1. Dezember 2021
Arterienverkalkung: 10 Lebensmittel verstopfen Ihre Gefäße

Arterienverkalkung: Diese 10 Lebensmittel verstopfen Ihre Gefäße

Die falsche Ernährung begünstigt Cholesterin-Ablagerungen, die unsere Blutbahnen enger machen und letztendlich verstopfen. Erfahren Sie, welche zehn Lebensmittel eine solche Arterienverkalkung verursachen oder fördern.

Sie ist eine derjenigen Erkrankungen, die wir am leichtesten mit einem gesunden Lebensstil verhindern, aber auch genauso leicht mit einer ungesunden Ernährung verursachen können: Die Arteriosklerose – im Volksmund auch Arterienverkalkung genannt. Dabei sammelt sich jedoch kein Kalk in den Gefäßwänden, sondern LDL-Cholesterin, welches nach und nach die Blutbahnen enger macht. Über Jahrzehnte hinweg werden somit die Versorgungsbahnen unseres Körpers und unseres Herzens abgedrückt, was letzten Endes in einer Mangelversorgung mündet. Verschließen sich die Herzkranzgefäße, stirbt der Herzmuskel infolge eines Nährstoff- und Sauerstoffmangels ab. Die Folge: Herzinfarkt. Im Folgenden erfahren Sie, welche Lebensmittel Ihre Arterien schleichend über die Jahre verstopfen.

Arterienverkalkung: Diese 10 Lebensmittel verstopfen Ihre Gefäße

Täglich fließen mehrere tausend Liter Blut durch unsere Gefäße, um unsere Organe und Muskeln zu versorgen. Mit einem gesunden Lebensstil können wir sie elastisch halten – ein ungesunder Lebensstil lässt sie verstopfen und enger werden. Diese Lebensmittel tragen – im Übermaß konsumiert – zur Verengung der Blutbahnen bei:

1. Wurst

Während frisches, hochwertiges Fleisch in Maßen recht unbedenklich ist, sollte es aufgrund der gesättigten tierischen Fettsäuren nicht täglich auf Ihrem Speiseplan stehen. Stark verarbeitete Wurstprodukte sollten sogar so wenig wie möglich auf den Tisch kommen, da sie nicht nur Unmengen an Salz und Konservierungsstoffen enthalten, sondern auch besonders hohe Mengen an gesättigtem Fett. Dieses führt zu einem Anstieg Ihres LDL-Cholesterinspiegels – dem bösen Cholesterin, welches sich in Ihren Gefäßwänden ablagert. Daher warnt auch die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V (DGPR) vor einer zu hohen Zufuhr an Wurstprodukten, rotem Fleisch sowie fettreichen Milchprodukten. Optimal wäre es, maximal zweimal pro Woche Fleisch zu essen und Wurstwaren gänzlich zu meiden.

2. Weißmehl

Haben Sie den Begriff „leere Kalorien“ schon einmal gehört? Dabei handelt es sich um Lebensmittel, die arm an Nährstoffen wie Mineralstoffen und Vitaminen sind, dafür jedoch reich an Kalorien. Weißmehl ist der Inbegriff der leeren Kalorien, da dem Getreide in der Herstellung ein Großteil der Mikronährstoffe und Ballaststoffe entzogen wird, um es leichter verarbeitbar zu machen. Dabei bleiben jedoch sämtliche Kalorien erhalten und die glykämische Last erhöht sich. Das ist problematisch, da sich Produkte aus Weißmehl somit negativ auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Während Vollkornprodukte ihn langsamer und stetiger ansteigen lassen, schnellt er bei Weißbrot und Nudeln steil in die Höhe. Das Übermaß an Zucker im Blut fördert die Entstehung von Entzündungen. Diese wiederum können die Gefäßwände beschädigen und anfälliger für Rupturen machen. Daher erhöht ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes auch das Risiko für Arteriosklerose.

3. Süßigkeiten

Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt wirken sich ähnlich negativ auf Ihre Gefäße aus, wie jene aus raffiniertem Weißmehl. Darüber hinaus erhöhen Süßigkeiten, Kuchen & Co. Ihr Risiko für Übergewicht – ein maßgeblicher Faktor in der Entstehung der Arterienverkalkung. Überschüssiger Zucker wird in der Leber zu Fett umgewandelt und umhüllt von LDL-Cholesterin über die Blutbahnen transportiert. Die Folge: Ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Adipositas und Diabetes Typ 2 – allesamt Mitverursacher von Arteriosklerose. Mit einer ausgewogenen Ernährung, in der Süßigkeiten eine genussvolle Ausnahme und nichts Alltägliches sind, können Sie all diesen Risikofaktoren effektiv entgegenwirken und Ihre Blutgefäße gesund halten.

4. Fertiggerichte

Es ist schon äußerst bequem, sich nach einem langen und stressigen Arbeitstag einfach eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben, eine Fertig-Lasagne warmzumachen oder Ramen-Nudeln bloß mit Wasser aufgießen zu müssen. Dennoch sollten Sie sich möglichst häufig überwinden und die 15 Minuten investieren, um sich stattdessen einen großen Salat oder eine bunte Gemüsepfanne zu machen. Denn industriell verarbeitetes Essen enthält in den allermeisten Fällen so ziemlich alles, was schlecht für Ihre Blutgefäße ist: Aus Kostengründen und für die einfachere Handhabung enthalten Fertiggerichte meist Weißmehl anstatt Vollkornmehl, raffiniertes Sonnenblumenöl statt extra natives Olivenöl und oben drauf eine ordentliche Portion Zucker und Salz für den Geschmack. Ebenso enthalten Tiefkühlpizza & Co. häufig schädliche Transfette. All diese Komponenten wirken entzündungsfördernd und das Salz erhöht Ihr Blutvolumen und dadurch bei vielen Menschen den Blutdruck. Daher lohnen sich die 15 bis 30 Minuten, um ein frisches, buntes Gericht selbst zu kochen – auch wenn die Überwindung anfangs viel Willenskraft kosten kann.

Dr. Schubert-Olesen: Ungesunde Ernährung verursacht diese Krankheiten

Wir haben Dr. med. Oliver Schubert-Olesen, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie, zum Thema „Ernährung als Medizin“ interviewt. Der Mediziner leitet das Diabeteszentrum Hamburg City und hat uns Fragen wie „welche Krankheiten werden durch eine ungesunde Ernährung verursacht?“ oder „können Lebensmittel bestimmte Medikamente ersetzen?“ beantwortet. Seine Antworten finden Sie im folgenden Video unseres Instagram-Kanals.

5. Zuckerhaltige Süßgetränke

Während herkömmliche Süßspeisen zumindest ein bisschen zur Sättigung beitragen und daher im Normalfall nicht kiloweise verdrückt werden, kann dies über Süßgetränke nicht gesagt werden. Cola, Limonaden oder zuckerige Eistees sind deswegen so gefährlich, weil innerhalb kürzester Zeit große Mengen an flüssigem Zucker in unserem Körper landen – ein enormer Risikofaktor für Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Arteriosklerose. Zwar sind Süßstoffe nach aktuellem Forschungsstand vermutlich auch nicht harmlos, da sie uns an einen extrem süßen Geschmack gewöhnen und möglicherweise (!) der Darmflora schaden. Dennoch deutet alles darauf hin, dass kalorienfreie, mit Süßstoffen gesüßte Getränke das geringere Übel sind. Greifen Sie trotzdem optimalerweise zu Wasser oder ungesüßtem Tee, um Ihr Risiko für Arterienverkalkung zu minimieren. Übergangsweise können Sie jedoch von Zucker-Limonaden auf Süßstoff-Limonaden umsteigen.

6. Frittierte Speisen

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der Pommes Frites nicht mag. Leider ist das, was nach dem Frittieren noch von der Kartoffel übrig bleibt, alles andere als gesund. Denn beim starken und mehrmaligen Erhitzen von Öl entstehen sogenannte Transfettsäuren. Diese bringen den LDL-Cholesterinspiegel im Blut zum Steigen, wirken entzündungsfördernd und begünstigen damit die Entstehung von Arteriosklerose. Besonders gefährlich ist der Konsum von Transfetten, wenn bereits andere Risikofaktoren wie Übergewicht oder Diabetes vorliegen. Wer sich generell gesund und ausgewogen ernährt, darf sich auch ohne schlechtes Gewissen einmal im Monat eine Portion Pommes, Chicken Nuggets oder Chips gönnen. Viel häufiger sollten diese Lebensmittel jedoch nicht auf dem Speiseplan stehen.

7. Gebäck

Ähnlich gefährlich wie frittierte Speisen sind bestimmte Backwaren. Diese können nämlich, je nach Herstellungsverfahren und verwendetem Öl, ebenfalls nennenswerte Mengen an Transfettsäuren enthalten. Damit Ihr LDL-Cholesterin nicht in die Höhe schießt, sollten Sie daher beim Kauf von unbedingt auf Begriffe wie „gehärtetes Fett“, „teilgehärtetes Fett“ oder „hydrogenisiertes Fett“ achten. Stehen diese Wörter auf der Zutatenliste, sind bei der industriellen Fertigung Transfettsäuren entstanden. Dies ist vor allem bei Donuts, Berlinern, Croissants, Keksen oder Blätterteig-Gebäck häufiger der Fall.

8. Fettreiche Milchprodukte

Da Milchprodukte einige wichtige Nährstoffe wie Calcium, Vitamin B2 und Jod enthalten, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nach wie vor zu einem regelmäßigen Konsum. Insbesondere fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch sind nährstoffreich und aufgrund der gesundheitsförderlichen Bakterienstämme (Probiotika) gut für die Darmflora. Allerdings enthalten Käse, Milch, Butter & Co. einen hohen Anteil an gesättigten tierischen Fettsäuren, die den LDL-Cholesterinspiegel erhöhen und das Risiko für Herzerkrankungen steigern können. Deswegen rät die Schweizerische Herzgesellschaft in Ihrem Cholesterin-Ratgeber dazu, ButterRahmquark, Doppelrahmkäse sowie Kondensmilch möglichst wegzulassen und Vollmilch, Vollmilchprodukte, Rahmkäse sowie Halbfettquark maßvoll zu konsumieren. Empfohlen wird hingegen der tägliche Verzehr von teilentrahmter Milch, fettarmem Joghurt sowie Magerquark.

9. Kaffee

Bereiten Sie Ihren Kaffee mit einer üblichen Filtermaschine, einer Frenchpress oder ganz ohne Filter zu? Warum das für die Gesundheit Ihrer Blutgefäße entscheidend sein kann, hat ein skandinavisches Forscherteam herausgefunden. Eigentlich ist mittlerweile bewiesen, dass drei bis vier Tassen Kaffee am Tag sogar gesundheitsförderlich sind und zum Beispiel entzündungshemmend sowie verdauungsfördernd wirken. Daher wunderten sich die schwedischen und norwegischen Wissenschaftler:innen als sie feststellten, dass ein Teil der Kaffeetrinker:innen ein erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen und einen frühen Tod aufwiesen. Sie fanden heraus, dass tatsächlich der regelmäßige Konsum ungefilterten Kaffees, wie bei der skandinavischen Zubereitung oder einer French Press üblich, schuld daran war. Der Grund: Wenn das Kaffeepulver lange im aufgekochten Wasser verweilt, löst sich ein Terpen namens Cafestol darin. Dadurch erhöht das ungefilterte Heißgetränk Ihren LDL-Cholesterinspiegel laut der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (DGFF) (Lipid-Liga) sogar um bis zu 10 Prozent. Bereiten Sie Ihren morgendlichen Wachmacher daher am besten mit einem Filter zu, um Ihr Risiko für Arterienverkalkung gering zu halten.

10. Eier

Am Verzehr von Hühnereiern scheiden sich nach wie vor die Geister. Und auch Forschende sind sich uneinig darüber, ob der Konsum von Eiern eher gesundheitsförderlich oder gefährdend ist. Fest steht: Eier liefern uns hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe wie Calcium und Eisen sowie die wichtigen fettlöslichen Vitamine E, D, K und A. Fest steht jedoch auch: Ein Hühnerei enthält durchschnittlich 280 Milligramm Cholesterin – der Stoff, der für die Arterienverkalkung verantwortlich ist. Allerdings muss eine erhöhte Zufuhr über die Nahrung nicht zwingend zu einem Anstieg unseres Cholesterinspiegels führen. Denn, zwei Drittel des Cholesterins im Körper werden selbst hergestellt – von unserer Leber. Sie kann bei Bedarf flexibel die Eigenproduktion senken, wenn wir vermehrt Cholesterin über die Ernährung aufnehmen. Das beliebte Frühstücksei stellt daher kein Problem dar – wenn wir uns ansonsten gesund ernähren. Denn die Kompensation funktioniert nur bis zu einem gewissen Grad. Wer also täglich sowohl Eier als auch Wurst, Sahne und Fast Food zu sich nimmt, muss mit einem deutlich erhöhten Cholesterinspiegel rechnen.

Tipp: Neben der Ernährung kann auch Rauchen maßgeblich zur Arterienverkalkung beitragen, da es den Blutdruck erhöht, die Cholesterinwerte verschlechtert und den Bedarf für Antioxidantien wie Vitamine steigert.

Buchtipps für gesunde Arterien

Welche Ernährungsformen und Lebensmittel Sie besonders gut vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, erfahren Sie in diesen Ernährungs-Ratgebern: In „Starkes Herz: Die besten Ernährungsstrategien bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Arteriosklerose und Co.“ zeigt Ihnen das Team der Ernährungs-Docs, wie Sie sich effektiv vor Arterienverkalkung & Co. schützen können. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist der Ernährungsratgeber „How Not to Die“. Darin erklärt der Arzt und Bestsellerautor Dr. Michael Greger, welche Ernährungstricks gegen die gängigen Zivilisationskrankheiten helfen.

Video: Die besten Lebensmittel, um den Cholesterinspiegel zu senken

Quellen: herzstiftung.de, herzgesund.de, ugb.de, swissheart.ch

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