So gesund sind Muskatnüsse: Rezepte und Wissenswertes

So gesund sind Muskatnüsse: Rezepte und Wissenswertes rund um die aromatische Nuss

Ein Gewürz, um das in der Vergangenheit schon Kriege geführt wurden: Muskat sorgt nicht nur für Pepp in unseren Speisen, sondern kann auch viele gesundheitsfördernde Effekte auf unseren Körper haben. Alles, was Sie wissen müssen, finden Sie hier.

Was ist Muskat?

Die bei uns fälschlicherweise als Nuss bezeichnete „Muskatnuss“ ist der Samen der Früchte des Muskatbaums. Der Baum stammt ursprünglich aus Indonesien. Seine Samen spielen als besonders aromatisches Gewürz eine große Rolle auch in der hiesigen Küche. Vor allem in Kohlgerichten wird Muskat gern verwendet, da der würzige, süßlich-bittere Geschmack und das intensive Aroma perfekt zu deftig-würzigen Rosenkohl, Blumenkohl, Kohlrabi oder Rotkohl passen. Viele Menschen verbinden den charakteristischen Muskatgeschmack vor allem aber mit der Weihnachtszeit, denn das exotische Gewürz aus geriebenen Muskatnüssen kommt zusammen mit Zimt, Kardamom und Nelken in Lebkuchen und Plätzchen zum Einsatz.

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Tausche Manhatten gegen Muskatinseln

Muskat als Gewürz erlebte während der kolonialgeschichtlichen Hochzeit des 16. und 17. Jahrhunderts einen wahrlich globalen Boom. Von den als „Gewürzinseln“ betitelten Banda-Inseln des heutigen Indonesiens exportierten portugiesische Kolonialisten ab 1512 die exotischen Muskatnüsse nach Europa, wo sie mit gigantischen Gewinnmargen verkauft wurden. Die Inseln waren der einzig bekannte Ort auf der Welt, wo die begehrten Früchte des Muskatbaums wuchsen. Später übernahmen die Niederländer der Vereinigten Ostindien-Kompanie mit brutalem und mörderischen Vorgehen den Muskatexport von den Banda-Inseln. Um Run – die letzte Insel des Archipels, die noch nicht unter niederländischer Kontrolle stand – in ihren Besitz zu bekommen und die globale Muskathoheit zu erlangen, schlugen die holländischen Kolonialisten den Briten ein Tauschgeschäft vor: Die Briten würden „ihre“ Gewürzinsel Run an die Niederländer abgeben und dafür die damals in niederländischem Besitzt befindliche Insel Manhatten an der nordamerikanischen Ostküste erhalten. Der Inseltausch fand 1667 statt. Manhatten ist heute natürlich als das Zentrum der Weltmetropole New York bekannt.

Muskat: Herkunft der aromatischen Nüsse

Der Muskatbaum ist ein tropisches immergrünes Gewächs mit einer Wuchshöhe zwischen fünf und zwanzig Metern. An den Zweigen des Baums bilden sich erst nach acht Jahren Früchte aus. Diese Muskatfrüchte platzen auf, sobald sie reif sind und geben den Samenkern frei. Diesen Kern bezeichnen wir heute umgangssprachlich als Muskatnuss. Wird diese getrocknet, kann sie zerrieben werden und dient als aromatisches Gewürz mit leicht bitterer Note.

Während vor einigen Hundert Jahren tatsächlich nur die sagenumwobenen Gewürzinseln des Banda-Archipels als Heimat der Muskatbäume bekannt waren, werden die würzigen Muskatnüsse heute auch in anderen Teilen der Welt kultiviert und für den Handel vorbereitet. Indonesien ist der größte Produzent von Muskatnüssen. Die kleine karibische Insel Grenada ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Muskat. Auch in Südasien wird die Nuss angebaut. Indien, Nepal und Sri Lanka zählen ebenfalls zu wichtigen Exporteuren. In Mittelamerika ist Guatemala ein großer Produzent von Muskat.

So gesund sind Muskatnüsse

Muskat ist nicht nur so beliebt, da es unseren Speisen exotische, intensive Aromen verleiht. Die Samen der Muskatfrucht stecken auch voller gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe. Ätherische Öle und gesunde Fettsäuren machen das Gewürz auch aus ernährungsphysiologischer Sicht interessant. In der Naturheilkunde wird Muskat schon seit langer Zeit wegen seiner beschwerdelindernden Wirkung eingesetzt. Als Hausmittel ist Muskatpulver vor allem bei Blähungen und Durchfall ein gern genommener Helfer. Ein Teelöffel frisch geriebener Muskatnuss soll den Magen und Darm beruhigen.

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Anti-entzündliche Wirkung: Muskat enthält viele Antixodantien und Monoterpene, die Entzündungen im Körper lindern können. Zu den Terpenen in Muskatnüssen zählen etwa alpha-Pinen und beta-Pinen, die bei Verstimmungen oder chronischen Entzündungen des Verdauungstrakts wirken können.

Kann Zahngesundheit fördern: Die antibakteriellen Eigenschaften von Muskat konnten in einigen Studien nachgewiesen werden. Besonders auf Bakterien, die Karies und Zahnfleischentzündungen verursachen, scheint das Pulver der Muskatnuss zu wirken. In einer Studie wird sogar angeregt, dass Muskat in Zahnpflegeprodukten zum Einsatz kommen könnte.

Scheint antidepressive Wirkung zu haben: In Tierversuchen konnten einige Studien einen deutlichen antidepressiven Effekt von Muskatextrakt auf den Gemütszustand von Mäusen nachweisen. Ob Muskat in ähnlicher Weise auch auf menschliche Gehirne wirkt, muss in Folgestudien erforscht werden.

Achtung: Zu viel Muskat kann giftig sein

Muskat enthält eine ganze Reihe ätherischer Öle. Eines davon ist Myristicin, das scheinbar eine direkt berauschende Wirkung auf den Körper hat und als Monoaminooxidase-Hemmer fungieren könnte. Monoaminooxidase ist ein Enzym, das Neurotransmitter wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin aufspaltet. Wird dieses Enzym in seiner Funktion gehemmt, stehen dem Körper folglich mehr Neurotransmitter zur Verfügung, die Glück, Erregung, Antrieb und Motivation steuern. Eine hohe Dosis Muskatnusspulver kann daher berauschende Effekte haben. Gleichzeitig können mit hohen Dosierungen von Muskat aber auch Vergiftungen auftreten. Schon ab fünf Gramm sind Übelkeit, Durchfall, Bewusstseinstrübung und Schwindel möglich. Ab sehr hohen Dosierungen ist Muskat sogar giftig. Es kann zu Herz-Kreislauf-Problemen, Magenschmerzen und Ohnmacht kommen.

Rezepte mit Muskat

Muskatnuss kann kulinarisch für vielen schmackhaften Rezepten verwendet werden. Durch die beruhigende Wirkung auf Magen und Darm macht eine Prise Muskat Kohlgerichte einfacher verdaulich. Sie wollen aromatisch kochen mit Muskat? Probieren Sie doch gleich unser tolles Rezept für gesunde Tofulasagne mit Spinat und Muskat aus.

Unsere leckere Tofulasagne mit Spinat und Muskat

Tofulasagne mit Spinat und Muskat
© Foodkissofficial
Wer hätte gedacht, dass Lasagnen noch leckerer werden können, als sie ohnehin schon sind?

Lasagne einmal anders: Hier kommen Sie dank Tofu und Spinat auf die Extraportion Eiweiß und Vitaminen. Die farbenfrohe Lasagne macht Spaß bei der Zubereitung und bezaubert Ihren Gaumen mit dem würzig-intensiven Aroma exotischer Muskatnüsse. Hier verlässt bestimmt niemand hungrig den Tisch. Unser köstliches Rezept gelingt ganz einfach!

65 Minuten
30 Minuten
35 Minuten
mittel
Bewertung: 5
Vegetarisch

Zutaten

für 4 Portionen
  • 250 g Blattspinat (TK)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Basilikum
  • 200 g fester Tofu, natur
  • 200 g Seidentofu
  • 100 ml Sojadrink
  • Salz
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 400 g Tomatenpüree (Fertigprodukt)
  • 1 EL Zucker
  • 15 Lasagneplatten

Zubereitung

  1. Spinat in einem Sieb auftauen lassen, dann grob hacken. Knoblauch abziehen. Basilikum abbrausen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und fein schneiden. Den festen Tofu würfeln. Mit Seidentofu, Sojadrink, Knoblauch, 1 TL Salz und 2 Prisen Muskat im Mixer pürieren. Die Masse in einer Schüssel mit dem Spinat vermischen. Tomatenpüree, Basilikum, Zucker, 1 TL Salz und 2 Prisen Muskat verrühren.
  2. Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Hälfte des Tomatenpürees in die Auflaufform geben und gleichmäßig am Boden verteilen. 5 Lasagneplatten darauf legen. Die Hälfte der Spinatmischung darauf geben und verstreichen. Weitere 5 Lasagneplatten darauf legen, restliche Tomatensoße darauf geben und verstreichen. Eine dritte Schicht Lasagneplatten einschichten, mit der restlichen Spinatmasse bedecken und die Form auf den Gitterrost in den Ofen (Mitte) schieben. Lasagne für ca. 35 Min. backen. Herausnehmen und vor dem Servieren ca. 10 Min. abkühlen lassen.

Brenn- und Nährwertangaben für das Rezept

 pro Portion
Energie2,192 kJ
524 kcal
Fett8.0 g
Kohlehydrate88.0 g
Eiweiß23.0 g
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