Tierfreundliche Produkte Wann ist Beauty vegan?

Nicht nur Vegetarier stellen ihre Tierliebe obenan: Vegane Kosmetik boomt. Machen die Hersteller damit nur Mäuse? Ein Blick in die Tiegel 

Naturkosmetik

Ab und zu ein Schnitzel oder Steak zu essen – darin sehen die meisten Konsumenten allerdings keinen Widerspruch. Der Anteil der Vegetarier in Deutschland ist mit 11 Prozent zwar gestiegen, aber dennoch gering. Dagegen schnellte die Zahl derer, die bewusst wenig Fleisch essen, nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Emnid auf 51 Prozent hoch.

Pflege, die ohne tierische Substanzen auskommt, trifft also den Zeitgeist. Wer allerdings glaubt, dass es sich dann automatisch um Naturkosmetik handelt, täuscht sich: Vegan bedeutet zunächst nur, dass keine Wirkstoffe tierischen Ursprungs darin stecken. Bio-Hersteller setzen aber oft Milch, Honig oder Bienenwachs ein – mit dem Argument, dass diese Wirkstoffe ja von lebenden Tieren stammen.

Trotzdem ist die Schnittmenge zwischen Naturkosmetik und veganer Beauty sehr groß. „Bei uns enthalten 179 von 250 Produkten keine tierischen Inhaltsstoffe“, sagt Sabine Kästner, Pressesprecherin bei Lavera. Aber auch viele konventionelle Kosmetikhersteller bieten vegane Pflege an – und versuchen darüber hinaus, den Tieren zu helfen: Lush z. B. veranstaltete im Juni 2010 eine Aktionswoche, während der die Kunden an ihren Bürgermeister schreiben konnten, um die Stadt zu einem „fleischlosen Freitag“ zu bewegen.