Sport Gesunde Sehnen

Sie beteiligen sich an fast allen Bewegungen, doch meist bemerken wir die Sehnen erst, wenn wir sie überlasten und sie sich mit Entzündungen wehren. Autsch! Wir verraten Ihnen, was Sie für gesunde Sehnen tun können.

Frau, dehnen

Sie könnte locker das Gewicht eines Kleinwagens wuppen – unglaubliche 800 Kilogramm! Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne unseres Körpers, sitzt an der Ferse und ist trotz aller Stärke ein Schwachpunkt. So wie alle anderen Sehnen, jene Verbindungen zwischen Muskel und Knochen, die auf Überlastung empfindlich reagieren. Zieht oder sticht es bei bestimmten Bewegungen, denken die meisten von uns, dass etwas mit dem Gelenk nicht stimmt. Dabei stecken sehr oft die Sehnen dahinter. Besonders an ihren Ansätzen und im umliegenden Gewebe kann es zu Reizungen kommen, oder es lagern sich Verkalkungen ab und führen zu Entzündungen. Und die sind schmerzhaft und hartnäckig.

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So arbeiten Sehnen

Sehnen sind das Bindeglied zwischen Muskeln und Knochen und ermöglichen Bewegungen. Wenn wir uns bewegen, ziehen sich zuerst die Muskeln zusammen, was wiederum an die Sehnen weitergeleitet wird, die nun die Bewegung an die Knochen übertragen. Damit bei Bewegungen keine starke Reibung zwischen Sehne und Knochen entsteht, werden die Sehnen durch Sehnenscheiden geschützt. Ihre Flüssigkeit wirkt wie ein Schmieröl.

Im Alltag kann man einiges dafür tun, dass die Sehnen gesund bleiben:

  • Regelmäßiger Sport
  • Fehlhaltungen vermeiden
  • Vermehrt Nährstoffe wie Vitamin C, B6, B12 und Magnesium zu sich nehmen
  • Die umliegende Muskulatur kräftigen, um so die Gelenke zu stabilisieren und die Bänder zu entlasten
  • Gleichgewicht und Koordination trainieren
Besonders Sport und Bewegung sind gut für die Sehnen. Hier eignen sich vor allem Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking oder auch Yoga.

Sehnen und Bänder – das ist der Unterschied

Auch wenn sie ganz unterschiedliche Funktionen im Körper haben, werden Sehnen und Bänder gerne miteinander verwechselt. Während aber Sehnen die Muskeln mit Knochen verbinden, verbinden die Bänder nur die Knochen untereinander. So schützen und stabilieren sie die Gelenke.

Schnelle Hilfe für die Sehne

Im Akutfall helfen kalte Kompressen, rezeptfreie Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen) und Schonung. Dauern die Probleme länger als zwei Wochen, unbedingt zum Arzt gehen. „Dann kommen mehrere Therapien infrage, darunter Elektrotherapien wie die transkutane elektrische Nervenstimulation, kurz TENS. Dabei regen geringe Strommengen den Schmerzbereich an“, erläutert Dr. Jens W. Kunze, Oberarzt an der Schmerzklinik in Bad Mergentheim. „Das führt zu einer Ausschüttung von Nervenboten stoffen, die Schmerz und Entzündung reduzieren. Eine weitere Methode ist die Neuraltherapie, bei der ein Lokalanästhetikum oder Kortison injiziert wird. Wärme- oder Kälteanwendungen und Physiotherapie ergänzen die Therapie. „In der Schmerzklinik wenden wir grundsätzlich mehrere Methoden gleichzeitig an. Das hat sich bewährt“, so Dr. Kunze. Lesen Sie, welche Knackpunkte an den Sehnen am häufigsten auftreten, wie Sie sie erkennen und vorbeugen können. Und vor allem: mit welchen neuen Therapien der Arzt Ihnen hilft.

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Datum: 19.06.2020