28. März 2013
Homöopathische Kuren

Homöopathische Kuren

Jetzt ist die richtige Zeit, um sich eine homöopathische 3-Wochen-Kur zu gönnen. Unsere fünf Kuren stärken typische Schwachstellen des Körpers.

Homöopathiesche Kuren
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Homöopathiesche Kuren

1. Kur für einen klaren Kopf

Es pocht oder sticht, hämmert oder zieht: Studien zufolge leiden mehr als 54 Millionen Deutsche häufig unter Kopfschmerzen – in dieser Jahreszeit besonders oft. Weil die Tage länger werden, regelt der Körper den Hormonhaushalt neu, steigende Temperaturen und der Wetterwechsel schwächen den Kreislauf, die Gefäße und Nervenleitungen.

Das hilft:
  • Nux vomica D6 setzt die allgemeine Regulation in Gang; nehmt es in der ersten Woche
  • Haplopappus D3, bewährt bei Schwindel und Augenflimmern, kommt in der zweiten Woche zum Einsatz
  • Im dritten und letzten Teil der Kur gleicht Scutellaria D6 Schmerzen, nervöse Reizbarkeit und Blutdruckschwankungen aus.

Das tut noch gut: „Ölziehen“ heißt eine aus dem Ayurveda stammende Methode, um den Körper zu entgiften. Nehmt auf nüchternen Magen 1 EL Sesam- oder Sonnenblumenöl in den Mund und bewegt die Flüssigkeit 15 Minuten lang im gesamten Mundraum hin und her. Spuckt das Öl dann aus und spült mehrmals mit warmem Wasser nach. Zwei Wochen lang jeden Morgen.

Helmkraut
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Helmkraut (Scutellaria):

2. Minikur für den Bauch

Zu viel, zu schwer, zu fett – im Winter macht die Verdauung einiges mit. Höchste Zeit, sie zu sanieren und Stoffwechselprodukte auszuschleusen. Trinkt viel und esst reichlich frisches Obst und Gemüse, um eure Mineralstoffdepots aufzufüllen.

Das hilft:

  • In der ersten Woche fördert Nux vomica D6 die Ausscheidung.
  • Das in der zweiten Woche folgende Carduus D6 regt den Leberstoffwechsel und die Entgiftung an.
  • Nehmen Sie in der dritten Woche Adlumia fungosa D4, um den Verdauungstrakt zu stärken.

Das tut noch gut: Leberwickel bringen Wärme und Energie in die Leber, regen ihre Durchblutung und Leistungsfähigkeit an. Wickelt eine heiße Wärmflasche in ein Handtuch und legt sie nach dem Mittag essen auf den rechten Rippenbogen. Etwa 20 Minuten ruhen. Nicht abends anwenden, dann befindet sich die Leber im Ruhemodus.

3. Kur für einen starken Rücken

Mehr als 80 Prozent der Deutschen haben immer wieder Rückenprobleme, am häufigsten ärgern Schmerzen im Hals- und Lendenwirbelbereich. Meist sind die Ursachen Übergewicht, Überanstrengung oder Bewegungsmangel. Wir beachten den Rücken zu wenig. Werden seine Muskeln, Sehnen und Bänder nicht trainiert, führt das zu Schmerzen. Oft liegt’s auch an der Psyche: Bei vielen ist Stress die Ursache des Übels.

Das hilft:

In Woche eins kann Nuxvomica D6 die körpereigenen Selbstheilungskräfte anregen. Bryonia D6 hilft in der zweiten Phase, seelische Belastungen und Stress sowie Schmerzen auszugleichen. In der dritten Woche löst Paloondo D6 Verspannungen und lockert insgesamt.

Das tut noch gut: Stärkt eure Rumpfmuskulatur! Dazu bäuchlings auf eine Gymnastikmatte legen. Den Oberkörper aufrichten, die Ellenbogen auf Höhe der Schultergelenke aufstützen. Füße auf die Zehenspitzen stellen und sich in den Stütz hochdrücken, sodass Nacken, Oberkörper, Po und Beine eine Linie bilden. Jetzt die Beine im Wechsel anheben. 8-mal wiederholen.

Zaunrübe
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Zaunrübe (Bryonia)

4. Immun-Kur

Jetzt, in der Übergangszeit, greifen den Körper viele Krankheitserreger an. Und der ständige Wechsel von kalten und warmen Temperaturen verursacht ruckzuck eine Erkältung. Da könnten die Abwehrkräfte ein Rundum-sorglos-Paket gebrauchen. Und ein intaktes Immunsystem hält alle Funktionskreise in Balance.

Das hilft:

  • Wieder kommt in der ersten Woche Nux vomica D6 zum Einsatz, um die Systeme zu „öffnen“.
  • Danach eine Woche lang Propolis D12. Das schützt die Nerven und verbessert die Durchblutung.
  • In der dritten Woche folgt Thuja D12 – ein Mittel, das in der Homöopathie als zuverlässiger Entzündungsschutz gilt und immunstimulierend wirkt.

Das tut noch gut: Ansteigende Fußbäder – zwei Wochen lang jeden Abend – aktivieren die Abwehr, durchwärmen und entspannen (nicht anwenden bei Venenleiden und Krampfadern): Füllt rund 30 Grad warmes Wasser etwas mehr als knöchelhoch in eine Wanne, stellt eure Füße hinein und gießt nach und nach heißes Wasser hinzu, bis die Temperatur bei 40 Grad liegt. Fahrt außerdem allmählich euer Sportprogramm hoch, möglichst an der frischen Luft. Schützt dabei besonders euren Nackenbereich vor Wind, Nässe und Kältereizen – sonst werdet ihr anfällig für alle Arten von Keimen.

5. Beauty-Kur

Ein müder Teint, der auch noch zu Unreinheiten neigt? Die jahreszeitlich bedingte Hormonumstellung bringt das Gleichgewicht der Haut tüchtig durcheinander.

Das hilft:

  • Nehmt in der ersten Phase Nux vomica D6 als Basistherapie.
  • In der zweiten Woche dann Berberis vulgaris D6. Das bewirkt eine intensive Ausleitung der Schlackenstoffe über die Galle, die Leber und die Nieren.
  • Als letzter Teil der Kur stärkt Okoubaka D3 die Hautbarriere und den Stoffwechsel.

Das tut noch gut: Lasst je 2 TL Kletten- und Löwenzahnwurzel (z.B. aus der Apotheke) zugedeckt 20 Minuten in 750 ml Wasser köcheln. Vom Herd nehmen, 2 TL getrocknete Kleeblüten zugeben und 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen und täglich bis zu 3 Tassen trinken. Der Heiltee stärkt den Hautstoffwechsel und verbessert die Struktur unserer äußeren Schutzhülle.
Auch empfehlenswert: Gleich nach dem Aufstehen den Körper 3 Minuten lang mit einem Luffa-Handschuh oder einer Noppenbürste (z.B. aus der Drogerie) abreiben – beginnend am rechten Fuß, dann mit kleinen kreisenden Bewegungen langsam über Wade und Oberschenkel nach oben streichen. Danach kommt das linke Bein an die Reihe. Über Unterleib, Po und Rücken arbeiten Sie sich hoch, Hals und Dekolleté besonders sanft behandeln. Zum Schluss massiert von den Fingerspitzen bis zu den Schultern beide Arme.

Markus Wiesenauer
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Markus Wiesenauer

Dr. Markus Wiesenauer ist Mediziner und Homöopathie-Experte. Er lebt in Kernen bei Stuttgart.

VITAL: Wie wirken homöopathische Mittel auf die Schwachpunkte des Körpers?

Dr. Wiesenauer: Homöopathie ist eine mehr als 200 Jahre alte Erfahrungslehre, die auf einem ganzheitlichen Gedanken basiert. Die Arzneien, die fast jeder in Form von Globuli kennt, entlasten Körper und Geist und regen die Selbstheilung an. Die hier zusammengestellten Kuren können aber nicht nur Beschwerden lindern: Klassische Schwachpunkte, die jeder hat und meist auch kennt, machen an fällig für bestimmte Krankheiten. Da beugen die Mittel vor und mildern den Verlauf ab.

Wie mache ich so eine Frühlingskur genau?

Jede dauert drei Wochen, und in jeder Woche wird ein anderes Mittel genommen. Alle fünf Kuren beginnen mit Nux vomica. Das hat natürlich einen Grund: In der Homöopathie kennen wir Nux vomica auch als „Reaktions wecker“, weil es sämtliche Regulationsvorgänge des Körpers antreibt. Danach können die beiden folgenden Mittel, die gezielt regenerieren und stabilisieren sollen, besser wirken.

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Buchtipp: Dr. Markus Wiesenauer, Sabine Knapp: „Entschlacken mit Homöopathie“, GU, 128 Seiten, 12,99 Euro

Wie dosiere ich die einzelnen Mittel?

Folgen Sie dem Wochenschema und nehmen Sie von jedem Mittel dreimal täglich 5 Globuli. Die lassen Sie einfach im Mund zergehen, am besten eine halbe Stunde vor oder nach einer Mahlzeit. Die Kügelchen gibt es rezeptfrei in jeder Apotheke.

Treten Neben- oder Wechselwirkungen auf?

Nein, es sind keine bekannt – vorausgesetzt, Sie wenden die Mittel richtig an. Denn die Dauereinnahme eines homöopathischen Mittels kann den Körper überstimulieren.

Darf ich gleichzeitig andere Verfahren nutzen?

Homöopathische Mittel dürfen Sie durchaus mit anderen Therapien kombinieren, zum Beispiel Kneipp-Anwendungen, Akupunktur oder Ayurveda. Sogar die Aromatherapie verträgt sich mit der Homöopathie, wenn Sie auf menthol- und kampferhaltige Öle verzichten. Diese können die Wirkung der Arzneien überlagern und hemmen.

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