Nierenschmerzen Ursachen und Symptome bei Nierenbeschwerden

Nierenschmerzen werden oft mit Rückenschmerzen verwechselt. Warum das so ist und was ihr noch zu den Ursachen und Symptomen von Nierenbeschwerden wissen solltet, lest ihr hier!

Ursachen für Nieren- und Rückenschmerzen

Die Nieren gehören zu den wichtigsten Organen im menschlichen Körper. Sie sind für die Ausscheidung von Giftstoffen und Stoffwechselprodukten zuständig, regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt und bilden lebenswichtige Hormone. Letztere sind vor allem für die Einstellung des Blutdrucks und für die Bildung roter Blutkörperchen verantwortlich. Ebenso regeln die Nieren den pH-Wert im Blut, sodass es nicht zu einer Übersäuerung kommt. Die Nieren liegen paarweise links und rechts der Wirbelsäule in der Höhe des elften und zwölften Rippenbogens. Sie sind etwa elf bis zwölf Zentimeter lang und fünf bis sechs Zentimeter breit. Eine Niere wiegt dabei ungefähr 150 Gramm. 

Nierenschmerzen feststellen

Nierenschmerzen können Anzeichen für die unterschiedlichsten Erkrankungen sein. Es ist daher umso wichtiger, die Beschwerden im Nierenbereich richtig deuten zu können. Durch Routineuntersuchungen des Urins oder des Blutes können erste Schlüsse über eine Störung der Nierenfunktion gegeben werden. Lasst euch bei Beschwerden im Nierenbereich in jedem Fall von einem Arzt untersuchen, die Herkunft der Schmerzen sollte klar definiert und diagnostiziert werden.

Den Schmerz lokalisieren
Die Beschwerden treten meist im Nierenbecken und in den Flanken, den seitlichen Bauchregionen, auf. Ob die Schmerzen rechts, links oder beidseitig auftauchen, hängt davon ab, ob eine oder beide Nieren betroffen sind. Wenn ihr der Meinung seid, dass es sich bei euren Beschwerden eher um Rückenschmerzen als um Nierenschmerzen handelt, könnt ihr dies ganz einfach selbst herausfinden.
Typische Anzeichen für Rückenschmerzen sind eine veränderte Körperhaltung und eine Einschränkung in der Bewegung. Verspürt ihr einen leichten, krampfartigen Schmerz, wenn ihr mit der Handaußenfläche leicht über den Beckenkamm schlagt, so deutet dies eher auf Nierenschmerzen hin. Im Zweifel kann eine Urinuntersuchung die Erkrankung von Niere, Blase, Harnröhre und Harnleiter feststellen.

Symptome von Nierenbeschwerden

Egal, welche Symptome ihr bei euch feststellt, ein Arztbesuch ist der sicherste Weg, um eine genaue Diagnose über die Erkrankung und die richtige Behandlung zu bekommen.

Bei den folgenden Symptomen solltet ihr euren Arzt aufsuchen:

  • Schmerzen im unteren Rücken und stechende Flankenschmerzen, die sich bis nach vorn in den Unterbauch und in die Leisten ziehen
  • Schüttelfrost und Fieber
  • Blut im Urin
  • stoßartige Schmerzen im Unterleib
  • Kreislaufprobleme
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Appetitverlust
  • Müdigkeit

Ursachen von Nierenschmerzen

Nierenstau
Nierenschmerzen können jederzeit auftreten. Die Schmerzen können durch einen Nierenstau ausgelöst werden, bei dem sich der Urin durch den Druck auf die Harnwege zurück in das Nierenbeckensystem staut. Ein Nierenstau sollte, wie auch andere Ursachen, zügig behandelt werden. 

Nierensteine
Nierensteine gehören ebenfalls zu den Ursachen von Nierenschmerzen. Nierensteine entstehen durch eine überhöhte Aufnahme von steinbildenden Substanzen, dazu zählen unter anderem Cystin, Kalzium, Phosphat, Harnsäure und Oxalat. Personen, die besonders anfällig auf steinbildende Substanzen reagieren sollten auf Kaffee, Tee und Alkohol verzichten. Die Getränke geben dem Urin zusätzlich steinbildende Substanzen.

Nierenkoliken
Wenn eine Nierenkolik auftritt, können die kleinen bis mittelgroßen Nierensteine nicht mehr ohne starke Schmerzen durch große Trinkmengen über den Harnleiter und der Harnblase ausgeschieden werden. Bewegt sich ein großer Stein aus der Niere, kann das zu schmerzhaften Koliken führen. Die Steine werden dann entweder durch Stoßwellen von außen zerbröckelt oder sie werden operativ entfernt.

Nierenbeckenentzündung
Eine Nierenbeckenentzündung ist eine weitere Ursache für Nierenschmerzen. Sie entsteht meist als Folge einer Blasenentzündung, oft auch durch eine Erkältung bedingt, durch aufsteigende Bakterien. Fieber, Schüttelfrost, häufiger Harndrang und Blut im Urin sind nur einige Folgen der Nierenbeckenentzündung. Damit die Blasenentzündung nicht zu einer Nierenbeckenentzündung wird, sollte bei den ersten Anzeichen gehandelt werden. Antibiotika bekämpfen die Bakterien, Wärme lindert die Schmerzen und genügend Flüssigkeit, z. B. Wasser oder Tee, spülen Nieren, Blase und Harnröhre durch.

Nierenversagen
Durch schwere Schäden, z. B. durch dauerndem Sauerstoffmangel, Entzündungen oder toxische Schädigungen durch Medikamente kann es zu Nierenschäden und Nierenversagen kommen. Neben starken Nierenschmerzen kommt es auch zu nicht mehr einstellbarem Bluthochdruck, einem unregelmäßigen Herzschlag, Krämpfen, Benommenheit, Wassereinlagerungen und Luftnot. Bei diesen Anzeichen sollte sofort der Rettungsdienst alarmiert werden!

Nierentumor
Ein dumpfer Schmerz im seitlichen Rückenbereich kann in Kombination mit ungewolltem Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Blutarmut, anhaltendem oder öfters auftretendem, leichtem Fieber, blutigem Urin und Bluthochdruck auf einen Nierentumor hinweisen. Bei diesen Symptomen solltet ihr sofort zum Arzt gehen!

Menstruationsschmerzen
Vor und während der Periode leiden die meisten Frauen unter Regelschmerzen. Diese können sich unter anderem auch als vermeintliche Nierenschmerzen äußern. 

Alkoholkonsum
Nach übermäßigem Alkoholkonsum kann es zu Nierenschmerzen kommen, wenn das Immunsystem geschwächt ist und eine Entzündung entsteht. Auch können Nierensteine mit Alkohol und Nierenschmerzen zusammenhängen.

Nierenschmerzen vorbeugen

Um Nierenschmerzen vorzubeugen solltet ihr euch salzarm ernähren und mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit wie Tee und Wasser am Tag trinken. 

Schnelle Hilfe gegen Nierenschmerzen

Machen sich akute Nierenschmerzen bemerkbar, könnt ihr diese ganz einfach selbst behandeln. Wärme, z. B. durch eine Wärmflasche, Körnerkissen oder Wärmepflaster fördert die Durchblutung und lockert die umliegende Muskulatur. Auch ein dicker Schal, der um die Nierengegend gebunden wird, hilft. Alternativ können auch warme Bäder gegen Nierenschmerzen helfen.
Um die Nieren gut durchzuspülen, sind harntreibende Tees wie etwa aus Brennnessel oder Löwenzahn zu empfehlen. Trinkt zusätzlich genügend Wasser!

Helfen Wärme und viel trinken nicht und dauern die Schmerzen mehrere Tage an oder werden sogar stärker, sollte man zum Arzt gehen. Dieser wird nach der Anamnese die genauen Behandlungsschritte einleiten. 

Datum: 17.03.2020

Autor: Mareike Schumacher

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