Sonnenbrand vermeiden 13 Fragen zum Thema Sonnenschutz

Wir genießen ihre Wärme und wissen trotzdem: Die Sonne hat auch ihre Schattenseiten – ganz besonders für die Gesundheit unserer Haut. Denn die Strahlung lässt sie schneller altern und jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko. – ganz besonders für die Gesundheit unserer Haut.

Sonnenbrand vermeiden

1. Warum kann uns die Sonne gefährlich werden?

Die Sonne schickt elektromagnetische Strahlen auf die Erde. Diese bestehen aus UV-Strahlen, sichtbarem Licht und Infrarotlicht (IR-A), das wir als Wärme empfinden. „Die kurzwelligen UV-B-Strahlen dringen in die Oberhaut ein und erhöhen durch Schädigung der Zellkerne das Hautkrebsrisiko“, sagt Dr. Claas Ulrich, Oberarzt an der Hautklinik der Berliner Charité. Die langwelligeren UV-A- Strahlen dringen tiefer in die Haut ein. „Sie können auch Hautkrebs auslösen, begünstigen aber vor allem Sonnenallergien und die Hautalterung.“ Das Infrarotlicht verstärkt die Bildung von Alters-Pigmentflecken. Hinweise, dass IR-A auch krebsauslösend sein könnte, werden derzeit sehr kontrovers diskutiert, sagt Dr. Ulrich.

2. Spielen Tageszeit und Ort eine Rolle?

Für eine Siesta, die lange Mittagspause in den Mittelmeerländern, gibt es gute Gründe, denn in der Zeit zwischen 11 und 16 Uhr erreicht die Sonne ihren Höchststand und schickt rund 50 Prozent ihrer UV-Tagesdosis auf die Erde. In Spanien ist der Sonnenhöchststand um ca. 14:30 Uhr erreicht, in Deutschland gegen 13 Uhr. Selbst Wolken ändern daran nichts, denn bei teilweiser Bewölkung können sich die Sonnenstrahlen stärker streuen und die UV-Strahlung verstärken. In den Bergen und am Meer ist besondere Vorsicht geboten: Ab 1000 Metern Höhe legt die UV-Strahlung um 10 bis 15 Prozent zu und die Wasseroberfläche spiegelt die Strahlung.

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3. Wozu raten Hautärzte?

Zur Prävention von Hautkrebs raten Ärzte zu einem dreistufigen Modell: Sonnenschutzpflege, Bekleidung und die Vermeidung von starker UV-Strahlung. Das heißt zum Beispiel: Sport und andere Freizeitaktivitäten möglichst in die Morgen- oder Abendstunden verlegen und den Körper mit Bekleidung schützen. Je dichter Textilien gewebt sind, desto höher der UV- Schutz. Für Sport oder andere Outdoor-Aktivitäten gibt es spezielle UV-Schutzkleidung. „Auch eine Kopfbedeckung ist wichtig“, betont Dr. Ulrich. Besonders bei dünnem Haar kommt es sonst schnell zu einem Sonnenbrand auf der Kopfhaut.

4. Wie bekomme ich genügend Vitamin-D?

Sonnenschutz ist wichtig, doch die Haut benötigt UV-B-Strahlen, um Vitamin D zu produzieren. Es gibt Hinweise darauf, dass wir auch mit Sonnencreme noch ausreichend Strahlung dafür aufnehmen können. Prof. Jörg Reichrath, Stellvertretender Klinikdirektor der Hautklinik am Universitätsklinikum des Saarlandes, rät zu maßvollem Sonnetanken. Dafür zwei- bis dreimal wöchentlich Gesicht, Hände und Arme ohne Sonnencreme ans Licht lassen, und zwar passend zum Hauttyp in der halben Eigenschutzzeit (z. B. bei Typ 1 für ca. 5 bis 10 Minuten). Prof. Reichrath gibt zu bedenken: „An sonnenintensiven Tagen erreichen wir diese Zeit oft schon nebenbei, zum Beispiel beim Weg zum Einkaufen. An den wesentlich häufigeren weniger sonnenreichen Tagen in unserem Alltag aber eher nicht.“

5. Kann ich meine Haut auf die Sonne vorbereiten?

Nur ein bisschen. Sinnvoll ist ein sonnensmartes Verhalten: Wiederholte kurze Aufenthalte in der Sonne, und zwar immer nur so lange, dass keine Rötung der Haut auftritt. Dr. Ulrich rät außerdem dazu, die Haut von innen mit einer vitaminreichen Mittelmeerkost strapazierfähiger zu machen. „Tomaten und Paprika liefern viele hautschützende Antioxidantien.“ Auch grüner Tee hilft, die Eigenschutzzeit der Haut gegenüber UV-Strahlung zu verbessern. Ein Ersatz für schützende Bekleidung und Sonnencreme kann Ernährung aber keinesfalls sein!

6. Wie wirken Sonnencremes?

Sonnencremes enthalten Filter, die die UV-Strahlung blocken und/oder absorbieren. Mineralische Filter legen sich wie kleine Spiegel auf die Haut und reflektieren die Strahlung. Sie wirken, sobald sie aufgetragen sind. Chemische Filter brauchen meistens etwas Vorlaufzeit. Sie dringen in die Haut ein und absorbieren die UV-Strahlung. In vielen Produkten werden mineralische und chemische Filtermethoden miteinander kombiniert. Wer einen rein mineralischen Schutz haben möchte, greift zu zertifizierter Naturkosmetik oder zu Produkten mit dem Hinweis „100 % mineralischer Lichtschutz“.

7. Gibt es neue Entwicklungen?

Kosmetikhersteller verbessern ständig ihre Rezepturen, um Sonnenschutzprodukte noch hautfreundlicher zu machen, zum Beispiel mit besonders leichten Gelformulierungen, die nicht auf der Haut kleben, und dem Verzicht auf Inhaltsstoffe, die die Haut irritieren können. Viele Produkte enthalten eine leichte Tönung oder einen Bräunungs-Activator und sorgen für einen sonnigen Strahle-Effekt. Eine zuverlässige Kombipflege aus Mücken- und UV-Schutz schützt jetzt zweifach Ihre Haut. Hersteller von Produkten mit rein mineralischem Filter haben neue Verfahren entwickelt, damit die Schutzschicht auf der Haut kaum noch weiß wirkt, zum Beispiel durch eine transparente Beschichtung der Mineralien.

Weitere Fragen und Tipps findet ihr auf der nächsten Seite.

 

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