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Ausprobiert Im Test: Shiatsu-Massagekissen

Trends gibt’s ja viele. Aber was taugen sie? Wir testen für Sie Außenseitermethoden und Produkte, die Gesundheit und Wohlbefinden versprechen. Diesen Monat: Ersetzt ein Shiatsu-Massagekissen Therapeuten-Hände?

Horst Schlämmer ist wesentlich besser dran als ich. Denn der hat nur Rücken. Ich habe aber auch noch Nacken. Da kommt mir das Massagekissen gerade recht. Denn das ist laut Produktname „multi“ unterwegs, knet-massiert nach altjapanischer Shiatsu-Manier Rücken, Nacken, Schultern und auch noch die Beine und Füße.

Was will ich mehr? Also nichts wie Netzstecker ins schwarze Kunstleder-Kissen stöpseln und an die Steckdose andocken. Zwei Massage-Stufen gibt’s. Als Shiatsu- Newcomerin bin ich etwas angsthasig und kippe den kleinen Schalter Richtung niedrigere Massagestufe. Und weil Nacken bei mir schlimmer ist als Rücken, platziere ich das Kissen mit seinem ergonomischen Höcker direkt über den Schulterblättern. „Verdammt hart und unbequem“, schießt es mir sofort durch den Kopf.

Hart zur Sache geht es auch schon auf Massagestufe 1. Unerbittlich schieben sich zwei Stahlkugeln rechts und links im Inneren des Kissens mit kreisenden Bewegungen in meine verspannte Nackenmuskulatur. Meine Schläfen fangen an zu pochen. Ich will fliehen, doch das Kissen ist schneller als ich. Ehe ich mich versehe, driftet es durch seinen Turbo-Massageantrieb immer weiter Richtung Kopf. Obwohl ich es auf Empfehlung des Herstellers auf einem normalen Kissen drapiert habe. Jetzt wird’s noch härter für mich: Das wandernde Shiatsu-Gerät drückt seine rotierenden Stahlkugeln nicht mehr in meine Nackenmuskeln, sondern malträtiert damit meinen Hinterkopf. Stahl trifft Knochen. Und von Entspannung für meine Muskeln und Seele keine Spur. Das surrende Geräusch des Motors à la Zahnbohrer macht mir das Relaxen auch nicht gerade leichter.

Autor:
Susanne Schütte