12. Februar 2021
Erektionsstörung: Ursachen, Hausmittel und Behandlung

Potenzprobleme: Ursachen und Behandlung von Erektionsstörungen

Tote Hose – der Albtraum aller Männer. Potenzprobleme bedrohen das Selbstwertgefühl der Betroffenen und führen zu einem hohen Leidensdruck. Wir zeigen Ihnen, welche Ursachen Erektionsstörungen haben können und welche Hausmittel und Behandlungsmöglichkeiten dagegen helfen.

Erektionsstörung, Potenzproblem oder Libidoverlust?

Zwischen diesen drei Beschwerden muss differenziert werden. So gibt es zahlreiche Unterschiede hinsichtlich Ursachen und Symptomen. Unter Potenz versteht man einerseits die sexuelle Leistungsfähigkeit – und damit die Erektionsfähigkeit – andererseits aber auch die Fruchtbarkeit eines Mannes. Die Fruchtbarkeit hängt von der Qualität der Spermien ab, welche durch genetische Faktoren und den Lebensstil beeinflusst wird. Die Fruchtbarkeit selbst hat keine direkten Auswirkungen auf die Erektionsfähigkeit des Gliedes.

Eine Erektionsstörung – auch erektile Dysfunktion genannt – bedeutet, dass der Penis gar nicht steif wird oder beim Sex nicht ausreichend lange im steifen Zustand bleibt, um penetrativen Sex zu haben. Diese Störung kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben und sowohl mithilfe von Medikamenten, als auch einem Wandel des Lebensstils oder einer Psychotherapie behandelt werden.

Als Libido wird die Lust auf Sex bezeichnet, also sowohl das körperliche als auch psychische Verlangen nach sexueller Aktivität. Eine niedrige Libido oder gar ein Libidoverlust kann sich auch auf die Erektionsfähigkeit auswirken, hat jedoch meist andere Ursachen.

Wie entsteht eine Erektion überhaupt?

Wenn Männer erotische oder sexuelle Reize erfahren, sendet das Gehirn über die Nervenbahnen ein Signal an die Blutgefäße im Penis. Die Muskeln in den dortigen Adern erschlaffen, die Gefäße weiten sich und ermöglichen somit einen vermehrten Blutfluss in den Schwellkörper. Dadurch wird der Penis steif. Damit er steif bleibt, wird der Blutabfluss gleichzeitig gebremst. Sind einer oder mehrere Mechanismen in diesem Ablauf gestört, kann es zur erektilen Dysfunktion kommen. Diese kann zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben.

Körperliche Ursachen erektiler Dysfunktion

Häufig ist eine erektile Dysfunktion auf mehrere Ursachen zurückzuführen und sollte unbedingt bei einem Hausarzt oder Urologen untersucht werden. Folgende körperliche Faktoren gehören zu den möglichen Ursachen:

  • Testosteronmangel: Die Testosteronausschüttung nimmt natürlicherweise mit dem Alter ab, kann jedoch auch in jungen Jahren durch genetische Faktoren oder Stress verringert sein.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erektionsstörungen können ein erster Hinweis auf eine koronare Herzerkrankung (KHK) sein, da die kleinsten Blutgefäße, welche im Penis liegen, zuerst betroffen sind. Daher sollte eine mangelnde Erektionsfähigkeit immer Ernst genommen und ärztlich untersucht werden.
  • Zigaretten: Führen zur Vasokonstriktion – dem Zusammenziehen der Gefäße. Die verminderte Durchblutung wirkt sich negativ auf die Erektionsfähigkeit aus.
  • Diabetes
  • Nervenstörungen
  • Medikamente
  • Alkohol
  • Übergewicht (v.a. Bauchfett)
  • Bewegungsmangel

Psychische Ursachen erektiler Dysfunktion

  • Stress: Vor allem chronischer Stress, z.B. durch die Arbeit oder Beziehungsprobleme, führt zur dauerhaften Ausschüttung von Stresshormonen. Diese aktivieren das sympathische Nervensystem, welches einer Erektion entgegenwirkt. 
  • Leistungsdruck: Hierzu zählt auch selbst gemachter Leistungsdruck, wenn der Mann beim Sex sich selbst und die Partnerin nicht enttäuschen möchte.
  • Pornografie: Der Konsum pornografischer Videos kann unrealistische Erwartungen wecken und die Reizschwelle erhöhen, sodass "echter" Sex nicht die gleiche Erregung auslöst.

Behandlung bei Potenzproblemen

  • Medikamente: Viagra ist den meisten Menschen ein Begriff. Es zählt, wie die meisten bei erektiler Dysfunktion eingesetzten Medikamente, zu den PDE-5-Inhibitoren. Diese unterstützen die Erektion bei vorhandener Erregung.
  • Injektionen: Die intravenöse Injektion von Wirkstoffen direkt in den Schwellkörper erzielt eine direkte und starke Wirkung.
  • Vakuumpumpen
  • Psychotherapie
  • Ernährung (s.u.)
  • Sportliche Betätigung (s.u.)

Hausmittel gegen Erektionsstörungen

Diese Hausmittel und Methoden können unterstützend zur ärztlichen Therapie angewandt werden. Besprechen Sie jedoch alle Maßnahmen mit Ihrem Arzt und beschließen Sie gemeinsam ein ganzheitliches Konzept.

  • Lebensmittel mit L-Arginin: Die Aminosäure L-Arginin enthält große Mengen Stickstoff, welcher die Gefäße erweitert und damit die Durchblutung fördert. Besonders große Mengen L-Arginin finden Sie in Kürbiskernen, Linsen, Erdnüssen, Mandeln, Rindfleisch, Thunfisch und Huhn.
  • Lebensmittel mit sekundären Pflanzenstoffen: Eine generell abwechslungsreiche und pflanzenbetonte Kost ist zu empfehlen. Essen Sie alle Farben des Regenbogens und greifen Sie vermehrt zu Blaubeeren, Tomaten und Rotkohl.
  • Beckenbodentraining
  • Muskelaufbau: Der Aufbau von Muskulatur führt zur vermehrten Testosteronausschüttung.
  • Moderater Ausdauersport
  • Kommunikation: Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner möglichst offen über die Erektionsstörung und versuchen Sie sich möglichst keinen Druck zu machen.

Video: Urologe mit Tipps gegen Erektionsprobleme

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