Baby Blues: Symptome, Dauer, Therapie

Baby Blues: Das sollten Sie über die "Heultage" nach einer Geburt wissen

Nach einer Geburt sind einige Frauen psychisch sehr empfindlich. Dieses Phänomen bezeichnet man als Baby Blues (Postpartum-Blues), im Volksmund auch als "Heultage" bekannt. Hier erfahren Sie, welche Ursachen dahinterstecken, welche Symptome für einen Babyblues sprechen – und was Sie und Ihr Partner jetzt tun können.

Eine Geburt ist sehr emotionales Ereignis für Eltern. Insbesondere die Mutter wird sowohl körperlich als auch psychisch herausgefordert. Denn: Die Gefühle und Hormone spielen verrückt. Lesen Sie hier, was der Baby Blues ist, wie lange er dauert und wie Sie damit umgehen können.

Was ist ein Baby Blues? 

Das Kind ist da, die Freude groß? Das ist nicht immer der Fall. Manche Frauen verfallen unmittelbar nach der Geburt dem sogenannten Babyblues, auch als Postpartum-Blues (umgangssprachlich: Heultage) bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein vorübergehendes Stimmungstief, welches innerhalb der ersten drei bis fünf Tage nach der Entbindung eintreten kann. 

Betroffene Mütter sind meist müdeerschöpft und durchlaufen eine wahre Stimmungsachterbahn. Die starken Stimmungsschwankungen führen oft dazu, dass Betroffene scheinbar grundlos in Tränen ausbrechen. Häufig sind sie darüber hinaus oft viel sensibler und weisen eine höhere Empfindsamkeit während der Heultage auf. 

Im Video: Jenny Frankhauser leidet am Baby-Blues

Wie entsteht ein Baby Blues? 

Experten und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Hormone Schuld am Baby Blues sind. Genauer gesagt der starke Abfall der Hormone im Körper einer Frau nach der Entbindung. Denn während einer Schwangerschaft steigt ihr Östrogen- und der Progesteronspiegel stark an.

Nach der Geburt jedoch sinkt dieses Level sehr schnell. Diese starke Hormonumstellung – beziehungsweise der Hormonabfall – gilt als Ursache für den Babyblues. Warum? Östrogen ist unter anderem für eine stabile Stimmung verantwortlich und beugt Depressionen vor.

Hinweis: Nicht zu den Risikofaktoren gehören Familienstand und die persönliche Lebenssituation der Mutter. Auch Dauer, Art und Ort der Entbindung scheinen keinen Einfluss darauf zu haben, ob ein Baby Blues entsteht oder nicht.

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Wie äußert sich ein Baby Blues?

Sie vermuten, einen Babyblues zu haben? Folgende Symptome und Gefühle könnten dafür sprechen:

  • Sie sind leicht reizbar und werden plötzlich aggressiv
  • Sie reagieren schnell emotional, etwa mit Freudentränen
  • Ihre Stimmung ändert sich rasch und unvorhersehbar
  • Sie fühlen Sie müde und erschöpft
  • Sie sind weinerlich, sensibel und fangen vermeintlich grundlos an zu weinen
  • Sie haben Angst vor der Zukunft und Sorgen um Ihr Baby
  • Sie sind labil und niedergeschlagen
  • Sie haben Probleme sich zu konzentrieren und zu fokussieren
  • Sie plagen Gefühle der Verwirrtheit und Traurigkeit
  • Sie leiden unter Schlaf- und Appetitstörungen

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Wie lange dauert ein Baby Blues? 

Die erhöhte psychische Empfindsamkeit dauert nur wenige Tage. Meist hält ein Baby Blues etwa eine Woche an.

In manchen Fällen ist der Postpartum-Blues bereits nach einem Tag oder wenigen Stunden überstanden.

Wichtig: Ist das Stimmungstief nach über zwei Wochen noch nicht verschwunden, kann das ein Anzeichen für eine beginnende Wochenbettdepression sein. Suchen Sie sich in dem Fall ärztlichen Rat.

Handelt es sich um eine psychische Störung?

Manche Ärzte stufen die Seelenkrise als psychische Störung ein. Andere Experten wiederum betrachten den Babyblues nicht als krankhaft. Im Gegenteil: Sie sehen ihn als normalen Umstellungsprozess an, der wichtig für die Bindung der Mutter zum Kind ist.

Was kann man gegen den Baby Blues machen? 

Zunächst heißt es: Entwarnung. In der Regel verschwindet der Babyblues so schnell, wie er gekommen ist. Und das von ganz alleine. Das Stimmungstief hat keinen eigenen Krankheitswert und muss in den meisten Fällen nicht von einem Arzt oder einer Ärztin behandelt werden. Ergo: Eine Therapie ist in aller Regel nicht notwendig. Nach wenigen Tagen sollte es Betroffenen bereits besser gehen. 

Trotzdem gibt es Tipps, die Symptome mildern und die Heultage für die Frauen leichter machen: Eine vertraute Person hilft, die Zeit zu überstehen. Pflegen Sie mit ihm oder ihr einen offenen Austausch und reden Sie über Ihre Probleme. Ebenfalls hilfreich ist tatkräftige Unterstützung bei der Pflege des Babys und im Haushalt, etwa vom Partner, den eigenen Eltern oder Geschwistern. Der Partner einer Betroffenen sollte seiner Frau viel Ruhe gönnen und Verständnis für ihre Befindlichkeiten zeigen.

Einige Experten raten Betroffenen darüber hinaus, viel Zeit mit dem Neugeborenen zu verbringen. Das soll die Bindung stärken und vom Babyblues ablenken. Wenn Sie Angst vor einem Baby Blues haben, kann Ihnen ein Gespräch mit der Hebamme helfen.

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