Haarausfall? Auf DIESE Tipps schwören Experten

Haarausfall? Auf DIESE Tipps schwören Experten

Sie hätten gerne traumhaft volles Haar? Doch stattdessen leiden Sie unter dünner werdendem und ausfallendem Haar? Mit diesem Problem sind Sie nicht alleine. Haarausfall ist ein häufiges Leiden. Deshalb haben wir mit Dermatologe und Haarexperte Dr. Gerhart Lutz gesprochen und ihn gefragt, welche Ursachen dahinterstecken, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und welche ungesunden Laster Haarausfall begünstigen. 

Wir alle verlieren jeden Tag schätzungsweise 60 bis 100 Haare – das ist ganz normal und daher kein Grund zur Sorge. Aber ab wann ist von Haarausfall die Rede? Und wie lässt sich dieser gut behandeln? Wir haben uns fachlichen Rat geholt und all unsere Fragen Dr. Gerhard Lutz gestellt – er ist Dermatologe und Experte in Sachen Haarausfall.

Interview mit Haarexperte Dr. Lutz: Haarausfall am besten so früh wie möglich behandeln

vital.de: Dr. Lutz, wann sprechen Mediziner von Haarausfall?

Dr. Gerhard Lutz: In der Regel müssen folgende Kriterien erfüllt sein. Entweder es besteht klinisch eine sichtbare Haarlichtung oder es ist anhand eines konventionellen oder digitalen Trichogramms (Haarwurzelstatusanalyse) nachgewiesen, dass eine erhöhte Rate von ausfallenden Haaren vorliegt. Liegt bei beiden Methoden der Anteil der ausfallenden Haare jeweils über 14 %, besteht ein pathologischer Haarausfall. Der Vollständigkeit halber ist allerdings anzumerken, dass es auch Fälle gibt, wo es ohne vermehrten Ausfall zu einer zunehmenden Haarlichtung kommt. In diesem Fall besteht kein Ausfallproblem, sondern ein Nachwachsproblem, denn vorher normal ausfallende Haare wachsen nicht mehr vollständig nach, was sich ebenfalls in einer zunehmenden Haarlichtung äußert.

Wie lässt sich Haarausfall medikamentös gut behandeln?

Die Therapie des Haarausfalls orientiert sich immer an der jeweiligen Ursache. Liegt zum Beispiel ein anlagebedingter Haarausfall vor, so kann diese bei Männern und Frauen äußerlich mit einer Minoxidil-haltigen Lösung unter langfristiger Anwendung therapiert werden. Bei Männern besteht hier zusätzlich die Möglichkeit einer innerlichen Behandlung mit Finasterid Tabletten, unter Beachtung der möglichen Nebenwirkungen und Kontraindikationen. Bei Frauen sollte jedoch immer zusätzlich abgeklärt werden, ob keine begleitenden hormonellen Störungen vorliegen.

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Unser Experte
Dr. Gerhart Lutz

Dermatologe, Experte für Haarausfall und Gründer von HAIR & NAIL.

Was fördert Haarausfall?

Die Umstände, die Haarausfall verursachen, können vielgestaltig sein. Neben dem anlage- oder hormonell-bedingten Haarausfall, haben Frauen häufig einen diffusen Haarausfall, der durch eine gleichzeitige Haarlichtung im mittleren, seitlichen und hinteren Haupthaar gekennzeichnet ist. Häufige Ursache des diffusen Haarausfalls ist ein Eisenmangel bzw. eine unzureichende Versorgung mit Eisen. Daneben sind manifeste oder latente Mangelzustände in Bezug auf Zink, Vitamin D3 und Biotin in Betracht zu ziehen.

Aber auch eine Unter- und Überfunktion der Schilddrüse kann zu einem verminderten Haarwachstum bzw. zu Haarausfall führen. Unabhängig davon gibt es mehrere Hundert Medikamente, die als Nebenwirkung das Haarwachstum stören oder zu Haarausfall führen.

Daneben kann eine Reihe von Hautkrankheiten das Haarwachstum negativ beeinflussen und zu Haarausfall führen. Auch kann es im Zusammenhang mit infektiösen Erkrankungen im Bereich des Haupthaares, wie Fadenpilzinfektionen sowie viralen und bakteriellen Erkrankungen, zu einer irreversiblen Zerstörung der Haarzwiebeln kommen, sofern nicht rechtzeitig therapiert wird.

Im Video: Haarausfall bei Frauen – das sind die besten Frisuren

Welche ungesunden Laster sollten wir besser meiden?

Was die Lebensführung anbelangt, sollte auf eine gesunde und ausreichende Ernährung geachtet werden, um Mangelzustände zu vermeiden. Ansonsten sollten Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, bei Bedarf entsprechende Nahrungsergänzungsmittel substituieren. Das Gleiche gilt für Menschen, die sich einseitig ernähren oder intensive Diäten durchgeführt haben. Was den medikamentös bedingten Haarausfall anbelangt, sei festzustellen, dass auch hier durch eine gesunde Lebensführung in vielen Fällen eine Prävention betrieben werden kann.

Denn Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, unzureichende Bewegung und ungesunde Ernährung in Verbindung mit Rauchen und vermehrtem Alkoholkonsum sind häufig der Grund, weshalb entsprechende Medikamente eingesetzt werden müssen, die wiederum im Rahmen ihrer Nebenwirkungen das Haarwachstum stören und letztlich zu Haarausfall führen. Wie bei vielen anderen Erkrankungen gilt auch beim Haarausfall: „Wehret den Anfängen“, denn je früher die Diagnose gestellt, die Ursache vermieden und zielgerichtet therapiert wird, umso besser sind die Erfolge, was die Vermeidung des Haarausfalls sowie die Förderung des Haarwachstums betrifft.

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