28. November 2020
Klimakiller: Die 10 Lebensmittel mit der schlechtesten CO2-Bilanz

Klimakiller: Die 10 Lebensmittel mit der schlechtesten CO2-Bilanz

Alle Nahrungsmittel, die wir konsumieren, verbrauchen in der Herstellung und Lagerung Energie und verursachen beim Transport oder in der Tierhaltung Emissionen. Wir verraten Ihnen, welche 10 Lebensmittel die schlechteste CO2-Bilanz haben und echte Klimakiller sind.

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In Deutschland sind laut Umweltbundesamt Produktion, Lieferung und Konsum von Lebensmitteln für etwa 30 Prozent aller Umweltschäden verantwortlich. Diesen beachtlichen Anteil sollten Sie beim nächsten Einkauf im Supermarkt oder beim Mittagessen im Restaurant im Hinterkopf haben.

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Die 10 Lebensmittel mit der schlechtesten CO2-Bilanz

Wie unterschiedlich der ökologische Fußabdruck, also Energieverbrauch, CO2-Bilanz und Methan-Ausstoß, sein kann, zeigt allein schon der Vergleich zwischen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Ebenso entscheidend sind Herstellungsweise, also konventioneller oder ökologischer Anbau, Transportwege, Kühlketten, Verpackung und Lagerung. Als Verbraucher haben Sie selbst auch einiges in der Hand: Ob Sie alleine mit dem Auto zum Supermarkt fahren oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, macht bereits einen riesigen Unterschied. Ebenso fallen weggeworfene Lebensmittel ins Gewicht. Aus all diesen umweltschädlichen Faktoren kann ein sogenanntes CO2-Äquivalent errechnet werden, welches die Klimabilanz in Kilogramm CO2 pro Kilogramm Lebensmittel darstellt. Nun stellen wir Ihnen die 10 größten Klimakiller vor, also die Lebensmittel mit der schlechtesten CO2-Bilanz:

1. Butter

Überraschenderweise steht an erster Stelle nicht Fleisch, sondern Butter. Dieses tierische Produkt ist mit 24 Kilogramm Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Kilogramm die unangefochtene Nummer 1 der Klima-Killer. Tierhaltung jeglicher Art hat einen äußerst hohen Ressourcenverbrauch. Die Herstellung von Butter ist tatsächlich noch aufwendiger und energieintensiver als die Fleischproduktion. Hinzu kommen Verpackung, Transport und die energieintensiven Kühlketten. Wenn Sie Ihre Klimabilanz verbessern möchten, sollten Sie zuallererst hier ansetzen.

2. Rindfleisch

Es ist und bleibt eine unangenehme Tatsache für alle Burger-Liebhaber unter uns: Rindfleisch ist einer der größten Klima-Killer unter den Lebensmitteln. Zum Glück gibt es mittlerweile leckere vegetarische und vegane Burger-Alternativen. Denn mit 13 kg CO2 pro kg Rindfleisch versaut es jedem Burger-Esser die Klimabilanz. Allein der immense Wasser- und Futtermittelverbrauch in der Rinderzucht sind eine ökologische Katastrophe. Hinzu kommen Transportwege, Kühlhäuser und der Methan-Ausstoß der Tiere.

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3. Käse

Ähnlich der Butter hat Käse mit etwa 8,5 kg CO2 auch keine gute CO2-Bilanz. Außerdem gilt hier: Je fetter die Käsesorte, desto klimaschädlicher das Produkt. Für die fetteren Sorten wird nämlich mehr Milch benötigt und die Herstellung ist aufwendiger. Veganer Käse kommt zwar noch nicht an das Original heran, aber die Industrie macht in dieser Hinsicht glücklicherweise jedes Jahr Fortschritte.

4. Treibhausgemüse

Gemüse, das außerhalb seiner Saison in beheizten Treibhäusern angepflanzt wird, hat eine desaströse Klimabilanz. So sorgen etwa Treibhaus-Bohnen für knapp 6,5 kg CO2 pro Kilogramm. In beheizten Treibhäusern produzierter Lauch, Kopfsalat, Sellerie und Gurken sorgen ebenfalls für einen hohen CO2-Ausstoß. Um Ihren ökologischen Fußabdruck zu optimieren, sollten Sie daher stets zu saisonalen Produkten greifen, die im Freilandanbau produziert werden.

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5. Pommes Frites

Die beliebteste Beilage zum Burger und anderem Fast Food hat aufgrund ihrer Herstellungsweise mit 5,7 kg CO2 pro Kilogramm Produkt eine niederschmetternde Klimabilanz. Die Kartoffeln selbst sind nicht daran schuld, da sie mit 140 bis 200 Gramm CO2 im Anbau ziemlich klimafreundlich sind. Das Problem ist die Weiterverarbeitung: Um zur Pommes zu werden, müssen die Kartoffeln unter heißem Dampf geschält, geschnitten, blanchiert und getrocknet werden. Dann werden sie einmal frittiert, für den Transport tiefgekühlt und im Restaurant ein weiteres Mal frittiert. Dieser aufwendige Verarbeitungsprozess macht ein eigentlich grünes Lebensmittel zu einem klimaschädlichen Produkt.

6. Kaffee

Vielen von uns fällt es schwer, morgens in die Gänge zu kommen. Da wirkt die erste Tasse Kaffee am Tag wahre Wunder. Nicht so wundervoll ist hingegen die Klimabilanz der Bohne. Durch den aufwendigen Anbau mit Stickstoffdüngern, die langen Transportwege, die energieintensive Röstung und die luftdichte Verpackung liegt das Kilogramm Kaffee bei etwa 5,6 kg CO2. Auch hier gilt: Niemandem sollte der morgendliche Kaffee per Gesetz verboten werden, aber mit der CO2-Bilanz im Hinterkopf sollte man maßvoll mit dem Genussmittel umgehen und möglichst zu zertifiziertem Bio-Kaffee greifen, der mit klimafreundlicheren Düngemitteln produziert wird.

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7. Schokolade

Kakao, Milch und Palmfett haben alle keine rosige Klimabilanz. Kakao hat im Anbau einen extrem hohen Wasserverbrauch, die milchgebenden Rinder stoßen Methan aus und für Palmfett werden Regenwälder gerodet. Das Kilo Schoki liegt daher mit 4,1 kg CO2 in den Top 10 der Klimasünder.

8. Geflügel und Schweinefleisch

Auch diese Tierprodukte führen zu einem beachtlichen Umweltschaden. Zwar sind Hühner und Schweine im Vergleich mit ihren wiederkäuenden Kollegen nicht ganz so schlimm, da sie weniger Methan ausstoßen. Dennoch schlagen sie mit über 3 kg CO2 pro Kilogramm Fleisch ordentlich zu Buche. Sie sind damit etwas klimafreundlicher als Rindfleisch, aber keine wirklich grünen Produkte.

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9. Reis

Dass Reisfelder häufig unter Wasser gesetzt werden müssen, wissen die meisten. Daher liegt ein hoher Wasserverbrauch nahe. Zusätzlich verfaulen aufgrund der Wassermengen jedoch auch organische Stoffe im Boden, wodurch viel Methan freigesetzt wird. Wenn im Anbau Stickstoffdünger verwendet werden, liegt die CO2-Bilanz schnell im roten Bereich und beträgt pro Kilo Reis 3,1 kg CO2.

10. Konventionell hergestellter Tofu

Konventionell hergestellter Tofu gehört mit etwa 1 kg CO2 pro Kilogramm zu den etwas größeren Klima-Sündern unter den pflanzlichen Lebensmitteln. Eine Fallstudie hat ergeben, dass mit regenerativen Energien hergestellter Bio-Tofu klimafreundlicher ist (0,7 kg CO2). Außerdem wird beim konventionellen Anbau häufig auf große Mengen an stickstoffhaltigen Düngemitteln zurückgegriffen, welche beim biologischen Anbau der Sojabohnen wegfallen.

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Fazit: Tierische Produkte tragen am meisten zum Klimawandel bei

Alle Aspekte der Tierhaltung mitsamt Wasser- und Futterverbrauch, Methan-Produktion und Flächenverbrauch, stellen den ökologischen Fußabdruck von pflanzlichen Lebensmitteln in den Schatten. Gemüse ist deutlich klimafreundlicher als Fleisch, Eier und Milch. Dennoch müssten nicht alle Menschen komplett auf tierische Produkte verzichten, um den Klimawandel zu stoppen. Je mehr Veganer und Vegetarier es gibt, umso besser. Aber wer seinen Fleisch- und Wurstkonsum von täglich auf ein- oder zweimal wöchentlich reduziert, hat bereits einiges für seine CO2-Bilanz getan.

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