[Alt-Text]

Haut Die Wahrheit über Gesichtsreinigung

„So sauber wie nötig, so sanft wie möglich“ heißt das Reinheitsgebot. Aber welche Saubermacher für die zarte Gesichtshaut sind denn nun die besten? 13 Mythen rund um ein schäumendes Thema.

Gesichtsreinigung

1. Gel, Milch, Öl oder Schaum – das ist doch völlig egal 

STIMMT NICHT „Reinigungsprodukte sollten zum aktuellen Zustand der Haut passen“, rät der Münchener Facharzt für Dermatologie Dr. Timm Golüke. Ölfreie Reinigungsgele oder zarte Mousse (ein Fluid, das durch Pumpen einen luftigen Schaum bildet) hinterlassen z.B. keinen cremigen Film auf der Haut – und erzeugen deshalb sogar bei öligem Teint ein subjektiv sauberes Gefühl. Schäumende Saubermacher mit feuchtigkeitsspendenden Substanzen gibt es zwar auch für den trockenen Hauttyp. Der fühlt sich jedoch meist mit rückfettenden Produkten (z.B. Reinigungsmilch oder -öl) am wohlsten. Damit kommt oft auch die empfindliche und reifere Haut gut klar.
Tipp: reichhaltige Reiniger abends verwenden, morgens oder vor dem Schminken ein leichteres Produkt nehmen.

Produkte z.B. „Pure & Natural Reinigungslotion“ von Nivea Visage, 200 ml ca. 5 Euro; „Skin Therapy Detoxi fying Cleansing Foam“ von Lancaster, 150 ml ca. 15 Euro

2. Fürs Gesicht bloß keine Seife benutzen 

STIMMT Eigentlich logisch: Wir können nicht erwarten, dass etwas, was die Füsse blitzblank macht, auch der feinen Gesichtshaut guttut. Fest steht: Klassische Seife trocknet die Haut aus und bringt den Säureschutzmantel durch einen hohen pH-Wert aus der Balance. Wer auf sein Stück Seife nicht verzichten will, nimmt fürs Gesicht besser spezielle Waschstücke aus synthetischen Tensiden („Syndets“). Sie sind auf den pH-Wert der Haut abgestimmt und enthalten sogar wertvolle Pflegestoffe.
Übrigens eine sanfte Reinigung auch für das anspruchsvolle Dekolleté und den Hals!

Produkte z.B. „Atoderm Pain“, rückfettendes Syndet mit feuchtigkeitsspendendem Glycerin und Sheabutter von Bioderma**, 150 g ca. 5 Euro; „A-Derma Dermatologisches Syndet“ mit Hafermilch für Gesicht und Körper von Pierre Fabre**, 100 g ca. 5 Euro

3. Je mehr es schäumt, desto sauberer wird die Haut 

STIMMT NICHT Faustregel: Je üppiger der Schaum, desto mehr Chemie steckt im Produkt (z.B. Schaumbildner/Tenside). Das kann der feinen Gesichtshaut Fett und Feuchtigkeit entziehen und sensible Teints sogar reizen. Wirklich sauberer als mit anderen Produkten wird sie durch die Power-Schäumer sowieso nicht.

4. Reinigungstücher: Praktischer geht’s nicht 

STIMMT Wenn es wirklich mal schnell gehen muss: Zum Vorreinigen bei lang haftendem Make-up oder für unterwegs sind die vorbefeuchteten Reinigungstücher ideal. Bei einem geschminkten Gesicht braucht man allerdings ungefähr drei Tücher, um das Make-up gründlich zu entfernen – das strapaziert auf die Dauer das Portemonnaie.

Produkte z.B. „Olaz Complete Feuchte Reinigungstücher“ von Olaz, 20 Stück ca. 3 Euro; „Norwegische Formel Feuchtigkeitsspendende Reinigungstücher“ von Neutrogena, 25 Stück ca. 4 Euro

5. Rauf damit – und sofort wieder runter 

STIMMT NICHT Die waschaktiven Substanzen müssen die Chance bekommen, Verschmutzungen, Make-up- und Creme-Reste zu lösen. Denn nur wirklich saubere Haut kann von den nachfolgenden Pflegeprodukten optimal profitieren. Nehmen Sie sich also die Zeit, die Reinigung kurz einzumassieren. „Enthält sie Zusätze wie Pflege- oder Anti-Age-Wirkstoffe, sollte das Produkt mindestens zehn Sekunden einwirken, damit die Substanzen ihre Wirkung entfalten können“, erklärt Dr. Timm Golüke.

Produkte z.B. „Mousse Reinigungsschaum mit Glycol- und Salizylsäure“ von Dermasence**, 200 ml ca. 12 Euro; „Age Perfect Reinigungsmilch“ mit Vitamin C von L’Oréal Paris, 200 ml ca. 6 Euro

6. Platz eins aller Reiniger: heißes Wasser 

STIMMT NICHT Zu heißes Wasser trocknet die feine Gesichtshaut aus und regt die Durchblutung an. Besonders bei empfindlicher Haut, Couperose oder Rosazea bedeutet das Stress für die sensiblen Gesichtsäderchen, die dann oft noch stärker durchschimmern.

7. Das Reinigungsprodukt muss aus der gleichen Serie wie die Creme stammen 

STIMMT NUR TEILWEISE Innerhalb einer Pflegeserie sind Wirkstoffe und ihre Konzentration aufeinander abgestimmt und ergänzen sich in ihrer Wirkung. Bei Problemhaut, z.B. Unreinheiten, Couperose oder sensibler Haut, sollte man einer Kosmetikserie treu bleiben, um den Teint nicht durch immer wieder andere und neue Wirkstoffe unnötig zu belasten. Bei normaler Haut können Sie mischen.

8. Auf Gesichtswasser kann man doch verzichten

STIMMT NICHT Lieber nicht, denn moderne Gesichtswasser bieten mehr als nur die Erfrischung. Sie entfernen die letzten Make-up-Rückstände, spenden der gesäuberten Haut Feuchtigkeit, verfeinern oder mattieren den Teint. Und ganz wichtig: „Gesichtswasser stabilisiert nach der Reinigung den Säureschutzmantel der Haut, nachfolgende Wirkstoffe von Cremes und Lotionen können effektiver ihre Wirkung entfalten“, so Dr. Golüke.

Produkte z.B. „Cleanance Gesichts-Tonic“ mit mattierender Kieselsäure von Avène**, 200 ml ca. 13 Euro; „Erfrischendes Granatapfel Gesichtswasser“ von Dr. Scheller, 150 ml ca. 6 Euro

Schlagworte: