Grünes Powerfood Superfood Alge - doch Vorsicht vor zu viel Jod!

Ob als Algensalat, Nahrungsergänzungsmittel, im Sushi oder fertig abgepackt im Supermarkt: Algen sind ein echtes Superfood und beliebte Nährstofflieferanten. Doch nicht immer ist der Verzehr in großen Mengen gut für die Gesundheit. Der Grund: zu viel Jod.

Algensalat

Der Trend rund um die Alge als Superfood wächst. War vor wenigen Jahren noch Sushi eher unbekannt, ist es jetzt ein wahres Lifestyle-Produkt geworden. Ähnlich sieht es mit der Alge aus. Ihre zahlreichen Nährstoffe machen sie zu einem wahren Superfood. Doch auch hier hilft viel nicht immer viel. Viele Algen haben einen sehr hohen Jod-Gehalt, welcher sich bei übermäßigem Verzehr negativ auf die Gesundheit auswirkt.

Jod in der Ernährung

Der Mensch braucht Jod und muss es dem Körper regelmäßig über die Nahrung zuführen. Besonders wichtig ist es für die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Bekommt der Körper zu wenig Jod, bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone, wodurch es zu Fehlgeburten, einer Schilddrüsenunterfunktion, eingeschränkter geistiger Leistungsfähigkeit und sogar Unfruchtbarkeit kommen kann. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) folgende Jodzufuhr für Jugendliche und Erwachsene (in Mikrogramm pro Tag).
 
Personengruppe Jodzufuhr
15 bis 19 Jahre 200 µg/Tag
20 bis 25 Jahre 200 µg/Tag
25 bis 50 Jahre 200 µg/Tag
51 Jahre und älter 180 µg/Tag
Schwangere  230 µg/Tag

Um diesen Bedarf zu decken, könnten sich Algen eignen, da sie selbst viel Jod besitzen. Problematisch ist jedoch, dass Algen je nach Art zwischen 5 und 11.000 Mikrogramm pro Gramm Trockengewicht besitzen, sodass das Jod schnell überdosiert wird. 

Risiko Jodüberschuss und Jodvergiftung

Wer täglich mehr als 1000 Mikrogramm Jod aufnimmt, kann Funktionsstörungen der Schilddrüse sowie Probleme an Herz und Nieren entwickeln. Auch kann ein Jodüberschuss zu Krankheiten wie Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis, einer Überempfindlichkeitsreaktion oder einer akuten Blockade der Jodaufnahme in der Schilddrüse führen. 

Essbare Algen - darauf sollten Sie achten

Wakame
Die Wakame-Alge ist eine japanische Braunalge und gehört zu den am meisten weltweit genutzten. Sie ist reich an Vitamin A, B6, B12, C und E sowie den Mineralstoffen Magnesium, Kalzium und Phosphor. In 100 Gramm getrockneter Wakame Alge stecken durchschnittlich 10.000 Mikrogramm Jod.

Nori
Die Nori-Alge ist die Standard-Sushi-Alge, welche es in quadratischer Form im Supermarkt zu kaufen gibt. Tatsächlich gibt es von ihr um die 30 Sorten. Nori-Algen sind reich an Kalium, Phosphor, Vitamin C, E und Folsäure. Ihr Jodgehalt beträgt auf 100 Gramm (getrocknet) ca. 5000 bis 8000 Mikrogramm.

Kombu
Die Kombu-Alge, auch Kelp genannt, ist eine dunkelbraune bis dunkelgrüne Braunalge, die sich für Sushi eignet und leicht fischig schmeckt. In 100 Gramm Kombu-Alge stecken jedoch 100.000 bis 500.000 Mikrogramm Jod. Das sind 0,1 bis 0,5 Gramm.

Hijiki
Die Braunalge hat ein besonderes und leicht süßes Aroma. Sie ist reich an Eisen, Kalzium und Ballaststoffen. Auch ihr Jodgehalt liegt mit 30.000 bis 50.000 Mikrogramm pro 100 Gramm Alge im mittleren Bereich. 

Chlorella
Die Chlorella-Alge besitzt eine hohe Menge an Chlorophyll, welches ihr die tiefgrüne Farbe verleiht. Der Farbstoff wirkt sich positiv auf die Darmtätigkeit aus und vermindert Mund- und Körpergeruch. Die Chlorella-Alge ist reich an Eisen, Magnesium, Kalium, sowie B-Vitamine und Vitamin C. Der Jodgehalt liegt bei nur 70 Mikrogramm pro 100 Gramm.

Spirulina
Die Spirulina-Alge zählt zu den Blaualgen und soll die Abwehrkräfte stärken und das Altern verlangsamen. Wissenschaftliche Belege gibt es hingegen kaum. Dennoch ist Spirulina reich an Eisen, Kalium, Selen, Magnesium, Beta-Carotin, Vitamin-B-Komplexen und Chlorophyll. Mit 4600 Mikrogramm pro 100 Gramm Alge ist der Jodgehalt recht niedrig.

Datum: 21.05.2020

Autor: Christina Liersch