24. November 2021
10 Ursachen für stille Entzündungen im Körper

10 Ursachen für stille Entzündungen im Körper

Chronische Entzündungen laufen fast unbemerkt im Körper ab, erhöhen jedoch Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer-Demenz. Das sind die zehn häufigsten Ursachen für stille Entzündungen.

Akute Entzündungsreaktionen benötigt unser Körper, um Verletzungen zu heilen, Gifte zu entfernen oder Infektionen zu bewältigen. Daher sind sie biologisch sinnvolle Prozesse und in den meisten Fällen sogar erwünscht. Chronisch ablaufende oder stille Entzündungen hingegen können unser Immunsystem auf Dauer belasten und die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Herzinfarkte sowie Alzheimer-Demenz fördern. Neben bestimmten Erkrankungen und Erregern ist auch ein ungesunder Lebensstil für das Auftreten von chronischen Entzündungen verantwortlich.

10 häufige Ursachen für stille Entzündungen im Körper

1. Autoimmunerkrankungen

Bei Autoimmunerkrankungen spielt das Immunsystem verrückt und greift körpereigene Zellen an, da es sie fälschlicherweise als feindlich oder körperfremd einstuft. Zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen gehören rheumatische Arthritis, Typ-1-Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis, Multiple Sklerose sowie die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Diese Erkrankungen sind zu einem großen Teil genetisch bedingt und verlaufen häufig phasenweise in stärkeren oder schwächeren Krankheitsschüben. Chronische Entzündungen im Körper können mittels Blutuntersuchung anhand verschiedener Entzündungsmarker festgestellt werden und bedürfen meist lebenslanger Behandlung.

2. Infektionen

Auch Krankheitserreger können chronische Entzündungen hervorrufen. Beispielsweise können bestimmte Bakterien Erkrankungen wie Parodontitis oder Gallenblasenentzündungen auslösen. Werden solche entzündlichen Infektionen nicht ausreichend behandelt, können sie den Körper in einem chronischen Entzündungszustand halten. Auch andere Mikroorganismen wie Viren, Pilze oder Parasiten können das Immunsystem dauerhaft belasten und unerwünschte Entzündungsreaktionen hervorrufen.

3. Überschüssiges Bauchfett

Übergewicht ist unter anderem deswegen so ungesund, weil überschüssiges Bauchfett entzündungsfördernde Hormone produziert. Das sogenannte viszerale Fett ist hormonell äußerst aktiv und kann dadurch im gesamten Körper Entzündungen auslösen oder befeuern. Es wächst außerdem um die Bauchorgane herum, weswegen es vor allem Leber, Darm oder Bauchspeicheldrüse in Mitleidenschaft zieht. Unterhautfettgewebe an den Beinen oder Armen ist daher nicht so gefährlich wie entzündliches Bauchfett. Hier erfahren Sie, ab welchem Bauchumfang es gefährlich wird >>

Video: Essen gegen Entzündungen

4. Entzündungsfördernde Lebensmittel

Einige Lebensmittel in unserer alltäglichen, modernen Ernährung können Entzündungen anfachen. Hierzu gehören insbesondere raffiniertes Getreide, z.B. Weißmehl oder Cornflakes, und zuckerhaltige Speisen wie Süßigkeiten, Gebäck oder Fertigprodukte. Auch bestimmte tierische Fettsäuren aus Schweinefleisch oder Wurstwaren sowie pflanzliche Omega-6-Fettsäuren, die in Sonnenblumenöl vorkommen, befeuern chronisch entzündliche Prozesse im Körper. Welche Lebensmittel hingegen anti-entzündlich wirken, erfahren Sie hier >>

    5. Zigaretten

    Tabakrauch enthält giftige Substanzen, die zum Teil krebserregend sind. Dass Rauchen die Entstehung von Lungenkrebs fördert, ist den meisten zwar bekannt. Aber wussten Sie auch, dass Zigaretten im Körper von Rauchern entzündungsfördernde Antikörper bilden und somit Erkrankungen wie Rheuma begünstigen können? Laut der Rheumaliga Schweiz kann regelmäßiger Tabakkonsum nicht nur das Risiko für Rheuma erhöhen, sondern auch die auftretenden Gelenkschmerzen und den Krankheitsverlauf verschlimmern. Zudem kann Rauchen die Ansiedlung ungewünschter Bakterien im Mund begünstigen, wodurch sich Ihr Risiko für Parodontitis – die Entzündung des Zahnfleischs – erhöht.

    6. Alkoholkonsum

    Zwar zeigt die traditionelle mediterrane Ernährung („Mittelmeerdiät“), dass sehr geringe Mengen Alkohol – nicht mehr als ein kleines Glas Wein am Tag – leicht entzündungshemmend wirken kann. Allerdings führt jeglicher Konsum über dieses Maß hinaus dazu, dass der Ethanol zu Acetaldehyd abgebaut wird, wobei oxidativer Stress entsteht. Die richtige Menge zu finden, ist daher ein äußerst schmaler Grat – und da Alkohol bereits in kleinen Portionen Ihrem Gehirn schadet, sollten Sie aus gesundheitlicher Sicht nicht allzu häufig oder tief ins Glas schauen.

    7. Bewegungsmangel

    Während die moderne Medizin Krankheiten mithilfe von neuesten Medikamenten und Operationstechniken bekämpfen kann und uns länger leben lässt, hat der bequeme Lebensstil in wohlhabenden Ländern auch gesundheitliche Nachteile: Körperliche Aufgaben werden uns von Maschinen wie Autos abgenommen, sodass große Teile der Bevölkerung ein Mindestmaß an Bewegung nicht mehr erreichen. In den USA beispielsweise erreichen knapp 50 Prozent der Menschen nicht die von der WHO empfohlene Untergrenze von 150 Minuten Bewegung pro Woche. Leider begünstigt der Bewegungsmangel stille Entzündungen, da nur aktive Muskeln entzündungshemmende Hormone und Proteine in den Blutkreislauf abgeben. Fehlt die Aktivität, sammeln sich Entzündungsmarker wie Zytokine oder das C-reaktive Protein und lösen Entzündungen aus.

    8. Dauerstress

    Dass Körper und Seele sich gegenseitig beeinflussen, wird am Beispiel des chronischen Stresses deutlich. Während kurzfristiger Stress uns aktiver und leistungsfähiger macht, damit wir Herausforderungen bewältigen können, lässt uns dauerhafter psychischer Stress krank werden. Und zwar körperlich: So wird in stressigen Situationen oder Lebensphasen vermehrt der Botenstoff Interleukin-6 (IL-6) ausgeschüttet, welcher proinflammatorisch wirkt. Was im Falle von Krankheiten notwendig ist, um Erreger abzutöten, kann uns auf Dauer jedoch krank machen. So wird IL-6 unter anderem mit Erkrankungen wie dem metabolischen Syndrom, Rheuma oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen in Verbindung gebracht.

    9. Schlafmangel

    Haben Sie in der letzten Nacht zwischen sieben und neun Stunden qualitativ hochwertigen Schlaf bekommen? Falls nicht, könnte es sein, dass in Ihrem Körper bereits entzündungsfördernde Gene angeschaltet wurden. Denn, wie ein schwedisches Forscherteam herausfand, kann bereits eine durchgemachte Nacht dazu führen, dass Ihre Entzündungswerte und Ihr Blutzuckerspiegel steigen. Ebenso wird vermehrt Fett eingelagert, was zur Entstehung von Übergewicht beitragen kann. Umso wichtiger ist es, eine gute Schlafhygiene einzuhalten und einen möglichst gleichmäßigen Schlafrhythmus zu wahren.

    10. Feinstaub aus Abgasen

    Nicht nur der Qualm von Zigaretten, sondern auch der Feinstaub aus dem Straßenverkehr macht unserem Körper zu schaffen. Die feinen Kohlenstoffpartikel, die sowohl beim Verbrennen von Kraftstoff als auch durch den Reifenabrieb entstehen, beschädigen nämlich unser Lungengewebe. Forschende der University of Leicester fanden in einer Studie heraus, dass der Feinstaub, den wir einatmen, einerseits das Wachstum krankmachender Bakterien fördert. Andererseits kann er auf direktem Wege Entzündungen auslösen, die wiederum die Entstehung von Lungenerkrankungen begünstigen.

    Video: Lecker und gesund – diese Kräuter und Gewürze wirken entzündungshemmend

      Chronische Entzündungen erhöhen Risiko für Krankheiten

      Studien zufolge können chronische Entzündungen, die zum Teil unbemerkt im Körper ablaufen, eine große Anzahl an Krankheiten verursachen oder zumindest deren Entstehung begünstigen:

      • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
      • Krebs
      • Diabetes mellitus
      • Nierenerkrankungen
      • Fettleber
      • Autoimmunerkrankungen
      • Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer

      Buchtipps für eine anti-entzündliche Ernährung

      Damit Sie selbständig etwas gegen entzündliche Prozesse in Ihrem Körper tun können, können wir Ihnen diese 3 Kochbücher und Ratgeber nur wärmstens empfehlen:

      • In "Heimliche Entzündungen – Das Kochbuch" von Silvia Bürkle finden Sie genussvolle Rezepte, die Ihnen dabei helfen, stille Entzündungen zu lindern und ihnen vorzubeugen.
      • Mit der "Antientzündungs-Ernährung" von Medical Academy werden Sie chronische Entzündungen schnell wieder los und stärken Ihr Immunsystem dauerhaft. Der enthaltene 14-Tage-Plan nimmt Sie Tag für Tag an die Hand und erleichtert die Ernährungsumstellung.
      • Mit "Antientzündliche Ernährung leicht gemacht" liefert Julia Bierenfeld einen umfassenden Ratgeber mit zahlreichen Rezepten. Sie erklärt darin, woher Entzündungen kommen, wofür sie gut sind und wie Sie übermäßige Entzündungen mit Ihrem Lebensstil in den Griff bekommen. Mit leckeren Rezepten für jede Tageszeit.

      Quellen: rki.de, gesundheit.gv.at, rheumaliga.ch, deutsche-familienversicherung.de, pharmazeutische-zeitung.de, lungeninformationsdienst.de

      Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel enthält unter anderem Produkt-Empfehlungen. Bei der Auswahl der Produkte sind wir frei von der Einflussnahme Dritter. Für eine Vermittlung über unsere Affiliate-Links erhalten wir bei getätigtem Kauf oder Vermittlung eine Provision vom betreffenden Dienstleister/Online-Shop, mit deren Hilfe wir weiterhin unabhängigen Journalismus anbieten können.

      Lade weitere Inhalte ...