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Wintersport Skifahren für Wiedereinsteiger

Auf die Piste, fertig, los – klappt das noch, wenn ich jahrelang nicht Ski gelaufen bin? VITAL-Mitarbeiterin Christiane Bloch meldete sich zu einem Kurs für Wiedereinsteiger an.

Christiane Bloch

Zweifellos, ich bin die Größte: Die anderen Skifahrer messen so etwa einen Meter und sind um die vier Jahre alt. Im Gegensatz zu mir überragen sie kaum die bunten Plastikpferdchen, die jemand neben dem kurzen Tellerlift zum Drumherumfahren aufgebaut hat. Mir egal. Hauptsache, nicht gleich auf eine richtige Piste, obwohl die breiten Hänge des Pitztaler Gletschers rufen: „Los, komm!“ Vor allem der Gipfel des Hinteren Brunnenkogels macht sich lautstark bemerkbar: „Ich bin mit 3440 Metern der Berg mit dem höchstgelegenen Café in Österreich. Super Aussicht! Tolle Abfahrt!

Skifahren verlernt man nicht

Steig in die Gondel …“ Nein! Der Schutzengel an meiner Seite hat dafür Verständnis. Er heißt Michael Walser, ist mit 40 Jahren elf Jahre jünger als ich und zwei Tage lang mein Skilehrer für den Wiedereinstieg. Als solcher findet er die richtigen Worte: „Bloß keinen Stress. Erst mal langsam. Pausen machst du, wann du willst. Wir sind hier mit der Gletscherbahn schon auf 2840 Meter hinaufgefahren, dein Körper muss sich ein bisschen an die Höhe gewöhnen.“ Und an das Gefühl, nach zehn Jahren wieder auf den Brettern zu stehen. Keine Angst, Skifahren ist wie Schwimmen oder Radeln, das verlernt man nicht.

So hatte ein anderer Mann gestern meinem klopfenden Herzen Mut gemacht: Reinhold Huter führt unten im Tal in Mandarfen ein Sportgeschäft, gleich neben dem Verwöhnhotel, in dem ich wohne. Er hatte mich bei der Ausleihe der Ausrüstung beraten: „Wie gut bist du denn mal gefahren?“ – „Mittel gut, überall runtergekommen.“ – „Okay, dann ist ein Allround-Carving-Ski für dich das Beste. Der ist nicht zu behäbig und nicht zu anspruchsvoll“, erklärte mir der Mittsechziger. „Größe, Gewicht, Alter?“ Nach einer halben Stunde war meine Ausrüstung perfekt und Reinhold Huter sicher: „Das wird wieder, vertrau meiner Erfahrung.“

Ski-Heil

Jetzt bete ich: „Lieber Gott, bring mich um die Kurven.“ Im Schneepflug funktioniert’s, Stemmbogen geht auch. Großes Lob von Michael, der mir nach der dritten Abfahrt am Babylift etwas über Technik erzählt: „Man merkt, dass du mal ganz gut gelaufen bist. Aber früher hat man das Skifahren anders gelernt. Den Stemmbogen zum Beispiel lehren wir heute gar nicht mehr. Da stieß man sich in der Kurve mit einem Bein ab, hob den einen Ski quasi herum und zog das Bein danach möglichst eng wieder an den anderen Ski heran. Das war, bevor es die taillierten Carving Ski gab. Die im Prinzip die Kurven allein fahren.“

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