Kolumne: Nachhaltigkeit für Einsteiger – 5 Tipps

Kolumne: Nachhaltigkeit für Einsteiger – Meine 5 Tipps

Das Thema Nachhaltigkeit wird immer wichtiger – das ist uns allen bewusst. Aber fragen Sie sich auch manchmal, wie Sie Ihren Alltag ganz unkompliziert plastikfreier und umweltfreundlicher gestalten können? Dann helfen Ihnen die 5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag von unserer Online-Volontärin Anne.

Die Temperaturveränderungen, der steigende Meeresspiegel und der Rückgang der biologischen Vielfalt sind nur wenige der unzähligen direkten oder indirekten Folgen des Klimawandels, den wir zunehmend am eigenen Leib erfahren müssen. "Nachhaltigkeit" ist in diesem Zusammenhang ein Begriff, der uns überall begegnet. Aber was bedeutet er genau? Laut einer Definition der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (World Commission on Environment and Development) aus dem Jahr 1987 heißt es: "Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“ Nachhaltig zu sein bedeutet also zu leben, ohne dabei die natürlichen Ressourcen für die Zukunft zu erschöpfen.

Nachhaltigkeit: Was kann ich alleine bewirken?

Die große Frage, die mit den Themen Nachhaltigkeit und Verzicht einhergeht, ist: Was kann ich alleine schon groß bewirken? Denn was eine einzelne Person im Alltag tut oder eben nicht tut, kann doch nicht von Bedeutung für den Rest der Welt sein – oder etwa doch? Fakt ist, dass sich die Handlungen jedes einzelnen von uns summieren und ein großes Ganzes ergeben. Denn die Hauptursache für den Klimawandel stellt der CO₂-Ausstoß dar, den wir alle durch unseren CO₂-Fußabdruck beeinflussen. Dieser setzt sich aus Faktoren wie Strom, Heizung, Mobilität, Flugreisen, Ernährung und sonstigem Konsum zusammen. Bei der Nachhaltigkeit geht es also darum, in allen Bereichen des Lebens auf die Folgen zu achten – vom Wocheneinkauf übers Kochen bis hin zum jährlichen Sommerurlaub.

Das bedeutet aber auch, dass wir uns schnell überfordert fühlen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich frage mich manchmal, was ich denn jetzt zuerst umsetzen soll, wenn ich auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen auf Profile von Nachhaltigkeit-Profis stoße, wo es vor Tipps und Ratschlägen nur so wimmelt. Das bedeutet aber nicht, dass man für ein nachhaltigeres Leben sofort alles anders machen muss. Es reicht schon, einige kleine Dinge im Alltag zu ändern, die einen großen Unterschied machen, wenn sie jede:r tut. Denn: Ob und inwieweit wir nachhaltig leben, entscheidet darüber, wie gut wir in der Zukunft leben werden. 

Nachhaltigkeit für Einsteiger – meine 5 Tipps

1. Auf nachhaltige Hygieneprodukte umsteigen

Während der Periode auf Tampons zurückzugreifen geht schnell, ist unkompliziert und preiswert – das dachte ich zumindest, bis ich anfing, mich mit Alternativen auseinanderzusetzen. Denn, wenn man sich mal genauer mit dem Thema auseinandersetzt, stellt man mit Erschrecken fest, wie viel Müll Tampons, Binden und Co. eigentlich verursachen. Durchschnittlich nutzen Frauen innerhalb ihres Lebens um die 11.000 Tampons, die genauso wie Binden rund 500 Jahren brauchen, bis sie biologisch abgebaut sind. Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele umweltfreundlichere Alternativen wie wiederverwendbare Tampons, Menstruationstassen, Menstruationsschwämmchen oder Periodenunterwäsche. Und auch bei Pflegeprodukten wie Shampoo, Spülung und Duschgel sollten wir auf Nachhaltigkeit achten – und das nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit zuliebe. Denn in herkömmlichen Produkten befinden sich nicht nur umweltschädliche Inhaltsstoffe wie Mikroplastik, sondern auch Parabene, Tenside und Emulgatoren, die im Verdacht stehen, unsere Haut zu reizen, Allergien hervorzurufen und sogar hormonell wirken zu können. Eine geeignete Alternative sind zum Beispiel Bio-Produkte ohne Schadstoffe, die nachhaltig hergestellt werden.  

2. Auf Plastikverpackungen verzichten

Da ein hoher Plastikverbrauch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt hat, sollten wir alle unseren Plastikverbrauch reduzieren. Aber wie gehen wir am besten vor? Als Erstes sollten wir auf unnötige Einwegprodukte wie Plastikteller und -besteck oder Strohhalme verzichten. Dasselbe gilt für Einweg-Einkaufstaschen – egal, ob aus Plastik oder Papier. Eine nachhaltige Alternative stellen wiederverwendbare Tragetaschen dar. Außerdem macht es einen großen Unterschied, ob man in Plastik eingeschweißtes oder loses Obst und Gemüse kauft. Wer in der Mittagspause auswärts isst, produziert eine Menge Müll – besser ist es, selber zu kochen und sich seine Mahlzeiten mitzunehmen.

3. Weniger Fleisch essen

Mittlerweile verzichten immer mehr Menschen darauf, täglich Steak, Wurst und andere Fleischwaren zu essen. Und das mit gutem Grund: Denn die Landwirtschaft ist in Deutschland der zweitgrößte Verursacher von CO₂-Emissionen. Das bedeutet nicht automatisch, dass wir komplett auf das Fleischessen verzichten müssen, allerdings sollte jede:r von uns sich bewusst mit dem Thema auseinandersetzen. Beispielsweise macht es schon einen erheblichen Unterschied, mehr pflanzliche Produkte in seine Ernährung zu integrieren und nur noch einmal in der Woche ein Stück Fleisch zu essen anstatt jeden Tag.

4. CO₂ beim Reisen ausgleichen

Ob ein Wochenendtrip nach London oder der Langstreckenflug in die USA – für viele Menschen gehört regelmäßiges Reisen einfach zum Leben dazu. Doch das ist in Bezug auf die Umwelt nicht nachhaltig, da besonders bei Flugreisen viel CO₂ ausgestoßen wird. Aber deshalb auf den wohlverdienten, erholsamen Urlaub zu verzichten wollen die meisten von uns trotzdem nicht. Wer sein Urlaubsziel nicht auf eine andere Weise erreichen kann, hat jedoch die Möglichkeit, die CO₂-Emissionen auszugleichen. Das geschieht, indem man berechnet, wie hoch der eigene CO₂-Ausstoß ist und dafür Ausgleichszertifikate kauft, die eingesetzt werden, um dieselbe Menge CO₂ bei Klimaschutzprojekten gebunden wird. Anbieter für den Ausgleich sind unter anderem climatefair.de, atmosfair.de oder myclimate.org.

5. Medizinische Masken richtig entsorgen

Sowohl medizinische Masken als auch FFP2-Masken sind ein wichtiges Hilfsmittel im Kampf gegen die aktuelle weltweite Corona-Pandemie – allerdings stellen auch sie ein großes Problem für die Umwelt dar. Weltweit werden monatlich rund 129 Milliarden Atemschutzmasken entsorgt, die unter anderem aus erdölbasierten Polymeren bestehen, wie eine Sprecherin des Bundesumweltamts mitteilte. Wenn diese über das Wasser in die Ozeane gelangen, können sie die Pflanzen- und Tierwelt gefährden. Verzichten können wir auf die Masken nicht – allerdings kann jede:r von uns dazu beitragen, die Umweltbelastung zu reduzieren, in dem er auf die richtige Entsorgung achtet! Anders als oft angenommen, gehören die Masken nicht in den Papier-, sondern in den Restmüll. Weggeworfene Masken, in Parks oder auf der Straße sollten aufgesammelt, aber nicht mit den bloßen Händen angefasst werden.

Fazit: Jede kleine Änderung hilft

Mir ist klar, dass Sie vielleicht nicht von heute auf morgen jede dieser Änderung beherzigen können – aber, wenn Sie anfangen, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan. Auch mir passiert es, dass ich mal zur Packung Bio-Paprika greife, obwohl gerade diese in Plastik verpackt ist (hier muss man sich schließlich manchmal entscheiden) oder mir in der Mittagspause eine Take-Away-Mahlzeit kaufe – allerdings gebe ich mir Mühe, dass so etwas nur als Ausnahme und nicht zu oft passiert. Wer bewusst auf den Umgang mit Plastik achtet und seine Co2-Emissionen im Auge behält, dem wird ein nachhaltiges Leben nach und nach leichter fallen. 

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