10. Mai 2021
Zugsalbe: Das Hausmittel gegen eitrige Entzündungen

Zugsalbe: Der Klassiker bei eitrigen Hautentzündungen

Im Alltag ist es schnell passiert: Selbst bei kleinsten Verletzungen, wie sie bei der Rasur oder Maniküre und Pediküre auftreten können, haben Bakterien leichtes Spiel in die Haut einzudringen. Die Folge: Entzündungen mit Eiterbildung, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch lästigen Juckreiz und Schmerzen hervorrufen. Gut, wenn sich jetzt Zugsalbe in der Hausapotheke befindet, um der leidigen Entzündung effizient auf die Pelle zu rücken.

© istock / fizkes
Mit der Zugsalbe können Sie Entzündungen in Ihrer Haut leichter beseitigen.

Was ist die Zugsalbe und wie wirkt sie?

Ihren Namen verdankt die Zugsalbe dem speziellen Wirk-Effekt. Sie weicht die Haut auf und kurbelt die Durchblutung an. Der Entzündungsherd wird dadurch aus tieferen Hautschichten regelrecht an die Oberfläche der Haut "gezogen". Das regt den Reifungsprozess an und der Eiter kann leichter abfließen.

Neben der durchblutungsfördernden Wirkung zeichnen sich Zugsalben noch durch weitere Eigenschaften aus:

  • Entzündungshemmend und antibakteriell: Mithilfe der Zugsalbe können Infektionen und Entzündungen gelindert und die Ausbreitung krankheitserregender Keime verhindert werden.
  • Schmerzlindernd: Zugsalbe fördert das Abklingen der Entzündung, damit kann der Druckschmerz indirekt gelindert werden.
  • Talgflussvermindernd: Durch eine Talgüberproduktion können sich die Drüsen verstopfen und zu Juckreiz und Pickeln führen. Zugsalbe vermindert den Talgfluss und kann so bereits der Entstehung von Hautunreinheiten entgegenwirken.

Zugsalben sind keine Pflegecremes, sondern medizinische Salben. Sie sind in verschiedenen Arten rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Grüne oder schwarze Zugsalben?

Charakteristisch für die „schwarze“ Zugsalbe ist ihre Farbe. Das Mono-Präparat wird aus Ölschiefer gewonnen und besitzt einen teerartigen Geruch. Die Salbe verfügt über eine tiefe Zugwirkung und keimabtötende Eigenschaften. Bei der Anwendung sollte die behandelte Stelle gut abgedeckt werden, damit auf Kleidung und Bettwäsche keine dunklen Flecken zurückbleiben.   

Die grüne Zugsalbe ist die pflanzliche Alternative zur schwarzen Zugsalbe. Ihre Wirkung basiert nicht auf einem einzigen Wirkstoff, sondern einer speziellen Kombination der pflanzlichen Inhaltsstoffe Lärchenterpentin, gereinigtem Terpentinöl aus der Kiefer und Eukalyptusöl. Damit hilft das traditionelle pflanzliche Arzneimittel bei entzündungsbedingten, eitrigen Hautproblemen und ist gleichzeitig sanft zur Haut. Die medizinische Salbe hemmt die Entzündung, fördert die Durchblutung und aktiviert damit die Selbstheilungskräfte des Körpers. Sie weicht das betroffene Gewebe auf, sodass der Eiter schonend abfließen kann. Schwellungen und Druck gehen zurück und der Entzündungsschmerz wird dadurch gelindert.  Die pflanzlichen Inhaltsstoffe unterstützen zudem die natürliche Regeneration der Haut.
Die grüne Salbe hinterlässt keine bleibenden Spuren auf Haut oder Kleidung. Als Pluspunkt werten Anwender zudem den Geruch der pflanzlichen Salbe: Sie riecht dezent nach ätherischen Ölen.

Gegen was hilft die Zugsalbe?

Zugsalben können bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt werden:

  • Pickel: Eitrige Pickel entstehen oft infolge einer erhöhten Talgproduktion. Statt Pickel auszudrücken und dadurch Narben und die Ausbreitung der Entzündung zu riskieren, kann Zugsalbe für eine beschleunigte Abheilung der Eiterknötchen sorgen.
  • Rasierpickel: Bei der Haarentfernung wird die Haut stark strapaziert. Durch kleinste Verletzungen der Haut beim Rasieren können Bakterien in die Haut gelangen, und diese reagiert mit einzelnen Pickelchen oder sogar flächigen Entzündungen. Zugsalbe lässt Rötungen abklingen und den Eiter abfließen.
  • Eingewachsene Haare: Gerade in der empfindlichen Bikinizone kommen Haare oftmals von der Wuchsrichtung ab und wachsen zurück in die Haut. Entstandene Pickel und Rötungen können mit Zugsalbe gelindert werden.
  • Kleinere Abszesse*: Bei kleineren Abszessen sorgt die Zugsalbe dafür, dass die Entzündung gehemmt wird und schmerzhafte Schwellungen und Druck zurückgehen.
  • Nagelbettentzündungen*: Rund um Fuß- und Fingernägel können durch unsachgemäße Nagelpflege leicht kleine Verletzungen entstehen, in die Bakterien eindringen. Frühzeitig angewendet kann Zugsalbe die Entzündung in Schach halten und Beschwerden lindern.

Wie wird die Zugsalbe angewendet?

  1. Reinigen Sie die entzündete Stelle vor dem Auftragen der Zugsalbe mit Alkohol oder einem anderen Desinfektionsmittel.
  2. Tragen Sie eine kleine Menge der Zugsalbe auf der zu behandelnden Entzündung auf.
  3. Decken Sie die Stelle mit einem Pflaster oder Verband ab. Erneuern Sie den Verband täglich.
  4. Um einen Behandlungserfolg zu erzielen, kann eine mehrtägige Anwendung erforderlich sein.

* Bei länger anhaltenden Krankheitssymptomen, Verschlimmerung der Beschwerden oder möglichen Nebenwirkungen ist ein Arzt oder Apotheker zu konsultieren.

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