24. Dezember 2020
BMI berechnen? Diese Alternativen sind besser!

Der BMI ist veraltet – Diese Alternativen sagen mehr über Ihre Gesundheit aus!

BMI, Gewicht und Körperfettanteil. Es gibt einige Zahlen, Messmethoden und Maßeinheiten, die etwas über unsere körperliche Verfassung aussagen sollen. Wir verraten Ihnen, wieso der BMI veraltet ist und welche praktischen Alternativen besser sind.

Die Erfassung von Körperdaten (Anthropometrie) dient dazu, unseren Körper zu vermessen und mit Durchschnittswerten der Bevölkerung zu vergleichen. Aus vielen dieser Werte versprechen wir uns, Aussagen über gesundheitliche Risiken und unsere körperliche Fitness treffen zu können. Welche Zahlen, Messmethoden und Maßeinheiten sinnvoll sind, um Ihre Fitness und Gesundheit zu bestimmen, erfahren Sie im Folgenden.

1. Gewicht

Das Gewicht ist neben der Körpergröße wohl die erste Messgröße, mit der man als Mensch in Berührung kommt. Direkt nach der Geburt werden wir vermessen und gewogen. Abweichungen vom Normalgewicht werden schnell kritisch beäugt. Große Abweichungen von der Norm können durchaus Hinweise darauf liefern, dass jemand in Richtung krankhaft dünn oder dick abrutscht. Dennoch ist das Gewicht allein betrachtet wenig aussagekräftig. Zahlreiche Faktoren wie Körpergröße und Muskelmasse sowie die Menge an Nahrung und Flüssigkeit, die die Person am jeweiligen Messtag zu sich genommen hat, erschweren eine sinnvolle Interpretation.

2. BMI

Der Body-Mass-Index stellt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Mit der Formel Gewicht (in kg) / (Größe in cm x Größe in cm) wird der BMI berechnet. Die Körpergröße dient dabei immerhin als Anhaltspunkt dafür, welches Gewicht bei entsprechender Körperlänge im normalen Bereich liegt. Damit ist der BMI zumindest aussagekräftiger als das Gewicht allein.

BMI-Werte zwischen 18,5 und 24,9 kg/qm gelten als normal. Dennoch fehlen beim BMI entscheidende Kriterien: Wie viel Muskelmasse hat die Person? An welchen Stellen sitzt das Körperfett? Wie alt ist die Person? All diese Kriterien sind entscheidend, wenn es darum geht, die Gesundheit und Fitness einer Person zu bestimmen. Menschen mit großen Muskelbergen fallen nämlich beim BMI häufig in die Kategorie der Übergewichtigen, da Muskeln schwer sind und das Körpergewicht in die Höhe treiben.

3. Körperfettanteil

Mittels moderner Körperfettwaagen kann man heutzutage innerhalb von wenigen Sekunden seinen Körperfettanteil bestimmen lassen. Dabei leitet die Waage einen leichten elektrischen Strom über die Füße und je nach Modell auch über die Hände durch den Körper, um den Widerstand zu messen. Da Muskeln und sonstiges gesundheitlich unbedenkliches Gewebe größtenteils aus gut leitendem Wasser bestehen und Fettgewebe zum größten Teil aus Fettsäuren, kann daraus abgeleitet werden, wie hoch der Körperfettanteil einer Person ist.

Da Körperfettwaagen selbst in höheren Preissegmenten sehr fehleranfällig sind, eignen sich andere Methoden eher, um Ihren gesundheitlichen Zustand darzustellen. Es kommt außerdem nicht nur auf den Fettanteil selbst an, sondern auch darauf, wo dieses Fett im Körper gelagert ist. 

Exkurs: Bauchfett oder Unterhautfett – was ist ungesünder?

Männer tendieren eher zur Anhäufung von Bauchfett, weswegen ihre Körper bei Übergewicht typischerweise eine Apfelform annehmen. Bei Frauen ist die Birnenform häufiger: Sie lagern Fettgewebe dicht unter der Haut, meist um die Hüften herum, jedoch auch an den Armen und Beinen. Das Bauchfett wird auch viszerales Fett genannt und ist deutlich gefährlicher als das Unterhautfettgewebe – auch subkutanes Fett genannt. Viszerales Bauchfett ist stoffwechselaktiv. Das heißt, dass es hormonell aktiv ist und Entzündungen im Körper antreibt. Hingegen dient Unterhautfett lediglich der Polsterung und dem Wärmeerhalt des Körpers.

Die für Männer typische stammbetonte Fettsucht (Apfelform) stellt ein hohes gesundheitliches Risiko dar. Die für Frauen typische hüftbetonte Fettsucht (Birnenform) ist dagegen mit geringeren gesundheitlichen Risiken verbunden

4. Hautfaltendicke

Mittels sogenannter Caliper-Zangen kann die Dicke von Hautfalten millimetergenau bestimmt werden. Dabei wird an festgelegten Körperstellen, z.B. unterhalb des Schulterblatts, in der Mitte des Bizeps oder Trizeps, sowie oberhalb des Beckenkamms, mithilfe einer solchen Zange die Dicke der Fettschicht gemessen. Anhand der gesammelten Daten kann relativ genau der Körperfettanteil festgelegt werden. Der Umgang mit einer Messzange und das richtige Greifen der Hautfalten erfordert jedoch einiges an Übung, weswegen von Laien gemessene Werte nicht sonderlich aussagekräftig sind. Einfacher anzuwenden sind die folgenden Methoden.

5. Bauchumfang

Da das viszerale Fett oder Bauchfett so gesundheitsschädlich ist, sagt allein der Bauchumfang einer Person bereits einiges über deren Gesundheit aus. Die Fettansammlung im Bauchraum kann ganz einfach mit einem Maßband gemessen werden. Dabei setzen Sie das Maßband in etwa auf Bauchnabelhöhe an und führen es einmal gerade um die Taille herum. Führen Sie die Messung am besten im Stehen durch und atmen Sie entspannt ein und aus. Nicht den Bauch einziehen! Gesundheitlich leicht bedenklich wird es bei Frauen ab einem Bauchumfang von 82 cm (Männer ab 94 cm). Ein deutlich erhöhtes Risiko für Zivilisationskrankheiten besteht ab mehr als 88 cm (bei Männern ab 102 cm).

6. Waist-to-Hip-Ratio (Verhältnis von Taille zu Hüfte)

Noch genauer und aussagekräftiger als der Bauchumfang ist der Bauch- oder Taillenumfang im Verhältnis zum Hüftumfang. Messen Sie den Hüftumfang an der breitesten Stelle der Hüfte. Der prägnante Vorsprung des Hüftknochens seitlich am Körper dient als guter Anhaltspunkt. Der Waist-to-Hip-Ratio ist deshalb so aussagekräftig, da er die Verteilung der körperlichen Fettdepots widerspiegelt.

Für die Berechnung teilen Sie einfach den gemessenen Taillenumfang durch den Hüftumfang. Bei Frauen gelten Werte von unter 0,72 (Männer 0,86) als optimal. Hingegen steigt bei Werten über 0,80 (Männer 0,95) das Risiko für koronare Herzkrankheiten (KHK) um das Dreifache. Werte über 0,88 (Männer 1,04) führen sogar zu einem Anstieg des Risikos um das Fünffache.

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