Wintersport Die neue Art des Skifahrens

Auf die Piste, fertig, los – klappt das noch, wenn ich jahrelang nicht Ski gelaufen bin? VITAL-Mitarbeiterin Christiane Bloch meldete sich zu einem Kurs für Wiedereinsteiger an.

Christiane Bloch

 

Allein fahren klingt gut, aber wie machen die das mit mir obendrauf? Noch mal Tellerlift nach dem Motto: Alles Neue nur im Flachen lernen. Dann soll ich mal schauen: für die bessere Balance breitbeiniger stehen, immer mit beiden Ski den Kontakt zum Schnee beibehalten, entlasten, Knie und Hüfte leicht zum Berg drücken … Das üben wir dann auf einer der langen Pisten. „Ziel des ersten Tages ist vor allem, neues Selbstvertrauen zu gewinnen“, sagt mein Skilehrer. Danach fällt mein Fazit gar nicht so übel aus: kein Sturz, nur ein leichter Muskelkater in den Waden, die Kraft reicht, die Angst ist tatsächlich weg. „Morgen auf den Hinteren Brunnenkogel?“, fragt Michael Walser. Unbedingt.

Was für ein Rundum-Panorama: Die österreichischen, deutschen, italienischen und Schweizer Alpen präsentieren sich uns glitzernd in der Sonne. Die Zugspitze genauso wie die Dolomiten. Dafür nehme ich doch gern die rote Abfahrt hinunter in Kauf, die im oberen Teil ein bisschen schwieriger ist. „Vergiss auf diesem Stück die neue Technik, fahr auf Sicherheit“, rät mir Michael. So mache ich es, zumal mir das Carven noch immer ein Rätsel ist. Vielleicht fehlt meinen Ski das eingebaute Es-geht-von-allein? „Du musst auf die Kanten. Knie und Hüfte zum Berg. Dann für die Kurve die Ski flacher stellen, das Gewicht verlagern, wieder auf die Kanten. Ja! Guck dir mal jetzt deine Spur im Schnee an. Ein schöner runder Bogen.“ Tatsächlich, eine scharf in den Schnee geschnittene Spur zeichnet sich ab. So soll es aussehen. „Carven“ heißt aus dem Englischen übersetzt schließlich „schnitzen“. Ich bin überglücklich. Dafür war nur ganz wenig Kraft nötig, es fühlte sich mühelos an. Nur: Warum bitte ging es das eine Mal so wunderbar und nun schon wieder nicht?

Skifahren macht Spass

„Mach dir keine Gedanken“, beruhigt mich Michael. „Dein Körper hat noch die alten Muster verinnerlicht. Das geht eigentlich jedem so, der nach einer Pause wieder auf den Brettern steht.“ Okay, dann eben neue Muster lernen. Langsam und mit Pausen, schließlich soll das Skilaufen Spaß bringen, und ich will es genießen. Beides gelingt mir in diesen zwei Tagen erstaunlich oft. Und eines weiß ich genau: Ohne den Skikurs hätte ich nicht den Mut gehabt, wieder auf die Piste zu gehen. Im nächsten Jahr werde ich keine Minute zögern.