7. Januar 2021
Wasserfilter: Wie funktionieren sie und wann sind sie sinnvoll?

Wasserfilter: Wie funktionieren sie und wann sind sie sinnvoll?

Viele Menschen trinken gerne Leitungswasser - gleichzeitig haben sie aber auch das Gefühl, dass verschiedene Wasserqualitäten den Geschmack des Lebensmittels beeinflussen. Außerdem führt ein hoher Härtegrad zu unschönen Kalkablagerungen und Wasserverunreinigen bereiten Grund zur Sorge. Abhilfe schaffen sollen hier Wasserfilter, die Schadstoffe und Kalk aus dem Wasser entfernen und seinen Geschmack verbessern. Doch wie genau funktionieren gängige Filtersysteme eigentlich und für wen sind sie sinnvoll?

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Sind Wasserfilter bei Leitungswasser sinnvoll oder unnötig?

Lieblingsgetränk Leitungswasser

Über 60 Prozent der Menschen hierzulande trinken gerne und regelmäßig Leitungswasser. Kein Wunder, schließlich schmeckt das Lebensmittel aus der Leitung erfrischend, kostet wenig, muss nicht umständlich nach Hause transportiert werden und wird streng kontrolliert. Kontrolle und Qualität des Leitungswassers werden dabei durch den Trinkwasserbericht des Umweltbundesamtes belegt.

Allerdings fällt vielen Leitungswasser-Trinkern immer wieder auf, dass sich der Geschmack von Trinkwasser in Deutschland von Region zu Region unterscheidet. Außerdem variiert auch der Kalkgehalt des Leitungswassers. Insbesondere die Wasserfans, die ansonsten besonders genau auf die Inhaltsstoffe ihrer Lebensmittel achteten, setzen darum auf Wasserfilter. Dieser soll nämlich einen gleichbleibend guten Wassergeschmack sicherstellen und Wasser außerdem von eventuellen Verunreinigungen und Schadstoffen befreien. Allerdings wissen selbst nur die wenigsten Verwender, wie Kannen-, Tisch- oder Einbaufilter wirklich funktionieren und wann sich die Anschaffung tatsächlich lohnt.

So arbeiten gängige Wasserfilter

Wasserfilter gibt es heute in vielen verschiedenen Varianten. Sie sind sowohl als Kannen- und Tischfilter aber auch als fest in Armaturen integrierte Filterkartuschen oder Membran erhältlich. Ihre Aufgaben hingegen unterscheiden sich nicht. Allesamt sollen sie nämlich den Geschmack des Leitungswassers verbessern und unerwünschte oder sogar schädliche Stoffe aus dem Wasser herausfiltern.

Zu den Stoffen, die Wasserfilter in erster Linie aus dem Trinkwasser entfernen sollen, zählen dabei Pestizide aus der Landwirtschaft, Medikamentenrückstände oder Schadstoffe, die etwa über alte Wasserleitungen ins Trinkwasser gelangen können.

Zur Entfernung von Verunreinigungen, Schadstoffen und Kalk greifen unterschiedliche Filtermodelle auf unterschiedliche Techniken zurück. So pressen fest installierte Umkehrosmose-Filter das Leitungswasser etwa durch eine durchlässige Membran in Richtung Wasserhahn. Noch bekannter und verbreiteter ist allerdings der Einsatz von Aktivkohle und Ionentauschern zur Wasserfilterung. Bei letzterer Filtermethode werden im Trinkwasser gelöste Ionen - etwa Magnesium- und Calcium-Ionen - gebunden. Als Kalk können sie dem Wasser dann entzogen werden.

Der Ionentauscher wird meist mit einem Aktivkohlefilter kombiniert. Diese Filter kann durch die sehr porenreiche Oberfläche der Aktivkohle unterschiedliche Schadstoffe aus dem Leitungswasser aufnehmen. Der Mineralstoffgehalt des Wassers bleibt dabei allerdings unverändert.

Bei einem Aktivkohle-Tischfilter wird dabei beispielsweise mit einer Aktivkohle-Filterkartusche gearbeitet. Wird Wasser in die Filterkanne eingefüllt, tropft dieses durch den Aktivkohlefilter und gelangt in deinen Vorratsbehälter. Bevor das Wasser den Vorratsbehälter jedoch erreicht, findet durch das im Filter eingesetzte Kunststoffharz ein Ionentausch statt. Hierdurch werden dem Wasser kalkbildenden Mineralien entzogen und das Wasser wird weicher. Das im Filter ebenfalls enthaltene Aktivkohlegranulat sorgt gleichzeitig dafür, dass organische Verunreinigungen wie etwa Chlor gebunden werden. Das verbessert Geruch, Geschmack und Qualität des Wassers.

Wie sinnvoll ist die Verwendung eines Wasserfilters?

Prinzipiell lässt sich sagen, dass das Trinken von ungefiltertem Leitungswassers die Gesundheit hierzulande meist nicht bedroht. Aus gesundheitlichen Gesichtspunkten muss Leitungswasser darum in den allermeisten deutschen Haushalten nicht gefiltert werden. Schließlich handelt es sich bei Leitungswasser um eines der am besten überprüften Lebensmittel überhaupt.

Allerdings bedeutet das keinesfalls, dass die Verwendung eines Wasserfilters überflüssig wäre. Zum einen kann die Verwendung eines Wasserfilters den Wassergeschmack nämlich positiv beeinflussen. Das ist insbesondere für diejenigen interessant, die gerne pures Leitungswasser sowie Tee und Kaffee genießen. Durch die Filterung wird nämlich der Geschmack des Wassers sowie der von gebrühten Getränken oft deutlich verbessert. Außerdem verkalken Wasserkocher und Kaffeemaschine weniger schnell, wenn sie mit gefiltertem Wasser befüllt werden.

Zum anderen ist der Einsatz eines Wasserfilters auch in Gebäuden mit älteren Wasserleitungen aus Blei sinnvoll und ratsam. Schließlich kann Blei, das aus älteren Leitungen ins Trinkwasser übergeht, die Gesundheit nachteilig beeinflussen. Insbesondere bei Kindern werden Bleirückstände im Trinkwasser mit verschiedenen Erkrankungen sowie Entwicklungsverzögerungen in Verbindung gebracht. Durch die Filterung des Trinkwassers lassen sich diese Gesundheitsgefahren erheblich reduzieren.

Worauf müssen Verwender bei einem Wasserfilter achten?

Damit Wasserfilter effizient arbeiten und das Wasser von unerwünschten Stoffen befreien können, kommt es insbesondere auf ihre Sauberkeit an. Wird der Wasserfilter nämlich zu lange oder falsch verwendet oder nicht gereinigt, kann er mehr schaden als nutzen. Das hängt insbesondere damit zusammen, dass sich in vielen Wasserfiltern mit der Zeit Keime ablagern können. Diese können das Wasser ihrerseits verunreinigen und den Wasserfilter-Effekt ins Gegenteil verkehren.

Besonders wichtig ist es darum, Wasserfilter regelmäßig entsprechend den Herstellerempfehlungen auszutauschen bzw. reinigen zu lassen. So kann gewährleistet werden, dass sie ihren Zweck erfüllen und von ihnen keine Gefahren ausgehen.

Wer einen Tischwasserfilter verwendet sollte – neben einem regelmäßigen Filtertausch – insbesondere darauf achten, den Tischfilter stets im Kühlschrank aufbewahren. Auch so lässt sich eine Keimbildung effektiv minimieren.

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