Tipps bei Durchfall Schonkost: Die richtige Ernährung bei Durchfall

Um Durchfall zu behandeln, müssen Sie nicht gleich zu Tabletten oder anderen Medikamenten greifen. Oft helfen schon Hausmittel und die richtige Ernährung, um Magen und Darm wieder zu beruhigen.

Frau-auf-Toilette

Diarrhö ist eine der häufigsten und zugleich unangenehmsten Verdauungstörungen. Manche leiden an regelmäßigen Durchfallattacken, die immer unerwartet und in den unpassendsten Situationen auftreten. Eine entsprechende Ernährung hilft gegen den Durchfall und beruhigt das Verdauungssystem. Sollten die Beschwerden jedoch länger als drei Tage anhalten und kommt Blut im Stuhl dazu, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Bei einer beschleunigten Verdauung verliert der Körper sehr schnell Flüssigkeit und wichtige Elektrolyte. Um dabei eine Exiskose (Austrocknung des Körpers) zu vermeiden, müsst ihr eurem Körper schnell die verlorene Flüssigkeit und die entsprechenden Elektrolyte zugeführt werden. Anzeichen für eine Austrocknung sind ein trockener Mund und ein dunkel gefärbtes Urin. Deswegen ist besonders bei starkem Durchfall eine konstante Wasserzufuhr essentiell.

Durchfall - Symptome und Ursachen

Folgende Kriterien definieren Durchfallerkrankungen:

  • Stuhlfrequenz: Innerhalb von 24 Stunden treten drei oder mehr ungeformte Stuhlgänge auf.
  • Stuhlkonsistenz: Der Stuhl ist breiig oder dünnflüssig (Wassergehalt entspricht 75% oder mehr).
  • Stuhlgewicht: Das Gewicht des Stuhlgangs ist erhöht (250g oder mehr).

Ursachen von Durchfall
Typische Begleitsymptome von Diarrhö sind Bauchkrämpfe und Blähungen. Die Ursachen richten sich danach, ob es sich um akutem oder chronischem Durchfall handelt. Die akute Form kann durch Bakterien oder eine Vireninfektion ausgelöst werden, währen die chronische z.B. durch Nahrungsunverträglichkeiten oder eine Grunderkrankung ausgelöst wird. Stress, wie er z.B. beim Reizdarmsyndrom vorkommt, kann ebenfalls eine Ursache für eine unregelmäßige Verdauung sein. Hierbei leiden Betroffene oftmals an verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden. Akuter Durchfall hält maximal drei Tage an. Dauert er länger oder besteht der Verdacht auf chronische Erkrankungen, sollten Sie mit einem Arzt sprechen.

Dos bei Durchfall

Bei Durchfall sollten Sie auf eine magenschonende Ernährung umstellen, damit sich der Darm und die Darmflora wieder ganz aufbauen und erholen können. Am besten eigenen sich dafür mehrere kleinere Mahlzeiten, damit der Körper nicht überfordert wird. Achten Sie generell darauf, dass Sie Lebensmittel mit geringem Fettanteil zu sich nehmen. Das Fett belastet das ohnehin schon gereizte Verdauungssystem zusätzlich und kann sogar unverdaut wieder ausgeschieden werden bzw. zu erneutem Durchfall führen. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Trinken Sie stilles Wasser oder Tee wie Fenchel-Kümmel-Anis oder Kamille. Um den Elektrolythaushalt aufzustocken, können Sie Gemüsebrühe trinken oder eine Rehydrationslösung mit Natrium, Kalium, Glucose und Chlorid in der Apotheke kaufen.

Besonders bekömmlich sind diese Lebensmittel

  • Haferflocken
    Das Getreide enthält viele Ballaststoffe und Mineralstoffe, sowie die Vitamine B1 und E. Die Flocken sind leicht verdaulich und wirken wie eine Schutzschicht auf der gereizten Schleimhaut. Für ein Porridge 50 Gramm Haferflocken mit so viel heißem Wasser übergießen, bis unter Rühren eine cremige Konsistenz entsteht. Eine Prise Salz gibt etwas Geschmack.
  • Apfel, Banane und Karotten
    Wem das Porrdige zu langweilig ist, kann auch einen Apfel reiben oder eine Banane zerdrücken und untermischen. Die beiden Früchte enthalten Pektin, welcher den Stuhl fester macht, indem es Wasser bindet. Gleichzeitig geben sie Nährstoffe an den Körper zurück. Genauso enthalten Möhren auch diesen Ballaststoff. Für eine Möhrensuppe nach dem Rezept des Heidelberger Kinderarztes Ernst Moro von 1908 kochen Sie 500 Gramm kleingeschnittene Karottenstücke in etwas Wasser gekocht und püriert. Der Brei wird mit einem Liter Wasser und drei gramm Salz aufgegossen. 
  • Gemüsebrühe
    Eine Tasse Gemüsebrühe kann in kleinen Schlucken getrunken werden. Das enthaltene Salz versorgt den Körper mit Natrium. Dafür einfach eine Tasse nach Packungsvorgabe zubereiten.
  • Zwieback
    Der Klassiker, wenn es um Durchfallerkrankungen geht ist Zwieback. Das doppelt gebackene Brot liegt nicht schwer im Magen, ist gut verdaulich und wirkt stopfend. Alternativ können Sie auch Weißbrot essen, jedoch ohne Belag.
  • Kartoffeln und Reis
    Kartoffeln enthalten viel Kalium und sind besonders bekömmlich. Achten Sie nur darauf, dass sie keine grünen Stellen enthalten, da dort die leicht gifitigen Inhaltsstoffe Chaconin und Solanin enthalten sind. Alternativ können Sie auch Reis kochen. Dieser bildet Schleimstoffe, die im Körper Wasser binden. Mit etwas Salz und gekochtem Gemüse wie Karotten oder Zucchini schmeckt er besonders gut. Meiden Sie hingegen Kohl, Hülsenfrüchte oder andere blähende Lebensmittel als Beilage.

Dont's bei Durchfall

Bei Durchfallerkrankungen gibt es auch ein paar Nahrungsmittel, auf die Sie lieber verzichten sollten. Sie reizen den Magen-Darm-Trakt zusätzlich und können erneute Beschwerden wie Krämpfe, Bauchschmerzen und Durchfall auslösen.

Milch und Milchprodukte
Bei Durchfall sind Milch und Milchprodukte erst einmal tabu, da sie oftmals viel Fett enthalten, welches sich negativ auf den gereizten Darm auswirkt. Auch können Bakterien oder Viren vorübergehend einen Laktasemangel hervorrufen, sodass der Milchzucker nicht mehr verdaulich ist und dadurch der Durchfall verstärkt wird.

Scharfe Speisen
Chilis und andere scharfe Gewürze reizen die Magenschleimhaut unnötig, weshalb auf Chili con carne und Arrabiata-Soße erst einmal verzichtet werden sollte.

Fettige Speisen
Wie auch Milchprodukte sollten fettige Speisen wie Fast Food und Gebäck gemieden werden, da das Fett die Verdauung nur zusätzlich belastet und neuen Durchfall auslösen kann.

Kaffee
Auch Kaffee sollte bei Durchfall gemieden werden. Er wirkt verdauungsanregend und erhöht das Volumen und die Frequenz des Stuhls. Das gleiche gilt auch für Alkohol.

Cola & Salzstangen
Es ist längst widerlegt, dass Cola und Salzstangen gegen Durchfall helfen. Cola enthält viel Zucker und kann den Wasserhaushalt ungünstig beeinflussen. Cola, welche mit Süßstoff versehen ist, kann die Darmaktivität anregen und ebenfalls Durchfall fördern. Salzstangen stoppen den Durchfall nicht, liefern aber einfache Kohlenhydrate, die stopfend wirken, sowie Salz, welches die Elektrolyte im Körper auffüllt.

Durchfall bei Reizdarm - was hilft?

Beim Reizdarmsyndrom tritt Durchfall häufig plötzlich und ohne Krankheitsgefühl, jedoch mit Bauchschmerzen und Krämpfen, auf. Der Stuhl ist sehr weich bis flüssig. Betroffene leiden unter dem immer wiederkehrenden Durchfall. 
Gegen akuten Reizdarm-Durchfall helfen Antidurchfallmittel, sogenannte Antidiarrhoika, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Diese sollten jedoch nur im äußersten Notfall genommen werden. Vorbeugend können Ballaststoffe wie Leinsamen oder Flohsamenscheln helfen. Sie binden Wasser und geben Schleimstoffe ab, wodurch die Magen-Darm-Bewegung angeregt. Das Stuhlvolumen vergrößert sich und gelangt leichter zum Ausgang. Auch ein regelmäßiger Verzehr von ballaststoffreichem Gemüse kann Durchfall vorbeugen. Reizdarm-Betroffene sollten verschiedene Lebensmittel ausprobieren, da dich manche besser und mache weniger gut für eine intakte Verdauung eignen.

Durchfall bei Baby und Kleinkind

  • Gleichen Sie in den ersten sechs Stunden den Flüssigkeits- und Salzverlust des Kindes aus. In Apotheke gibt es dafür Elektrolyt-Glukose-Mischungen im bereits richtigen Mischverhältnis. Für Kinder unter fünf Jahren sind selbstgemischte Lösungen nicht gedacht.
     
  • Füttern Sie die gewohnte Milchnahrung oder stillen Sie weiter. Sie können jedoch auch wasserbindende Lebensmittel wie geriebene Äpfel und zerdrückte Kartoffeln, Karotten und Bananen zufüttern. Bei Säuglingen kann zusätzlich in den ersten sechs Stunden eine Reisschleim-Elektrolytlösung oder Tee gegeben werden. Geeignete Teesorten sind Kamille, Pfefferminz oder Fenchel.
     
  • Decken Sie den Kalorien- und Nährstoffbedarf des Kindes vermehrt über Kohlenhydrate aus Reis, Kartoffeln und Obst. 

Medikamente bei Durchfall

Medikamente gegen Durchfall gibt es in der Apotheke rezeptfrei zu kaufen. Sie stoppen zwar den Durchfall, bekämpfen aber nicht die Ursachen. Fragen Sie deshalb Ihren Apotheker nach der genauen Anwendung des Präparats. Eines der wirksamsten Stoffe gegen Durchfall ist Loperamid. Er verlangsamt die Darmbewegung, sodass der Speisebrei länger im Darmtrakt bleibt. Wasser und Elektrolyte können dann besser vom Körper aufgenommen werden. Nehmen Sie das Medikament jedoch nicht länger oder höher dosiert als empfohlen ein! Im schlimmsten Fall kann es zu Verstopfungen und Darmverschluss kommen!

Generell sollten Sie Medikamente gegen Durchfall nur kurz und sparsam einsetzen, da gerade bei einer akuten Diarrhö ein Erreger oder Giftstoff aus dem Körper möchte. Wird dieser "Reinigungsprozess" unterdrückt, können die Krankheitserreger den Darm sogar schädigen. Manche bakterielle Erreger müssen zudem mit Antibiotika behandelt werden. Wird der Durchfall durch das Medikament gestoppt, wird die bakterielle Infektion häufig erst spät erkannt und es kommt zu neuen und stärkeren Beschwerden. Achten Sie deshalb auf Sigale wie Blut oder Schleim im Stuhl sowie hohes Fieber.

Durchfall effektiv vorbeugen

Wenn Sie häufiger mit Durchfall zu kämpfen haben, sollten Sie beim Arzt mögliche Erkrankungen, Intoleranzen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten abklären lassen. Fructose, Milchzucker, Alkohol, Koffein, Sorbit, Schärfe und Fett lösen häufig Durchfall aus. Überprüfen Sie mittels eines Tagebuches, was Sie gegessen haben und wie Ihr Körper darauf reagiert. Ein Ausschlussverfahren bringt oft Hinweise, weshalb der Durchfall ausgelöst wird. 

Ernährungsumstellung und Tipps zum Essverhalten
Nachdem Sie nun notiert haben, welche Lebensmittel oder Gewohnheiten bei Ihnen Durchfall auslösen, wissen Sie nun auch, was Sie meiden oder ersetzen sollten. Eine Ernährungsumstellung ist in diesem Fall der beste Weg, um Durchfall dauerhaft vorzubeugen. Achten Sie anschließend auch darauf, wie Sie essen. 

Ballaststoffe
Bei Ballaststoffen sollten Sie den Unterschied zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen kennen. Lösliche Ballaststoffe kommen in Obst und Gemüse, z.B. in den meisten Zitrusfrüchten. Sie binden Wasser und werden von den Darmbakterien weitestgehend abgebaut, was die Verdauung positiv beeinflusst.
Unlösliche Ballaststoffe stecken hingegen in Getreide und Hülsenfrüchten. Sie fördern die Darmbewegung und werden vom Darm nur teilweise abgebaut. Zum einen fördern sie dadurch die Darmbewegung und vergrößern das Stuhlvolumen, zum anderen können sie aber auch Durchfall auslösen. Gerade wenn der Körper noch nicht an die Ballaststoffmenge gewöhnt ist, kommt das häufig vor. In jedem Fall zählen Ballaststoffe aber zur Schonkost.

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