18. November 2021
Leberzirrhose: Anzeichen des Leberschadens

Leberzirrhose: Anzeichen des Leberschadens

Bei einer Leberzirrhose ist das Gewebe des Organs beschädigt – was gravierende Folgen für unseren gesamten Organismus bedeutet. Erste Anzeichen machen sich allerdings dann bemerkbar, wenn die Leberzirrhose bereits vorangeschritten ist. Erfahren Sie hier mehr zum irreparablen Leberschaden.

Was ist eine Leberzirrhose?

Unsere Leber erfüllt verschiedene Aufgaben in unserem Körper. Sie produziert Galle, welche für die Aufnahme von Fetten und Vitaminen aus dem Darm notwendig ist. Sie verarbeitet und speichert Nährstoffe, baut Giftstoffe ab und ist an der Immunabwehr beteiligt. Wenn die Leber schwer erkrankt ist, handelt es sich um eine Leberzirrhose, bei der funktionsfähiges Lebergewebe zerstört und durch Bindegewebe ersetzt wird. Die Leber vernarbt, verliert an Größe und ihre Fähigkeit zur lebenswichtigen Entgiftung des Körpers.

Folgen einer Leberzirrhose

Die Schäden in der Leber sind irreparabel und haben gravierende Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Giftstoffe können in der Leber nicht mehr abgebaut werden. Störungen im Stoffwechsel, Hormonhaushalt oder der Blutgerinnung treten auf. Weitere Folgen sind Störungen der Hirnleistung, Gedächtnisstörungen, psychische Veränderungen und ein Leberkoma.

Der Blutfluss in der Leber verschlechtert sich, da es zu Stauungen kommen kann. Das wiederum begünstigt die Entstehung von Krampfadern, beispielsweise in der Speiseröhre, um das Blut anderweitig umzuleiten. Eine weitere Komplikation einer Leberzirrhose ist die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle, die zu einer lebensbedrohlichen Infektion des Bauchfells und zu einem Nierenversagen führen kann. Eine Leberzirrhose lässt außerdem das Risiko für Leberkrebs steigen.

Anzeichen einer Leberzirrhose

Beschwerden treten meistens erst dann auf, wenn die Leberzirrhose bereits fortgeschritten ist. Die schleichenden Gewebeveränderungen machen sich nur durch unspezifische Anzeichen bemerkbar. Dazu gehören:

  • Müdigkeit
  • Nachlassen der Leistungsfähigkeit
  • Starke Gewichtsabnahme
  • Schwitzen
  • Zu einem späteren Zeitpunkt: Schmerzen und Druckgefühl im Oberbauch. Die Leber drückt auf das umliegende Gewebe.

Bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose treten folgende Symptome auf:

  • Juckreiz
  • Grau-fahle Hautfarbe
  • Dünne Haut
  • Blutgefäße, die sich sternförmig im Gesicht und am Oberkörper neu bilden.
  • Gerötete Handballen
  • Rote, glatte und trockene Lippen und Zunge
  • Verhärtung und Verdickung der Handinnenflächen
  • Bei Frauen: Ausbleiben der Monatsblutung oder Menstruationsstörungen
  • Bei Männern: Haarausfall am Bauch (Bauchglatze), Potenzstörungen

Ursachen einer Leberzirrhose

Eine Leberzirrhose entsteht in rund 50 Prozent aller Fälle als Folge übermäßigen Alkoholkonsums, der zuerst zu einer Fettleber führt. Diese wiederum erhöht das Risiko einer Leberzirrhose. Eine alkoholische Leberzirrhose entwickelt sich meistens nach mehr als zehn Jahren erhöhten Alkoholkonsums. Eine Infektion mit Hepatitis-Viren, die chronische Entzündungen auslöst, ist ebenfalls eine häufige Ursache. Weitere Gründe können Stoffwechselkrankheiten oder Autoimmunerkrankungen des Organs sein. Dazu zählen Diabetes mellitus. Seltenere Ursachen sind Medikamentennebenwirkungen, Giftstoffe, Infektionen mit Parasiten oder eine Herzschwäche mit Rückstau des Blutes in der Leber.

Behandlung einer Leberzirrhose

Eine Leberzirrhose ist nicht heil-, aber therapierbar. Ein Fortschreiten der Leberzirrhose lässt sich dementsprechend mit Medikamenten beheben. Die Behandlung einer Leberzirrhose richtet sich nach der jeweiligen Ursache, die für die Schäden an der Leber verantwortlich sind. Patienten mit einer Leberzirrhose sollten leberschädigende Stoffe wie Alkohol meiden. Auch Medikamente sind nur nach Rücksprache mit dem Arzt einzunehmen. Zudem wird betroffenen Personen dringend geraten, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen und auf eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung sowie auf regelmäßige Bewegung zu achten.

Bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose ist die Lebenserwartung gegenüber Gesunden deutlich verkürzt. Jeder zweite Patient, der an einer alkoholbedingten Leberzirrhose erkrankt ist, verstirbt innerhalb von fünf Jahren, wenn weiterhin Alkohol konsumiert wird. Weitere Komplikationen können die Lebenserwartung verkürzen. Wenn die Leberzirrhose weit vorangeschritten ist, kommt als letzte Option meist nur noch eine Lebertransplantation infrage.

Leberzirrhose vorbeugen

Um einer Leberzirrhose bestmöglich vorzubeugen, gilt es, alle genannten Risikofaktoren zu vermeiden. Es empfiehlt sich, auf Alkohol zu verzichten oder nur selten zu konsumieren sowie einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung und Sport. Ein weiterer Ratschlag: Lassen Sie sich gegen Hepatitis A und B impfen. Um die Leber zu entlasten, nehmen Sie nur Medikamente ein, wenn es nötig ist.

Video: 5 Lebensmittel für eine gesunde Leber

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