Was stimmt und was nicht? 5 Mythen zum Stoffwechsel aufgeklärt

Der Stoffwechsel schläft ein oder bestimmte Lebensmittel heizen den Stoffwechsel an. Was ist dran an diesen Thesen, die wir täglich überall lesen? Wir klären mit den Mythen auf!

Abnehmplateu

Was ist der Stoffwechsel?

Um abzunehmen muss man seinen Stoffwechsel anregen, ist das, womit immer noch ein Abnehmplateu erklärt wird. Doch was soll man anregen? Und geht das überhaupt? Der Stoffwechsel ist kein Organ, dass wir in seiner Funktion beeinflussen können. Der Stoffwechsel ist alles, was im Körper vorgeht. Dazu gehören z.B. Fettaufbau und Abbau, die Fettverbrennung, Verdauung, Verwertung von Nahrung, Regelung der Körpertemperatur, Funktion der Organe, Enzymbildung, Aufbau von Muskulatur, Knochen und Gewebe. Doch wie soll man den Stoffwechsel anregen, wenn er alles in unserem Körper ist? Lesen Sie dazu hier fünf Mythen zum Stoffwechsel!

Mythos 1: Der eingeschlafene Stoffwechel

Die Zahl auf der Waage stagniert und trotz gesunder Ernährung und Sport bleibt das Fett hartnäckig am Körper. Der Grund: Der Stoffwechsel ist durch das Diäten eingeschlafen - könnte man meinen. In Wahrheit aber sinkt der tägliche Kalorienverbrauch mit jedem abgenommenen Kilo, da nun weniger Masse von A nach B bewegt werden muss. Außerdem kann es passiert sein, dass der Körper in der Diät auch Muskulatur verloren hat, wodurch der Verbrauch ebenfalls gesunken ist. Ebenso können die Hunger- und Sättigungshormone Ghrelin (steigt) und Leptin (sinkt), aber auch die Schilddrüsenhormone den Kalorienverbrauch beeinflussen. Letztendlich sind es nur wenige Kalorien, die sich dennoch auswirken können. Um die Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen, lohnt es sich, die Diät zu pausieren, das Sportpensum zu drosseln und nach ein paar Tagen Diätpause mit einem angepasstem Kaloriendefizit wieder einzusteigen. Wichtig: das Gewicht schwankt täglich um mehrere Kilo, besonders Wassereinlagerungen, Darminhalt und Salz beeinflussen die Zahl auf der Waage. 
Fazit: Wenn der Stoffwechsel einschläft, stirbt man.​

Mythos 2: Den Stoffwechsel kann man anregen

Ja, es stimmt tatsächlich! Der Stoffwechsel, also die Aktivität des Körpers lässt sich beeinflussen, indem man sich bewegt. Treppensteigen, zu Fuß gehen, Fahrradfahren, Einkaufen oder die Wohnung putzen sind alles alltägliche Dinge, mit denen sich der Kalorienverbrauch beeinflussen und erhöhen lässt. 

Mythos 3: Viele kleine Mahlzeiten halten den Stoffwechsel aktiv

Abnehmgurus schwören darauf, nur drei Mahlzeiten am Tag zu essen, da bei vielen Snacks die Fettverbrennung stoppe und kein Fett abgebaut werde. Andere widerum sagen, dass besonders viele kleine Mahlzeiten den Stoffwechsel pushen. Aber was stimmt denn nun? Richtig ist: dem Körper ist es vollkommen egal, wie viele Mahlzeiten er bekommt und zu welcher Tageszeit das passiert. Letztendlich kommt es auf die Energiebilanz an. Ratsam ist es, die Mahlzeiten so zu legen, dass kein großer Hunger oder gar Heißhunger aufkommt. 

Mythos 4: Wieso können manche so viel essen ohne zuzunehmen?

Jeder kennt jemanden, der alles essen und nicht zunehmen kann. So glauben wir es jedenfalls. Die Gründe, warum die Person alles essen kann, sind ganz simpel. Zum einen hat die Person einen hohen Kalorienverbrauch, weil sie sich im Alltag viel bewegt und mehr Kalorien verbraucht als sie aufnimmt. Zum anderen gleicht die Person, meist unbewusst, Tage mit einem großen Kalorienüberschuss in den darauffolgenden Tagen wieder aus.  

Mythos 5: Bestimmte Lebensmittel heizen den Stoffwechsel an

Da der Stoffwechsel alle Vorgänge in unserem Körper bezeichnet und viele davon automatisch laufen, wird auch kein Lebensmittel wie Chilis oder grüner Tee ihn anheizen können. Um überhaupt einen wirksamen Effekt zu erzielen, müssten schon Unmengen gegessen bzw. getrunken werden. Der Wert, um den sich die Stoffwechselrate erhöht, ist sehr minimal und hat kaum Einfluss auf das Ergebnis. Dennoch liefern diese Lebensmittel Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente und sind in einer ausgewogenen Ernährung gern gesehen. Nur allein davon nimmt keiner ab.

Autor: Christina Liersch