Schnelle Hilfe bei Pollenallergie Tipps zum Vorbeugen von Heuschnupfen

Die Pollen machen sich startklar. Je nach Wetterlage werden sie aktiv, und 15 Millionen Deutsche fangen an zu niesen. Sie auch? Dann haben wir Tipps, wie Sie Heuschnupfen vorbeugen!

Heschnupfen

Heuschnupfen vorbeugen: Die richtige Urlaubsplanung

Planen Sie gerade Ihren Jahresurlaub? Dann bitte kurz inne halten. Denn Sie brauchen auch Urlaub von der Allergie. Schauen Sie im Pollenflugkalender nach, wann Ihre Hauptallergene Hochsaison haben. Für Birken- und Haselnussallergiker sieht’s da schon eng aus. Zwei ideale Reisegebiete sind Hochseeinseln, z. B. Helgoland oder ein Hochgebirge, etwa die Dolomiten. Und wenn es auf Fernreise in eine andere klimatische Zone gehen soll? Auf die andere Vegetation dort reagieren Sie höchstwahrscheinlich nicht mit Niesattacken. Denn der Körper entwickelt eine übermäßige Immunabwehr nur gegen etwas, das er schon kennt.  

Heuschnupfen kann jeden treffen

Sie haben letztes Jahr zum ersten Mal Bekanntschaft mit Fließschnupfen und roten Augen gemacht und er war relativ harmlos? Die schlechte Nachricht: Meist wird Heuschnupfen von Jahr zu Jahr schlimmer. Die gute Nachricht: Besonders bei neu auftretenden Allergien lohnt sich eine Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt. Dabei wird der Körper mit kleinen Dosen des Auslösers geimpft. Jetzt können Sie noch beginnen. Und noch können Sie testen lassen, worauf genau Sie reagieren. 

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Vier Wochen bevor „Ihre“ Pollen fliegen  

Schnell noch hyposensibilisieren lassen. Viele Allergiker denken, kurz vor dem Pollenflug könnten sie ohnehin nichts mehr ausrichten. Ein Irrtum. Gegen saisonale Allergien wie die Pollenallergie zeigt die Immunbehandlung auch kurzfristig Erfolge. Bei dieser Akuttherapie spritzt der Arzt bis unmittelbar vor dem Pollenflug ein- bis zweimal wöchentlich das Allergen unter die Haut. So kann die Allergiebereitschaft von Ihrem Immunsystem gesenkt werden. Oder Sie beginnen alternativ eine Therapie mit Tabletten, die unter die Zunge gelegt werden. 

Sich vorbeugend selbst behandeln 

Auch diese Medikamente können Allergiker noch anwenden: Sogenannte Mastzellenstabilisatoren sind (rezeptfrei) als Tropfen oder Nasensprays erhältlich und sollten ab drei bis vier Wochen vor Beginn des Pollenfluges eingenommen werden.

Ein paar Tage bis eine Woche vor einer Warmwetter-Phase   

Aufrüsten: Gucken Sie in der Inspektions-Checkliste nach, wann der Luftfilter im Auto ausgetauscht wurde (der Innenraum-Filter). Alle 15 000 Kilometer sollten Sie ihn erneuern lassen. Dafür 15 bis 60 Euro auszugeben, lohnt sich. Und natürlich fahren Sie nicht bei den ersten Sonnenstrahlen mit heruntergelassenem Fenster und Verdeck, immerhin erhöhen Niesattacken das Unfallrisiko.
Auch Pollenschutzgitter vor dem Schlafzimmerfenster sind eine sinnvolle Investition; sie sehen aus wie ein Insektenschutz, werden genauso mit Klettband angebracht und bremsen rund 90 Prozent aller Pollen – und damit auch Ihre Allergie aus.

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Während der Hochsaison bei starkem Pollenflug

Wenn Sie unter Pollenallergie leiden, bleiben Sie bei warmem, windigen Wetter besser drinnen. Aber das ist kein Grund, schlechte Laune zu kriegen. Wir empfehlen Indoor-Aktivitäten: Wie wär’s mit Schwimmen im Hallenbad, dem lange verschobenen Pilateskurs im Studio oder einem Malkurs im Atelier? Und beherzigen Sie bitte die bekannten Tipps für Heuschnupfler:

  • Haare abends waschen, damit Sie die Pollen nicht mit ins Bett nehmen
  • Kleidung nicht draußen trocknen
  • Nachts lüften
  • Nach einem Regenschauer spazieren gehen – nicht davor
  • Straßenkleidung vor der Schlafzimmertür ausziehen
  • Allergiebereitschaft des Immunsystems reduzieren   
  • Finger weg vom Alkohol - dieser schadet bei Heuschnupfen und verstärkt die Auswirkungen der Allergie
Achtung: Besonders unangenehm wird es, wenn die Allergie auch im Urlaub auftritt. Bei einer sogenannten Kreuzallergie ist besondere Vorsicht geboten. So reagieren zum Beispiel Eschenpollenallergiker oft auch auf die Olivenpollen im gesamten Mittelmeerraum und Beifußpollenallergiker reagieren auf das Kreuzkraut in Nordamerika. Informieren Sie sich also vorab, auf welche Pollenbelastung Sie sich möglicherweise einstellen müssen und reisen Sie während des Pollenflugs am besten in eine Klimazone, die als besonders pollenarm gilt, um das Allergierisiko so niedrig wie möglich zu halten.

Keine Scheu vor Akutmitteln

Jetzt ist es wichtig, etwas gegen die starke allergische Reaktion zu unternehmen, sonst kann es zum Etagenwechsel und damit zu Asthma oder chronischer Bronchitis kommen. Starke Allergien können das Immunsystem und die Lunge schwächen. Da bietet sich eine Kombination von Antihistaminika und Kortison an; rezeptfreie Antihistaminika (z. B. Lorano akut Tabletten von Hexal) wirken schnell und Kortison-Produkte stärker. In den schonenden Varianten als Nasenspray und Augentropfen dürfen sie sogar Kinder nehmen. Lassen Sie sich vor einer Selbstmedikation trotzdem vom Arzt beraten.

Aber auch Hausmittel versprechen eine schnelle Abhilfe. Ein feuchter Lappen für das juckende Auge, schleimlösendes Pfefferminzöl für besseres Durchatmen oder eine Inhalation mit Eukalyptus-, Fenchel- oder Dillöl können bei Pollenallergie wahre Wunder bewirken.

Übrigens: Auch die richtige Ernährung kann dabei helfen, Heuschnupfen-Symptome zu lindern. Greifen Sie vermehrt zu Lebensmitteln mit einem hohen Magnesiumgehalt und streichen Sie histaminreiche Lebensmittel vom Speiseplan. Zwiebeln und Äpfel enthalten den Stoff Quercetin, der sogar eine ähnliche Wirkung wie Antihistaminika hat. Auch Weizenkleie, Hirse, Blumenkohl, Sonnenblumenkerne und Walnüsse können sich positiv auf den Heuschnupfen auswirken – sie enthalten nämlich viel Magnesium.

Während der Hochsaison bei geringem Pollenflug

Nutzen Sie die Wetterphase und gehen Sie nach draußen, in der Stadt ist die Pollenbelastung morgens am geringsten, auf dem Land dagegen abends. Und falls Sie doch ein paar der kleinen Quälgeister getroffen haben, hilft das Spülen mit einer Nasendusche (z. B. von Emsan).

Datum: 05.05.2020

Autor: Vivien Borchert