28. April 2014
Tolle Teams

Tolle Teams

Zwölf mehr oder weniger prominente Schwestern und Brüder erzählten uns, wie sich ihre Beziehung entwickelte. Einige sind sich nah, andere nicht so. Typisch Geschwister.

Sylviane und Enzo
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Sylviane und Enzo

Sylviane, 54, und Enzo Caressa, 51, aus Hamburg

„Wären wir keine Geschwister“, sagt Sylviane Caressa, „häen wir damals aufgegeben.“ Seit 2001 leitet sie mit ihrem Bruder das Restaurant „Au Quai“ im Hamburger Hafen. „Die anderen wundern sich noch immer, dass wir es so lange miteinander aushalten“, erzählt Enzo Caressa und lacht. Die anderen, das sind noch sechs weitere Geschwister, die in Frankreich leben. „Aber Enzo und ich sind die Leader, die Anführer“, sagt Sylviane. Dabei haen sie viele Jahre keinen Kontakt. Enzo wurde Gastronom wie der Vater, Sylviane arbeitete sich um die Welt. 1999 sahen sie sich wieder. „Heute muss ich Enzo nur angucken und weiß, was er denkt“, erzählt Sylviane und lacht.
Felix, heute 29, und Ameli Neureuther, heute 32
Rosi Miermaier und ihr Mann Christian Neureuther sind Legenden des Skisports. Zum ersten Mal seit 41 Jahren gewann Sohn Felix im Januar einen Weltcup-Riesenslalom für Deutschland. Und die Tochter? Ist lange aus dem „Ski-Ding“ raus. „Mit 16 wollte ich mein Ding machen“, erzählt Ameli Neureuther. Sie studierte an der Cambridge School of Arts, an der Modeschule Esmod, ist heute eine gefragte Modedesignerin und Malerin. Wie schon ihr Ururgroßvater Eugen Napoleon Neureuther. Ihren Erfolg erkennt Felix neidlos an: „Dieses Talent ist an mir komple vorbeigegangen.“

Laura, 30, und Johanna Kutter, 32, aus Stuttgart

„Den Plan, mal zusammen eine Firma zu leiten, haen wir überhaupt nicht“, erzählt Laura Kuer (im Foto rechts). Doch als sie und ihre „kleine“ Schwester – „Da geht‘s um Zentimeter“, betont Johanna Kuer und lacht – vor drei Jahren wieder in Stugart lebten, passte alles. Sie gründeten „tour de sens“, einen Reiseanbieter für sehende und sehbehinderte Touristen. Ihre älteren Schwestern Vivika, 42, und Amelie, 39, leben in Kiel und Berlin. „Wir haben alle ein tolles Verhältnis, aber Laura und ich waren einander immer näher“, erzählt Johanna. „Rollenmuster aus der Familie muss man sich bewusst machen“, sagt Laura. „Bei beruflichen Terminen dürfen wir uns eben nicht wie Schwestern behandeln.“

Geschwister halten zusammen

Nena, heute 54, und Kristiane Kerner, heute 49
„Es gab sie und es gab mich, und das war die ersten Jahre absolut unproblematisch“, schreibt Pop-Sängerin Nena in ihrer Biografie über ihre Schwester Kristiane und ihren Bruder Michael, heute 50. Doch je älter das Trio wurde, desto öer verbündeten sich zwei gegen eine. Gegen Nena. Erst als die drei in den 80er-Jahren in Berlin lebten, änderte sich das. 1985 heiratete ihre Schwester Nenas damaligen Bassisten. Kristiane Kerner wurde Krankenschwester, Michael Kerner Banker. „Meinen Bruder sehe ich nicht mehr oft. Wir haben uns mal mehr, mal weniger und meistens wenig zu sagen“, sagt Nena, geborene Gabriele Susanne Kerner, ehrlich. „Aber meine Schwester sehe ich oft, und wir freuen uns, dass wir uns immer besser kennenlernen.“
Meret, 45, und Ben Becker, 49
Die Eltern: Monika Hansen und Rolf Becker, der Stiefvater: Otto Sander. Alles große Schauspieler, Künstler. Doch obwohl sie durch ihre Engagements viel unterwegs waren, gaben sie den Kindern Meret und Ben Becker das Gefühl, in einer liebevollen Umgebung aufzuwachsen. Vier Jahre trennen die beiden. „Was in der Kindheit viel ausmacht“, sagt Ben. Rivalisiert häen sie nie, „ich war schon als Kind sehr auf mich fixiert“. Trotzdem stehen sie sich nah. „Wir sind so richtig schreckliche Geschwister“, sagt Meret, die ab Oktober in Berlin als neue „Tatort“-Kommissarin vor der Kamera steht. „Zusammen mit Ben kann ich sehr albern sein.“
Selma Wels, 35, und Inci Bürhaniye, 47, Verlegerinnen aus Berlin
Als Inci Bürhaniye und die dritte Schwester Cigdem Yigit, heute 44, das Elternhaus in Pforzheim verließen, ging Selma Wels noch zur Schule. „Auf einmal war ich Einzelkind“, erinnert sie sich. Sie blieb mit der Mutter zurück, der Vater war in die Türkei zurückgekehrt. Dann der Schock: „Als ich 17 war, starb meine Mutter“, erzählt Selma. Die drei Schwestern waren auf sich gestellt – und hielten zusammen. In Berlin gründeten sie eine WG. Selma schaffte ihr Abi, studierte BWL. Inci wurde Anwältin, Cigdem eröffnete einen Feinkostladen. „Wir drei sind uns sehr nah“, sagt Inci. Mit Selma gründete sie 2012 den Binooki-Verlag, der türkische Literatur nach Deutschland holt. „Beruf und Familie zu trennen fällt manchmal schwer“, erzählt Selma. „Aber wir ergänzen uns perfekt. Unsere Mutter würde sich freuen. Von ihr haben wir die Liebe zu Büchern."
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