23. August 2017
Die Bedeutung der Inhaltsstoffe von Shampoos

Inhaltsstoffe eines Shampoos

Frei von Silikonen, Parabenen und Duftstoffen: Immer häufiger werben Haarpflegeprodukte damit, welche Inhaltsstoffe sie nicht enthalten. Wir erklären, wer sie dennoch nutzen kann – und wer sie tatsächlich meiden sollte.

Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos
© CentralITAlliance/iStock
Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos

Ist Euch der Umweltaspekt besonders wichtig?

Auf diesen Seiten lest Ihr, ob Silikone, Parabene & Co. für Euer Haar und Eure Kopfhaut geeignet sind - oder ob Ihr sie in Zukunft besser meiden solltet. Zudem sagen wir, wie die Wirrkstoffe sich auf unsere Umwelt auswirken (siehe "Umweltfaktor"). Sollte das Euer Gewissen zu sehr belasten, lasst diese Pflegeprodukte am besten weg, selbst wenn die enthaltenden Substanzen kein Problem für Haut und Haar darstellen.

Wo finde ich die Inhaltsstoffliste?

Direkt auf dem Produkt. In der Regel ist die Liste der Inhaltsstoffe, bei unverpackten Produkten, direkt auf dem Tiegel abgedruckt. Oft steht sie auch in einem mit Pfeil gekennzeichneten Aufkleber, der aufgezo­gen werden muss.
Auf der Umverpackung des Produktes ist sie ebenfalls oft zu finden. Hebt die Schachtel also besser auf – für den Fall, dass Ihr noch etwas nachschauen wollt.
Auf einem Schild in unmittelbarer Nähe der Auslage werden die Inhaltsstoffe sehr kleiner Kosmetikartikel wie Kajal oder Augen­ brauenstifte ange­bracht, die selbst nicht genügend Platz dafür bieten. Wer nicht gleich fündig wird, fragt die Verkäuferin oder den Verkäufer.
Bei Internetkäufen: Onlinehändler sind nicht verpflichtet, die Inhaltsstoffe anzugeben. Zwar findet Ihr die Liste ebenso wie im Laden auf dem Produkt oder der Verpackung – aber eben erst, wenn die bestellte Ware bei Euch zu Hause ankommt. Bei sehr kleinen Kosmetik­artikeln müssen Händler die Angaben auf einem Extrablatt mitschicken.
Auf den nächsten Seiten findet Ihr eine Übersicht zu:
  • Silikone - Die Verwandlungskünstler
  • Parabene - Die Haltbarmacher
  • PEG - Die Vermittler
  • Duftstoffe - Die Sinnesfreunde
  • Sulfate - Die Schaumschläge
Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos
© CentralITAlliance/iStock
Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos

Silikone - Die Verwandlungskünstler

Ob zum Abdichten von Fugen, als Poliermittel für Autos oder in Plastikge­ fäßen: Der synthetische Stoff wird heute in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt. In Shampoos und Spülungen legt er sich wie ein Film um jedes einzelne Haar, macht es geschmeidig, glänzend und schützt vor Spliss.

Tatsache

Die Rückstände lagern sich mit der Zeit auf dem Haar an, lassen es fettig wirken und erschweren eine Coloration.

Umweltfaktor

Silikone wandern nach dem Auswaschen in den Abfluss – und schaden so der Natur. Denn im Klärwerk kann nur ein Teil von ihnen aus dem Wasser gefiltert werden, der Rest gelangt in Flüsse, Seen und ins Grundwasser.

Wer darauf verzichten sollte

Frauen mit feinem und schnell nachfetten ­ dem Haar greifen besser zu silikonfreien Shampoos und Spülungen, die nicht beschweren. Und auch bei einer geplanten Coloration ist es besser, zu Pflegeprodukten ohne Silikon zu wechseln, da es eine Anlagerung der Farbpigmente erschwert.

Geeignet für

Dicke, störrische Längen, die sich nur schwer durchkämmen und bändigen lassen – oder normales Haar mit strapazierten Spitzen. Die Umweltbelastung bleibt allerdings bestehen.

In der Inhaltsstoffliste zu erkennen an

z. B. Cyclopentasiloxane, Dimethicone, Cyclomethicone – und generell Verbindungen, die auf „... methicone“ enden.

Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos
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Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos

Parabene - Die Haltbarmacher

Sie gelten weltweit als das am besten verträgliche Konservierungsmittel, das sogar in Lebensmitteln zugelassen ist – und sind in der konventionellen Kosmetik besonders beliebt, weil sie schon in kleinsten Mengen wirken.
Gesundheitsfaktor
Für den Vorwurf, dass Parabene das Brustkrebsrisiko erhöhen, ist eine Studie verantwortlich, die im Jahr 2004 Spuren der Substanz in Tumoren nachwies. Das Ergebnis konnte seitdem aber nicht einwandfrei belegt werden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Parabene hormonähnlich wirken. Das stimmt zwar, der Effekt ist aber so schwach, dass das Bundesamt für Risikobewertung eine Methyl­ und Ethylparabenkonzentration von 0,4 Prozent sowie eine Butyl­ und Propylparabenkonzentration von 0,19 Prozent als sicher beschreibt.
Umweltfaktor
Parabene kommen z. B. auch in Erdbeeren, Traubensaft und manchen Käsesorten vor – und sind, auch wenn sie für Kosmetik synthetisch nachgebaut werden, vollständig abbaubar.
Wer darauf verzichten sollte
Frauen, die in Bezug auf mögliche Nebenwirkungen unsicher sind, greifen zu Haarpflege ohne Parabene. Diese muss jedoch ab einem gewissen Wasseranteil auch haltbar gemacht werden – etwa mit Bio­Alkohol oder ätherischen Ölen, die manch­ mal auch Irritationen hervorrufen können.
Geeignet für
Normale und empfindliche Haut.
In der Inhaltsstoffliste zu erkennen an
z. B. Butyl­, Ethyl­ , Methyl­ oder Propylparaben.
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Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos

PEG - Die Vermittler

Das synthetische Polyethyenglykol (PEG) ist ein Emulgator und verbindet Wasser und pflegende Öle, die sich normalerweise abstoßen, beispielsweise zu einem Shampoo. Viele konventionelle Kosmetikhersteller setzen ihn besonders gerne ein, da er sich mit den meisten Inhaltsstoffen gut verträgt.
Tatsache
PEG­-Verbindungen lösen in der Regel selber zwar keine Allergien aus – sie können die Kopf­ haut aber durchlässiger machen und diese so empfindlicher auf andere reizende Substanzen reagieren lassen.
Umweltfaktor
Polyethylenglykol wird so hergestellt, dass es stabil und lange haltbar ist. Folglich kann es auch in der Umwelt von Mikroorganismen nur schwer abgebaut werden.
Wer darauf verzichten sollte
Allergikerinnen und Frauen, die ohnehin eine sensible Kopfhaut haben. Sie verwenden besser Haarpflegeprodukte mit sanften Emulgatoren
Geeignet für
Unproblematische Kopfhaut.
In der Inhaltsstoffliste zu erkennen an
z. B. Laureth(­Zahl), Ceteareth­15 – sowie allen Wort­ und Zahlenreihen mit „PEG“.

Duftstoffe - Die Sinnesfreunde

Viele von uns werden beim Kauf (nicht nur) eines Shampoos durch seinen Duft beeinflusst – schließlich möchten wir uns auch bei der Haarpflege etwas verwöhnen. So kann beispielsweise frisches Pfefferminzaroma den Start in den Tag erleichtern, während warme Vanillenoten abends eher beruhigen.
Tatsache
Parfümstoffe gehören zu den häufigsten Allergieauslösern überhaupt. Deshalb müssen seit 2005 die 26 Sorten, die
immer wieder zu Irritationen führen, ab einer gewissen Konzentration einzeln in der Inhaltsstoffliste des Produktes aufgeführt werden – z. B. Geraniol, Zimtsäure und Limonene.
Umweltfaktor
Über die Wirkung von Duftstoffen auf die Natur ist bislang vergleichsweise wenig bekannt – sicher ist aber, dass z. B. einige Moschusverbindungen nur schwer abbaubar sind und sich mit der Zeit in Mensch und Tier ablagern.
Wer darauf verzichten sollte
Allergikerinnen und Frauen mit sensibler Haut. Diejenigen, die genau wissen, worauf sie reagieren, können die Inhalts­ stoffliste der Produkte mit ihrem Allergiepass vergleichen – um wohltuende Düfte zumindest in einem gewissen Maß in die alltägliche Körperpflege zu integrieren. Generell gilt: Synthetische und natürliche Duftstoffe können gleichermaßen irritieren. Nur Produkte mit dem Hinweis „ohne Duftstoffe“ oder „parfümfrei“ sind völlig bedenkenlos verwendbar.
Geeignet für
Unproblematische Kopfhaut.
In der Inhaltsstoffliste zu erkennen an
z. B. Cinnamal (Zimtaldehyd), Evernia Furfuracea Extract (Baum­ moos­Extrakt), Evernia Prunastri Extract (Eichen­ moos­Extrakt), Geraniol, Limonene.
Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos
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Die Liste der Inhaltsstoffe in Shampoos

Sulfate - Die Schaumschläge

Die Salze der Schwefelsäure sind bekannt für ihre starke Reinigungskraft: Sie ummanteln Schmutz­ und Fettpartikel, lösen sie vom Haar – zudem bilden sie kleine Schaumberge, mit denen wir oft ein Gefühl von Sauberkeit verbinden.
Tatsache:
Synthetische Tenside – vor allem Sodium­Lauryl­Sulfate – trocknen das Haar aus, schwächen die hauteigene Schutzschicht und irritieren dadurch die Kopfhaut.
Umweltfaktor
Ein weiterer Nachteil dieser aggressiven Tenside ist, dass sie nicht vollständig biologisch abbaubar sind.
Wer darauf verzichten sollte
Frauen, die ohnehin zu trockenem Haar oder juckender Kopfhaut neigen. Sie setzen besser auf natürliche Reinigungshelfer wie Zucker­ und Kokos­ nusstenside oder wasch­ aktive Aminosäuren, die z. B. aus pflanzlichem Eiweiß gewonnen werden. Da diese deutlich weniger schäumen, sind sie anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Nach einer Weile fällt der Unterschied aber gar nicht mehr auf.
Geeignet für
Gesunde Kopfhaut und normales Haar, das hin und wieder mit einem tiefenreinigen­ den Peeling­Shampoo von hartnäckigen Stylingresten und Kalkrückständen befreit werden soll – denn das schaffen sulfatfreie Shampoos in der Regel nicht vollständig.
In der Inhaltsstoffliste zuerkennen an
z. B . SLES,Sodium­Lauryl­Sulfat, Sodium­Laureth­Sulfat, Natrium­Alkyloxysulfu­ proteinen ricum, Natriumdodecylpoly(oxyethylen)sulfat, Natriumlaurethsulfat und Natriumlaurylethersulfat.
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