Koma aus.

Dennoch sind Erbrechen und Durchfall Selbstheilungsmaßnahmen des Körpers. Er versucht auf natürlichem Wege, sich schnell des störenden Erregers zu entledigen. So elend wir uns auch fühlen, so wichtig sind genau diese Magen-Darm-Symptome für unseren Körper und den Heilungsprozess. Nur so geht es und bald wieder besser. Ein Mittel wie „Perenterol“ kann Durchfall lindern und dem Körper helfen, seinen natürlichen Rhythmus wiederzufinden.

Wenn Verdauungsprobleme mal wieder auftreten, helfen unsere Tipps gegen Magen Darmgrippe >>

magen-darm-infektion
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Noch ein Glas, bitte! Schluck für Schluck kommen wir wieder auf die Beine.

An oberster Stelle steht der Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich. Mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu trinken wäre ideal. Und zwar nicht nur stilles Wasser oder Tee, sondern Flüssigkeit, die mit Mineralien und Elektrolyten angereichert ist. Mineralwasser, Gemüse- oder Fleischbrühe und nach einigen Tagen verdünnte Obstsäfte eignen sich ebenfalls. Säuglinge und ältere Menschen, die keine großen Mengen an Flüssigkeit zu sich nehmen können, müssen diese parenteral, das heißt durch Infusionen beim Arzt oder im Krankenhaus verabreicht bekommen.

Manchmal hilft gegen die Bauchkrämpfe die Einnahme von Schmerzmitteln (zum Beispiel „Buscopan“). Nach einigen Tagen, wenn die Erreger schon vollständig aus dem Darm ausgeschwemmt wurden, können Durchfallmittel (wie „Imodium akut “) die Genesung beschleunigen.

Obwohl wir uns vielleicht gern an das Hausmittel aus Kindertagen erinnern: Von warmer Cola raten viele Experten mittlerweile eher ab. Sie monieren die unkontrollierte Menge Zucker, die die Kranken dabei aufnehmen. Denn gerade Zucker reizt die Darmschleimhaut zusätzlich, was die Durchfälle verstärken kann. Stattdessen sollten wir lieber einen geriebenen Apfel essen. Die in ihm enthaltenen Pektine binden im Darm die durch die Infektion entstehenden Giftstoffe.

Während wir uns elend fühlen, kommt es uns ewig vor, aber generell klingt eine Magen-Darm-Infektion nach zwei bis sieben Tagen von allein ab. Jetzt gilt es, Aufbauarbeit zu leisten: Unterstützen Sie Ihre Darmflora durch probiotischen Joghurt oder auch durch eine Kur mit Milchsäurebakterien (zum Beispiel „Lacteol Pulver“, das in Wasser aufgelöst wird).

Was Sie essen können bei einer Darmgrippe, lesen Sie hier >>

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