16. September 2021
Häufiger Harndrang: Anzeichen für Krankheiten

Häufiger Harndrang kann ein Anzeichen für diese Krankheiten sein

Trinken ist gesund und wer viel Wasser, Tee oder Kaffee trinkt, muss auch häufig auf die Toilette. Ab wann jedoch ständiger Harndrang ein Grund zur Sorge ist und welche Krankheiten dahinterstecken können, verraten wir Ihnen.

Wer tagsüber viel trinkt, muss natürlich auch oft aufs Klo. Wenn Sie jedoch deutlich häufiger als zehnmal pro Tag das stille Örtchen aufsuchen müssen, könnte eine Erkrankung dahinter stecken. Bei den folgenden Leiden tritt üblicherweise verstärkter Harndrang mit häufigem Wasserlassen auf.

Häufiger Harndrang: Mögliches Anzeichen für diese Krankheiten

Reizblase

Der naheliegendste Grund für häufiges Wasserlassen ist die sogenannte Reizblase. In Deutschland leiden etwa 13 Millionen Menschen unter dem Phänomen, bei dem man mehr als zehnmal pro Tag urinieren muss. Dies kann entweder an der Harnblase selbst liegen, wenn diese durch einen Blasenstein oder Blasentumor beeinträchtigt ist. Oder der Blasenmuskel zieht sich häufig plötzlich krampfartig zusammen, was infolge einer Operation oder bei Inkontinenz der Fall sein kann. Die genaue Ursache kann Ihr Arzt mittels Ultraschall oder Blasenspiegelung ermitteln.

Tipp: Sowohl bei Reizblase als auch bei Blasenschwäche kann ein gezieltes Beckenbodentraining mit Kräftigungs- und Entspannungsübungen helfen, die Symptome in den Griff zu bekommen. Holen Sie sich Hilfe aus der Literatur, z.B. mit dem „Beckenbodentraining für Frauen: dein Beckenbodenratgeber“ von Petra Moench für ca. 12 Euro.

Blasenentzündungen

Vor allem Frauen erleiden aufgrund des kürzeren Harntrakts häufiger eine Blasenentzündung. Diese Form des Harnwegsinfekts macht sich sowohl durch ständigen Harndrang, als auch durch brennende Schmerzen beim Wasserlassen bemerkbar. Mittels Urinprobe kann Ihr Hausarzt den Infekt leicht diagnostizieren und im Falle einer bakteriellen Infektion schnell mit Antibiotika Abhilfe schaffen.

Vergrößerte Prostata

Bei Männern hingegen ist die sogenannte Prostatahyperplasie etwa ab dem 50. Lebensjahr für häufigen Harndrang verantwortlich. Eine gutartige Prostatavergrößerung ist zwar gesundheitlich nicht so bedenklich wie ein bösartiger Tumor, kann jedoch den Harntrakt verengen und dadurch den Harnfluss erschweren. Dadurch kann der Betroffene seine Blase nicht vollständig entleeren, Restharn verbleibt in der Blase und führt zu erneutem Harndrang innerhalb kurzer Zeit. Mit Medikamenten oder gegebenenfalls einer Operation kann das Problem behoben werden.

Diabetes

Auch Diabetes kann zu starkem Durst und häufigem Wasserlassen führen, wenn der Blutzuckerspiegel nicht gut eingestellt ist oder entgleist. Ebenso kann eine Sonderform der Zuckerkrankheit – Diabetes insipidus genannt – die Produktion bestimmter Hormone unterbinden, die die Urinausscheidung kontrollieren. In Extremfällen kann es dabei zu einer Wasserausscheidung von bis zu 20 Liter pro Tag kommen, weswegen eine medikamentöse Behandlung notwendig ist.

Video: „Konfirmandenblase“ – Tipps gegen häufigen Harndrang

Nierenerkrankungen

Da die Niere die entscheidende Rolle in der Regulierung unseres Wasserhaushalts und der Produktion von Urin spielt, führen Erkrankungen des Organs häufig zu unkontrollierbarem Harndrang und häufigem Wasserlassen. So können beispielsweise Nierensteine zu heftigen, krampfartigen Schmerzen (Nierenkolik) führen und zu vermehrtem Harndrang sowie Blut im Urin führen, wenn sie den Harnleiter entlang wandern. Ebenso kann eine Entzündung der Niere (Nephritis) oder chronisches Nierenversagen den übermäßigen Harndrang verursachen.

Tipp: Menschen mit einem Nierenleiden müssen streng auf ihre Ernährung achten und zum Beispiel die Eiweißzufuhr stark einschränken. Glücklicherweise gibt es Kochbücher, die genau darauf ausgerichtet sind, z.B. „Köstlich essen Nierenerkrankungen: Über 120 Rezepte, die die Nieren entlasten“ von Barbara Börsteken für ca. 25 Euro.

Schilddrüsenüberfunktion

Während eine Schilddrüsenunterfunktion den Stoffwechsel verlangsamt, bewirkt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) das Gegenteil: Der Körper produziert übermäßig große Mengen an Schilddrüsenhormonen, welche den Stoffwechsel antreiben und neben ungewolltem Gewichtsverlust, Schlafstörungen sowie starker Schweißbildung auch ein erhöhtes Durstgefühl auslösen können. Diese sogenannte Polydipsie führt dazu, dass Betroffene sehr viel trinken und dementsprechend auch übermäßig häufig Wasser lassen müssen. Um eine Schilddrüsenerkrankung zu diagnostizieren oder auszuschließen, ist ein Bluttest notwendig, um die Konzentration der Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut zu messen.

Quellen: msdmanuals.com, tk.de, leading-medicine-guide.de

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