18. April 2011
Tipps zum richtigen Saunieren

Richtig Saunieren

Es stärkt die Abwehr und die Gefäße – Saunabesuche sind mehr als reine Entspannung. Sie machen gesund und für die Finnen gehört das regelmäßige Schwitzen zum Lebensgefühl. Wie ihr richtig sauniert, erfahrt ihr hier.

Richtig Saunieren
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Richtig Saunieren

Längst hat die Eventkultur die Saunabranche erreicht. Angeboten werden „Guten-Morgen-Aufgüsse“, Themenabende und Dichterlesungen unter Schwitzenden. Doch bei so viel „Saunatainment“ gehen häufig wichtige Saunaregeln und damit alle gesunden Effekte der Sauna baden. Höchste Zeit, die größten Irrtümer aufzuklären, ungesundes Halbwissen zu beseitigen und richtiges Saunieren wieder einzuführen.

Hitze, Kälte – die Reihenfolge ist egal...

Das glaubt, wer den hippen Saunabesuch noch zwischen zwei Termine quetschen will. Klappt aber nicht – und belastet den Körper. Eine vollständige Schwitzkur dauert mindestens zwei Stunden, so der Deutsche Sauna-Bund in Bielefeld (www.saunabund-ev.de, Tel. 05 21/96 67 90). Dazu gehören: duschen, gründliches Abtrocknen, warmes Fußbad, 8–15 Minuten Schwitzen im Handtuch, Abkühlen an der frischen Luft, Tauchbecken, warmes Fußbad, Ruhepause. In dieser Reihenfolge!

Je mehr Saunagänge, desto besser?

Viel hilft viel – diese Theorie wird nicht stimmiger, je öfter man sie liest. Drei vollständige Saunagänge in der richtigen Reihenfolge reichen aus. Anfänger sollten ihre „Dosis“ langsam steigern, und die Sauna vor den 15 Minuten der erfahrenen Saunagänger verlassen. Sonst ist der Kreislauf überfordert.

Wer nicht schwitzt, profitiert nicht?

Falsch! Jeder schwitzt in der Sauna. Manchmal dauert’s nur länger; gerade bei Anfängern ist die Wärmeregulation oft etwas „eingerostet“. Durch das trocken-heiße Klima verdunsten die ersten Perlen sofort beim Betreten der Kabine. Nach und nach nimmt die Schweißproduktion dann Fahrt auf. Wichtig: Feuchtere Warmluft- oder Dampfbäder haben keinen Turboeffekt. Was da wie Schweiß auf der Haut aussieht, ist in Wahrheit Kondenswasser.

Frau in der Sauna
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Frau in der Sauna

Muss man in der Sauna viel trinken?

Nein. In der Sauna verliert der Körper höchstens einen Liter Flüssigkeit. Kein Problem, außer für Nierenkranke. Wer vor oder in der Sauna trinkt, verhindert sogar den Entschlackungseffekt! Also: den Durst erst nach dem letzten (dritten) Saunagang löschen.

Irrtum: Erkältungen schwitzt man in der Sauna aus

Ein Trugschluss! Saunagänge stärken zwar die körpereigene Abwehr – aber hat einen erst ein Infekt erwischt, tritt der Umkehreffekt ein, und die Hitze schwächt das Immunsystem im Kampf gegen die Erreger. Die Gesundheit leidet dann eher unter dem Saunabad. Lieber nur ein ansteigendes Fußbad nehmen, warm einpacken und ins Bett.

Führen regelmäßige Saunagänge zu trockener Haut?

Angeblich leiden vor allem Haut und Atemwege. Das Gegenteil stimmt: Saunieren steigert die Durchblutung – das führt nicht zu weniger, sondern zu mehr Feuchtigkeit in der Haut. Und die Atemwege produzieren mehr schützenden Schleim. Zusätzlich steigt dort die Zahl der Antikörper. Auch Asthma-Patienten sollten regelmäßig saunieren! Die hohen Temperaturen zeigen also eine positive Wirkung.

Hilft das Schwitzen in der Sauna beim Abnehmen?

Richtig – beim Kraft- oder Ausdauersport. In der Sauna sitzen bringt dagegen leider nichts. Dort verliert der Körper Flüssigkeit, jedoch kein Fett. Eine „Sauna-Diät“ durch Wellness gibt es nicht.

Irrtum: Schwangere dürfen nicht in die Sauna

Doch. Nach Absprache mit dem Arzt spricht nichts dagegen. Studien belegen: Schwitzen mit Baby im Bauch verhilft zu einer schnelleren Geburt mit weniger Schmerzen. Nur Saunen mit Aufguss sollten Schwangere meiden.

Stimmt es, dass man mit Silikon-Implantaten nicht in die Sauna darf?

Ein Ammenmärchen. Ist nach der Brust-OP alles verheilt, darf man wieder in die Sauna. Haut und Gewebe schützen das Silikon vor Überhitzung. Mit dem ersten Saunagang sollte man allerdings sechs bis zwölf Wochen nach dem Eingriff warten.

Sauna
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Sauna
  1. Sauna ist gut für Sportler: Vor dem Schwimmen oder dem Yogakurs kann man einen Saunagang einlegen.
  2. Nach sportlicher Betätigung ist die Sauna erst sinnvoll, wenn die Pulsfrequenz auf 100 Schläge/Min. abgesunken ist. Achtung: Wird dies nicht beachtet, wird das Herz zu sehr belastet!
  3. Wer sich "durchfroren" fühlt, darf nicht in die Sauna. Der Körper sollte sich vorher akklimatisieren. Daher vorher besser eine warme Dusche oder ein Fußbad nehmen um den Körper ausreichend auf die Hitze vorzubereiten.
  4. Krank und in die Sauna? In Finnland, dem Ursprungsland der Sauna, gibt es eine einfache Regel: "Wer zur Sauna gehen kann, darf auch in die Sauna gehen".
  5. Finnische Sauna und Dampfbad sind sehr verträglich. Die Biosauna hingegen hat eine sehr geringe Reizstärke und damit keinen vorbeugenden Effekt (z.B. gegen Infekte), dient also nur zum "Wohlfühlen".
  6. Der richtige Duft für die Entspannung: Auch die Auswahl an Aufgüssen ist vielfältig und soll nach eigenem Geschmack ausgewählt werden. Auf synthetische Düfte sollte man verzichten.
  7. Vorsicht: bei allzu intensiven Düften bitte vorher in der Sauna fragen, ob auch alle Menschen damit einverstanden sind.
  8. Sauna kann eine Diät oder eine Gewichtsabnahme positiv beeinflussen. Aber der Wasserverlust durch die Sauna sollte durch genügend Flüssigkeitszufuhr (am besten Wasser) ausgeglichen werden.
  9. Um einen optimalen Effekt zu erzielen, sollte man sich nach der ersten Dusche gründlich abtrocknen. Nasse Haut sorgt sonst dafür, dass man weniger schwitzt.
  10. Nach dem Saunagang kein Duschgel verwenden sondern nur klares Wasser. Die geöffneten Hautporen werden sonst zu stark entfettet und die Haut trocknet mehr aus.
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