16. Juli 2021
Die besten Hausmittel gegen Allergien

Die besten Hausmittel gegen Allergien

Immer mehr Menschen leiden unter einer oder sogar mehreren Allergien, die sich durch Juckreiz, tränende Augen und andere Symptome äußern. Bevor Sie zu Medikamenten wie Antihistaminika greifen, gibt es eine Reihe Alternativen z. B. natürliche Hausmittel und Naturheilmittel, welche die Symptome einer Allergie eindämmen können.

Allergien sind nicht nur lästig, sie können unter Umständen sogar lebensbedrohlich sein. Verantwortlich für die Symptome einer Allergie sind die sogenannten Allergene. Darauf reagiert das körpereigene Hormon Histamin mit den typischen allergischen Symptomen:

  • Tränende, brennende und juckende Augen
  • Verstopften Nase
  • Ständiges Niesen
  • Kopfschmerzen
  • Magenschmerzen
  • Husten, Atembeschwerden
  • Juckreiz und Rötung der Haut
  • Hautausschlag und Quaddeln
Der Neurotransmitter stimuliert zum Beispiel die Nervenenden. Dadurch wird der unaufhörlich scheinende Juckreiz ausgelöst. Die Ausschüttung von Histamin kann im schlimmsten Fall sogar zu einem anaphylaktischen Schock (drastischer Abfall des Blutdrucks) führen. Allergische Reaktionen sollten deshalb mit natürlichen Hausmitteln eingedämmt und im schlimmen Allergiefall medizinisch behandelt werden.

Welche Allergien gibt es?

Bis auf den November und Dezember sind das ganze Jahr über Pollen unterwegs. Die häufigsten Allergien werden durch diese Pflanzen ausgelöst.

  • Erle
  • Haselnuss
  • Weide
  • Pappel
  • Hainbuche
  • Birke
  • Eiche
  • Esche
  • Buche
  • Kiefer
  • Gräser
  • Wegerich
  • Roggen
  • Brennnessel
  • Beifuß
  • Ambrosia
Da die Pollenbelastung immer unterschiedlich hoch ist, finden Sie hier den Pollenflugkalender zum Download >>

Hausmittel gegen Allergien bringen schnelle Linderung

Viele Allergiker können ihre Beschwerden aber auch mit natürlichen Hausmitteln lindern. Wir verraten Ihnen, welche Hausmitteln bei Beschwerden wie Heuschnupfen, gerötete und gereizte Haut und Juckreiz helfen.

Brennnessel

Eine wirksame Heilung wird der Brennnessel zugesprochen.
© MKucova/iStock
Eine wirksame Heilung wird der Brennnessel zugesprochen.

Vor allem durch Brennnesselblätter können sich allergische Reaktionen legen. Viele sehen diese Pflanze nur als Unkraut, dabei zählt sie schon seit Jahrhunderten zu den Heilpflanzen. Pflücken Sie ein paar Blätter und trocknen diese. Geben Sie nun einen Esslöffel der Blätter auf eine Tasse heißes Wasser. Täglich zwei Tassen dieses Tees genügen, um allergischen Reaktionen vorzubeugen und Symptome wie Juckreiz, laufende Nasen und gereizte Schleimhäute zu lindern.

Honig

Honig im Haushalt
© nitrub/iStock
Honig als Hausmittel hilft natürlich gegen Heuschnupfen.

Trinken Sie Ihren Brennnesseltee am besten mit einem Löffel Honig. Denn Honig wirkt entzündungshemmend. Doch er kann noch mehr. Er kann auch schmerzlindernd wirken. Zudem hilft er besonders gut gegen Heuschnupfen. Der Grund hierfür ist eine Reaktion des Immunsystems auf Gräser, und Pollen. Sehr häufig sind die Pollen der Ambrosia oder auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt, verantwortlich für starke Allergien wie Heuschnupfen und allergisches Asthma.

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Meersalz

Mit Meersalz schmeckt jedes Essen.
© Anna-Ok/iStock
Meersalz ist reich an Mineralstoffen und hilft unter anderem Hautreizungen.

Zur Behandlung von chronischem Juckreiz und Hautausschlägen kann auch eine Meersalzlösung als Badezusatz verwendet werden. Sie können dabei entweder auf Präparate aus der Drogerie zurückgreifen oder aber Sie stellen das Salzwasser selbst her.

Anwendung: Für ein Bad mit 80 bis 100 Litern Wasser (durchschnittliche Badewannen enthalten meist eine Menge von ca. 140 Liter) brauchen Sie ca. 1 kg Meersalz.

Auch eine Nasenspülung mit Meersalz sorgt für die schnelle Hilfe. Die Nasenschleimhäute schwellen ab und Sie können wieder besser durchatmen.

Eukalyptusöl

Eukalyptus-Badesalz selber machen
© Olgaorly/iStock
Eukalyptusöl hilft bei gereizten Atemwegen und Nasenschleimhäuten.

Eukalyptusöl kann Ihnen dabei helfen, die Allergie in den Griff zu bekommen. Es kann auf unterschiedliche Weise angewendet werden.

Mit Pfefferminzöl gemischt (Verhältnis 2:1) und ins Badewasser gegeben, kann das Öl Beschwerden Glieder- und Kopfschmerzen und gereizte Atemwege lindern, da das Öl vom Körper über die Haut aufgenommen wird.

Auch kann es bei einer Pollenallergie oder Heuschnupfen helfen. Dafür geben Sie einen Tropfen Eukalyptusöl in etwas Speiseöl. Mithilfe eines Q-Tips können Sie Ihre Nase für einige Minuten von innen damit einreiben, um einen freien Atem zu garantieren.

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Apfelessig

© YelenaYemchuk / iStock
Apfelessig als Hausmittel ist ein Alleskönner – verdünnt lindert er die Allergie-Symptome.

Seit jeher hat sich der Apfelessig mit seiner entzündungshemmenden Wirkung als Hausmittel gegen Schnupfen, Juckreiz, Kopfschmerzen und vieles mehr bewährt. Auch bei allergischen Reaktionen hilft das Wundermittel auf natürliche Weise. Und zwar reguliert der Apfelessig den angestiegenen pH-Wert im Körper und lindert daher die Allergie-Symptome. Geben Sie ein Esslöffel Essig in ein Glas Wasser und verdünnen das Ganze mit einem Spritzer Zitronensaft und Honig. Bei starken Beschwerden lohnt es sich, die Apfelessig-Mischung dreimal täglich zu trinken – bald schon müssten Sie eine Verbesserung feststellen.
Wichtig: Essig niemals pur trinken, da die Säure den Rachen verätzen und den Zahnschmelz angreifen kann.

Ingwer & Kurkuma

Nervennahrung Ingwer
© canyonos/iStock
Die Ingwerknolle hemmt die Histaminausschüttung.

Ebenfalls ein Hausmittel gegen Allergien ist Ingwer. Bereiten Sie einen Tee aus gehacktem Ingwer zu. Dies lindert die Symptome der Allergie und bremst aufgrund der enthaltenen Antioxidantien die Histaminausschüttung. Je weniger Histamin ausgeschüttet wird, desto weniger stark sind die Allergiesymptome. Gleichzeitig stärkt Ingwer die Abwehrkräfte und unterstützt so das gestresste Immunsystem. Zudem wirkt die Knolle entzündungshemmend und ist reich an Vitamin C.

Zur Familie des Ingwer gehört auch Kurkuma. Dieser Knolle wird ebenfalls eine heilende Wirkung nachgesagt. Außerdem stärkt Kurkuma die Abwehrkräfte gegen Erkältungen.

Ballonrebe

Ballonrebe
© Adobestock / photoraidz
Bei gereizter Haut sollten Sie Cremes mit Ballonrebe verwenden.

Besonders gut gegen juckende Hautausschläge wirkt die, in subtropischen Gebieten beheimatete, Ballonrebe. Sie wird daher sehr häufig in Cremes gegen Neurodermitis und anderen Hautkrankheiten verarbeitet.

Pestwurz

Pestwurz
© Panthermedia
Pestwurz gilt als Heilpflanze, die Heuschnupfen lindert.

Die Pestwurz stärkte bereits, wie der Name es verrät, die Abwehrkräfte Pestkranker. Heutzutage hilft sie vor allem gegen Asthma, indem sie die Verkrampfung der Atemwege löst. Außerdem wird die Pflanze erfolgreich gegen Heuschnupfen verwendet. Die Inhaltsstoffe fördern die Produktion von körpereigenen Abwehrstoffen gegen Entzündungen. Kurz gesagt: Die Pestwurz befreit die Atemwege.

Augentrostkraut

Augentrostkraut
© iStock / Tinieder
Bei gereizten und entzündeten Augen hilft Augentrostkraut.

Das Augentrostkraut verdankt seinen Namen ebenfalls der Wirkung. Wenn sich Ihre Augen während der Pollensaison entzünden, können Sie einen Tee zur inneren und äußeren Anwendung kochen. Den Tee können Sie sofort trinken oder noch etwas abkühlen lassen. Unser Tipp: Nehmen Sie ein Wattepad, tupfen damit in den Tee und legen es euch für einige Minuten auf Ihre Augen. Eine Linderung kann auf diese Weise herbeigeführt werden.

Zinnkraut

Zinnkraut
© Fotolia / Heike Rau
Zinnkraut ist ein effektives Hausmittel bei Hautausschlag.

Gegen Hautausschläge am Körper wirkt auch Zinnkraut. Er sorgt für die Reinigung der Poren, was bei Ekzemen, die durch die Allergie verursacht wurden, positiv ausfällt.

Fenchel- und Dillöl

Fenchel, Fenchelsamen und Fenchelöl
© pilipphoto / Adobestock
Geben Sie Fenchelöl in ein Dampfbad, um Atemwegsbeschwerden zu behandeln.

Statt Meersalz oder Eukalyptusöl können Sie Fenchel- oder Dillöl inhalieren. Da die Öle stark konzentriert sind, reichen oft schon wenige Tropfen, die in eine Schüssel mit einem Dampfbad gegeben werden. Halten Sie Ihr Gesicht über die Schüssel oder den Topf und decken Sie den Kopf mit einem Handtuch ab. Nun die Dämpfe einatmen. Das Öl beruhigt die Bronchien und bessert somit Allergiebeschwerden.

Feuchter Waschlappen

Handtücher gestapelt
© Schlierner / Adobestock
Ein kühler, nasser Waschlappen tut bei geröteten Augen gut.

Legen Sie sich einen kalten und feuchten Waschlappen auf die Augen. Durch die angenehme Kälte gehen Schwellungen zurück und Juckreiz wird gelindert. Nutzen Sie jedoch keine Kühlpacks. Diese sind für den Augen- und Gesichtsbereich zu kalt.

Naturjoghurt

© iStock
Joghurt ist ein toller Tipp gegen Allergien.

Auch Naturjoghurt ist ein bewährtes Hausmittel, das gegen Allergien hilft. Die darin enthaltenen Bakterien regen die Produktion des körpereigenen Proteins Interferon an, das das Immunsystem dabei unterstützt gegen die Allergie anzukämpfen.

Koriander

Koriander
© Pexels/Bridgette Lynn
Koriander hilft als Hausmittel bei geröteter und gereizter Haut.

Wer mit Allergie-Symptomen zu kämpfen hat, kann auch auf Koriander zurückgreifen. Die Pflanze schmeckt nicht nur als Gewürz in asiatischen Gerichten gut, sondern kann auch bei einer Allergie helfen. Sie können Koriander als Saft aus der Apotheke einnehmen (täglich einen Löffel) oder die zerriebene Pflanze auf juckende oder brennende Hautstellen auftragen.

Rote Zwiebel

rote Zwiebeln
© Paul Magdas/Unsplash
Rote Zwiebeln sind gut gegen allergische Reaktionen.

Wer unter Allergie-Beschweren leidet, bei dem sollten auch rote Zwiebeln auf dem Speiseplan stehen. Da das enthaltene Quercetin die Ausschüttung von Histamin blockiert, kann der Verzehr von einer roten Zwiebel täglich gegen Symptome bei allergischen Reaktionen helfen.

Allergie oder Erkältung?

Da die Symptome einer Allergie auch mit denen einer Erkältung übereinstimmen, sind viele Menschen, besonders im Frühjahr, verunsichert, ob sie nun krank werden oder an einer Allergie leiden. So unterscheiden Sie einen allergischen Schnupfen von einer Erkältung:

  1. Zeitliche Begrenzung: Ein allergischer Schnupfen beginnt meist im Frühling oder Sommer. Im Herbst und Winter ist meist mit einer Erkältung zu rechnen.
  2. Anfänge des Schnupfens: Setzt der Schnupfen eher plötzlich ein, handelt es sich meistens um eine allergische Reaktion. Eine Erkältung macht sich vorerst mit Kopfschmerzen und Kratzen im Hals bemerkbar.
  3. Die Symptome sind tagesformabhängig: Bei einer Hausstauballergie sind die Symptome z. B. morgens schlimmer als abends, bei Pollenallergikern hingegen sind die Symptome schlimmer, wenn sie draußen waren.
  4. Beschaffenheit des Sekrets: Bei einer Allergie ist das Nasensekret eher wässrig oder zäh und durchsichtig. Bei einer Erkältung hingegen ist es eher grünlich-gelb.
  5. Zusätzliche Symptome: Juckreiz in Augen, Nase und Rachen, sowie exzessives Niesen deuten eher auf eine Allergie hin. Auch gerötete und gereizte Gesichtshaut sind Anzeichen einer Allergie. Kommen zum Schnupfen jedoch Fieber oder Schüttelfrost, deutet das eher auf eine Erkältung oder gar Grippe hin.

Allergien diagnostizieren und behandeln

Klassische Allergieformen wie Heuschnupfen, Pollenallergie und Hausstauballergie sind recht einfach zu diagnostizieren. Meist werden sie mittels eines Spritztests auf dem Arm beim Hautarzt bestimmt. Ist die Allergie diagnostiziert und das verantwortliche Allergen zweifelsfrei bestimmt, werden den Patienten Antihistaminika, meist in Form von Tabletten verschrieben. Bei Heuschnupfen sollte die Allergie immer mit Medikamenten behandelt werden, da die Allergene im Körper eine Entzündungsreaktion auslösen, wodurch es zu Gewebeschäden kommen kann. Auch kann sich daraus allergisches Asthma entwickeln. Doch Achtung bei Hausmitteln: Zwar hilft Kamille gegen Magen-Darm-Probleme, kann aber Allergiesymptome verschlimmern. Wichtig ist, dass gegen die Hausmittel keine Allergie besteht, da sie sonst Nebenwirkungen wie Ausschlag oder Juckreiz mit sich bringen können.

Heuschnupfen vorbeugen

Besonders bei stark leidenden Patienten empfiehlt sich eine Art Impfung mit den allergieauslösenden Pollen, die sogenannte Hyposensibilisierung. Gerade bei Heuschnupfen hat sich eine ganzjährige Immuntherapie über drei bis fünf Jahre bewährt. Dabei spritzt der Arzt in regelmäßigen Abständen kleine Mengen des Allergieauslösers unter die Haut. Das Abwehrsystem gewöhnt sich an ihn und spielt bei einem erneuten Kontakt nicht mehr verrückt – die Allergieschübe bleiben aus. Wer auf Graspollen allergisch reagiert, sollte vier Monate vor und während der Saison täglich Tabletten mit Wiesenlieschgras-Pollen einnehmen.

Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung während der Allergie-Saison:

  • Pollengitter für Fenster und Balkontüren
  • Pollenfilter für die Klimaanlage im Auto
  • Wohnung immer nur kurz lüften, vorzugsweise am Morgen, wenn der Pollenflug am schwächsten ist. Vermeiden Sie es, das Fenster nachts offenzulassen.
  • Täglich über den aktuellen Pollenflug informieren
  • Regelmäßiges Wechseln der Bettwäsche und Handtücher
  • Häufige Haarwäsche, vorzugsweise abends
  • Bei starken Allergien einen Luftreiniger im Raum aufstellen, der Pollen und andere Allergene aus der Umgebungsluft entfernt.
  • Urlaub in pollenarmen Regionen machen (z.B. auf Inseln, Mittelmeerraum, kanarische Inseln oder in den Bergen über 2000 Meter Höhe)

Wer leidet häufiger unter Allergien?
Zwischen 2008 und 2011 hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in einer Studie die Zahlen für Allergiker und Allergikerinnen in Deutschland erhoben. Mit dem Ergebnis stellte sich heraus, dass knapp ein Drittel der Menschen zwischen 18 und 79 Jahren an einer ärztlich festgestellten Allergie leiden. Damit ist im Vergleich zum letzten Jahrzehnt die Anzahl der Allergiker um das Zwanzigfache gewachsen. Am häufigsten kommt Heuschnupfen vor. Bei rund 15 Prozent der Erwachsenen wird im Laufe Ihres Lebens Heuschnupfen diagnostiziert. Frauen leiden darunter häufiger (16,5 Prozent) als Männer (13 Prozent). Auch Kinder (9 Prozent) sind betroffen.

Video: Bei Pollenflug – Tipps und Hausmittel gegen Heuschnupfen

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