Phytoöstrogene: Wie sie in den Wechseljahren helfen

Phytoöstrogene: Wie sie in den Wechseljahren helfen

Viele Frauen fürchten sich vor den Wechseljahren und den dazugehörigen Beschwerden. Lange galt eine Hormonersatztherapie als geeignet, um Hitzewallungen, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen zu behandeln. Viel gesünder und natürlicher helfen jedoch sogenannte Phytoöstrogene. Wir klären auf, was es mit den Pflanzenhormonen auf sich hat, wie sie Linderung versprechen und wo sie vorkommen.

Was passiert in den Wechseljahren?

Ab Mitte 40 bis Anfang 50 kommen Frauen in die Wechseljahre. In dieser Phase nimmt die Fruchtbarkeit zunehmend ab. Die Eierstöcke produzieren weniger die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Demzufolge bleiben die Eisprünge immer häufiger aus und die Periode wird unregelmäßiger und setzt dann letztendlich ganz aus. Die hormonellen Veränderungen machen sich bei den meisten Frauen auch körperlich bemerkbar. Zu den klassischen Wechseljahrsbeschwerden gehören Hitzewallungen sowie vermehrtes Schwitzen, der Verlust der Libido, Gewichtszunahme, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen.

Viele betroffene Frauen empfinden diese Beschwerden als unangenehm. Um sie zu lindern, gibt es seit den 1960er Jahren die Hormonersatztherapie (HRT). Hierbei wird der Hormonmangel künstlich mit Medikamenten ausgeglichen. Die HRT ist umstritten. Laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums kann eine Hormonersatztherapie das Risiko für Brustkrebs, Eierstockkrebs oder Gebärmutterschleimhautkrebs erhöhen sowie Thrombosen und Herzerkrankungen fördern. Eine weitere Möglichkeit, die Wechseljahrsbeschwerden auf einem natürlicheren Weg zu lindern, sind Phytoöstrogene.

Pflanzliche Phytoöstrogene helfen in den Wechseljahren

Bevor wir Ihnen aufzeigen, wie sich Phytoöstrogene genau auf Wechseljahrsbeschwerden auswirken, erklären wir erst einmal, was Phytoöstrogene genau sind: Bei den Phytoöstrogenen handelt es sich nicht um Östrogene – auch wenn der Name den Anschein macht. Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe. Die bekanntesten von ihnen sind Isoflavone, Lignane und Coumestane. Diese haben eine ähnliche Wirkung wie das körpereigene Östrogen. Die Phytoöstrogene sind in der Lage, an den Östrogen-Rezeptoren anzudocken. Außerdem können Sie die Wirkung von Östrogenen nachahmen oder unterdrücken, allerdings wirken Sie weitaus schwächer.

Wechseljahre: Phytoöstrogene anwenden

Die Phytoöstrogene können als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln und Tabletten eingenommen werden. Die Präparate sollten täglich über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen und Monaten supplementiert werden. Vorher sollten Sie sich umfangreich von Ihrem Gynäkologen oder Ihrer Gynäkologin über Vorteile ebenso wie Risiken aufklären lassen. Möglicherweise kommt für Sie eine Therapie mit Phytoöstrogenen auch nicht infrage. 

Lebensmittel, die Phytoöstrogene enthalten

Phytoöstrogene sind ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden. Denn „Phyto“ ist griechisch und heißt übersetzt „pflanzlich“. Frauen in den Wechseljahren sollten daher nur auf Supplemente, sondern auch auf eine pflanzliche Kost setzen und reichlich frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen, um gut mit den gesunden sekundären Pflanzenstoffen versorgt zu sein. Phytoöstrogene stecken vor allem in diesen Lebensmitteln:  

  • Die pflanzlichen Isoflavone finden Sie vor allen in Soja sowie in Hülsenfrüchten, Gemüse und Zwiebeln.
  • Lignane sind enthalten in Leinsamen, Kürbiskernen, Weizenkleie, Roggen, Beeren und Nüssen.
  • Coumestane sind weniger verbreitet und kommen in der menschlichen Ernährung kaum vor. Sie sind zum Beispiel in Soja- und Kleesprossen.

Neben einer ausgewogenen und pflanzenbasierten Ernährung ist regelmäßige Bewegung und ausreichend Entspannung ebenfalls entscheidend, um Ihre Wechseljahrsbeschwerden positiv zu beeinflussen. 

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