12. März 2021
Richtige Ernährung bei Migräne: Das rät Dr. Riedl

Richtige Ernährung bei Migräne: Das rät Dr. Riedl

Werden Sie regelmäßig von einer Migräneattacke geplagt? Unser Ernährungs-Doc Dr. Matthias Riedl verrät Ihnen die besten Tipps, wie Sie mit den richtigen Lebensmitteln Ihre Migräne in den Griff bekommen. 

Stechende Kopfschmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit – so äußert sich Migräne. Wie eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) berichtete, leiden in Deutschland 14,8 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer jährlich mindestens einmal unter einer Migräneattacke. 

Den meisten betroffenen Personen bleibt meist nichts anderes übrig, als zur Schmerztablette zu greifen und im verdunkelten Raum auf Linderung zu hoffen. Allerdings können Sie auch auf schonendere und natürlichere Weise Ihre Migränekopfschmerzen behandeln – und zwar mit der richtigen Ernährung. Unser Ernährungs-Doc Dr. Matthias Riedl verrät Ihnen, welche Lebensmittel am besten bei Migräne helfen können.

Migräne und Ernährung: Tipps von Dr. Riedl

© Iss dich gesund // Andreas Sibler
Dr. Matthias Riedl, ärztlicher Direktor des medicum Ham­burg, ist Facharzt für Innere Medizin und Diabetologe. Viele kennen den Ernährungsmediziner aus der TV­-Sendung „Die Ernährungs­-Docs“ (NDR) und der Zeitschrift „Iss dich GESUND“

Dreh- und Angelpunkt bei der Entstehung einer Schmerzattacke ist die Energieversorgung des Gehirns. Deshalb benötigen Migräniker(innen) einen guten Nährstoff-Nachschub.

Vollwertige Energie fürs Gehirn
Ideal sind länger verdauliche, also komplexe, vollwertige Kohlenhydrate. Das wären z. B. Reis, Haferflocken, Voll­kornbrot, -­nudeln, Gemüse, Kartoffeln, Erbsen, Linsen, Hirse, Quinoa oder Dinkel.

Besser keine einfachen Kohlenhydrate
Lebensmittel wie raffinierter Zucker, Nuss­-Nougat-­Creme, Marmelade, Pflaumenmus, Kakaogetränke, Fruchtgummi, ­-eis liefern dem Gehirn zwar blitzartig Energie. Ihre Ein­fachzucker führen aber nur zum kurzfristigen Anstieg des Blutzuckers. Die Bauchspei­cheldrüse schüttet Insulin aus, der Blutzucker sinkt schnell. Dem Gehirn wird wieder Hunger signalisiert, die Energieversorgung schwankt. Das kann eine Migräneattacke auslösen.

Regelmäßig und immer zur selben Zeit essen
Migräniker sollten mindestens drei Mahlzeiten pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk essen. Denn nur so kann ein Energie­tief des Gehirns verhindert werden. Nach einem reichhal­tigen Frühstück sollte etwa bis 13 Uhr das Mittagessen folgen. Wer vorher Hunger hat, kann zwischendurch z. B. Nüsse, Studentenfutter, Son­nenblumen­, Pinienkerne knabbern. Sie setzen langsam Kohlenhydrate frei, was ideal fürs Nervensystem ist. Auf den Speiseplan gehören grundsätzlich mehrmals täglich Getreideprodukte. Mindestens zwei­, dreimal am Tag Gemüse, zweimal Obst und Milchprodukte. Dazu Fisch, mageres Fleisch, zwei­ bis dreimal die Woche Eier.

Bloß nicht das Trinken vergessen
Große Gefahr: Eine Dehydra­tion fördert Migräne. Deshalb 2 bis 3 Liter am Tag trinken. Opti­mal eignet sich Wasser, davon am besten schon 0,5 Liter vor jeder der drei großen Mahlzeiten trinken. Das erzeugt ein Sättigungsgefühl, dämpft die Lust auf schnelle Kohlenhydrate.

Kaffee ja, aber bitte nicht zu viel
Sein Koffein fördert die Um­setzung von Kohlenhydraten in Gehirn­-Energie. Zwei bis drei Tassen am Tag sind gut. Ab vier bis fünf triggert Kaffee laut Studien aber eine Migrä­ne, weil sich die Energiereser­ven wiederum erschöpfen.

Das Gehirn vor Hunger­ Notstand schützen
Durch Hunger-­Diäten, Fasten, sogar Intervall-­Fasten fehlt konstanter Treibstoff fürs Gehirn. Es droht Migräne-­Alarm!

Text: Susanne Schütte

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