19. April 2011
Die Mimik-Tricks

Die Mimik-Tricks

Wohlig relaxen, gute Laune bekommen und auch noch jünger aussehen – das klappt mit Face-Architect. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, aber der positive Effekt dieser neuen Mimik-Übungen wurde wissenschaftlich bewiesen. Erste Erfolge spüren Sie sofort!

Zunge rausstrecken
© jalag-syndication.de
Zunge rausstrecken

Von einem gewissen Alter an ist jeder Mensch für sein Gesicht verantwortlich“, sagte der französische Literat Albert Camus. Klar, das Gesicht als Spiegel der Seele. Was aber, wenn nicht nur unser Leben das Gesicht prägt, sondern das auch umgekehrt funktioniert? Wenn wir also über „Gesichts-Gymnastik und -Massage“ Seele und Körper beeinflussen können?

Wissenschaftliche Beweise dafür, dass man die Psyche tatsächlich über die Mimik steuern kann, mehren sich. Der neue Fachausdruck heißt „Gesichts-Feedback“ und meint: Wer Glück, Angst oder Ekel mimisch ausdrückt, empfindet diese Emotionen auch. Denn vom Gesicht gehen Signale an das Gehirn aus. Aufsehen erregte der Psychologe Fritz Strack von der Universität Würzburg. Er zeigte Testpersonen Cartoons und bat sie, deren Witzigkeit zu bewerten. Dabei sollte eine Gruppe mit den Lippen ein Bleistiftende halten, die andere einen Bleistift mit den Zähnen quer im Mund. Das eindeutige Ergebnis: Die „Lippenhalter“ konnten den Cartoons nichts abgewinnen. Denn ihre Stift- Haltung blockierte die Lachmuskeln, der Blutfluss zum Gehirn war gehemmt – die Heiterkeit auslösenden Botenstoffe konnten nicht transportiert werden. Die „Zahnhalter“ hingegen mussten die Mundwinkel auseinanderziehen. Sie lächelten notgedrungen – und bewerteten die Cartoons tatsächlich als witzig.

„Face Architect“ statt Botox

Erkenntnisse wie diese brachten US-Forscher aus Maryland auf die Idee, Niedergeschlagenheit mit Botox zu behandeln. Wenn die Gesichtsmuskulatur die Gefühlslage derart positiv beeinflussen kann, solle man diesen Effekt doch konservieren, so Dr. Eric Finzi. Sein Team injizierte also depressiven Versuchspersonen das Nervengift zwischen die Augenbrauen – in einen Gesichtsmuskel, der für das Stirnrunzeln verantwortlich ist. Eine Psychologin interviewte die Probanden und ließ sie einen Fragebogen ausfüllen. Vor der Behandlung galten alle zehn Studienteilnehmerinnen als klinisch depressiv. Zwei Monate nach der Botox-Spritze passte diese Diagnose nur noch auf eine, und sogar die hatte große Fortschritte erzielt.

Wer unter Depressionen leidet, mag Botox jetzt einen Versuch wert finden. Für alle anderen ist die neue Mimik- und Massage-Methode „Face Architect“ die angenehmere Alternative. Die traditionelle chinesische Medizin geht übrigens davon aus, dass sich im Gesicht Reflexzonen für alle Körperareale befinden, ähnlich wie an der Fußsohle. Wer sein Gesicht ausgiebig bearbeitet, erreicht demnach den ganzen Körper und alle inneren Organe. Sofort! Der gesunde Effekt der folgenden zehn Face-Architect-Übungen braucht jedoch, um nachhaltig zu wirken, bis zu sechs Wochen Geduld – bei einem täglichen Training von circa 15 Minuten. Entspannter fühlen Sie sich aber im Turbotempo!

Lade weitere Inhalte ...