Energie Beauty Bleiben Sie flexibel

Ebenmäßig, fein, glatt und rein, und das so lange wie möglich – nicht nur für Asiatinnen der Inbegriff schöner vitaler Haut. Lustvoll und bewusst genießen sie dafür die Pflege täglicher Rituale voll edler Energie.

Asiatin lacht mit schöner Haut

HAUTTRAINING

Das Auftragen der Pflege wird gleichzeitig zu einem Workout. Zuerst wird die Haut mit einer Lotion befeuchtet: Dieser Softener wird intensiv eingeklopft und wirkt wie eine Schleuse für die anschließende Pflege. Ca. 95 Prozent der japanischen Frauen verwenden laut Kanebo-Untersuchung einen Softener. Serum, Emulsion und/oder Creme legen sich dann wie eine zarte Schutzschicht darüber und schließen die Feuchtigkeit in der Haut ein. Alle Produkte werden grundsätzlich mit verschiedenen Massagegriffen– mal streichend, mal knetend – eingearbeitet. Immer vertikal nach oben, entlang der Muskeln. 
Durch die Massage verbessert sich die Durchblutung der Haut, Nährstoffe werden besser, schneller und zahlreicher in die Haut- und Muskelzellen transportiert. Koreanerinnen setzen zusätzlich gern kleine Jadesteine ein, die sie sanft über die Haut führen. Der traditionelle Heilstein, der in der Medizin zur Entlastung von Leber, Niere, Milz und Magen eingesetzt wird, strahlt ausgleichende Energien aus, schenkt inneres Gleichgewicht, Gelassenheit und soll abschwellend wirken. Bei einer japanischen Gesichtsmassage werden bestimmte Energiepunkte, die „Tsubos“, aktiviert. Sie wird vor allem nach der abendlichen Reinigung durchgeführt, am besten mit der Nachtcreme. Für asiatische Kosmetikfirmen ist es eine Selbstverständlichkeit, zu ihren Pflegeprodukten immer auch eine Massageanleitung mitzuliefern, die das Qi oder Ch’i (chinesisch), Ki (japa-nisch) und Gi (koreanisch), also die Energie, wieder fließen lässt.
 

FLEXIBEL BLEIBEN

Das Grundkonzept der asiatischen Kultur, das sich überall entdecken lässt – ob in Ar- chitektur, Design oder Mode –, gilt auch in der Kosmetik. Während wir Europäer, vor allem in Deutschland, es gern praktisch, pragmatisch und patent angehen, setzen Asiaten auf Veränderungen, Transparenz und Beweglichkeit. Quasi das Modell Eiche versus Bambus. Für die Beauty-Regeln heißt das Prinzip „layering“ (schichten). Allein für Pflege benutzen Südkoreanerinnen min- destens sechs bis sieben Produkte, darunter nicht selten zwei Seren – eins z.B. gegen Pigmentflecken, eins für Feuchtigkeit –, die nacheinander aufgetragen werden. Als letz- ter Schritt unverzichtbar: Lichtschutz – er ist für ihre helle, feinporige Haut Pflicht. Keine Japanerin geht ohne aus dem Haus. Dabei übertreiben es Koreanerinnen inzwi- schen: Sie tragen auch im Haus UV-Schutz.
 

SÜDKOREA

Beauty-Insider setzen vor allem auf südkoreanische Kosmetik: „Hallyu“, die koreanische Welle, die ursprünglich nur K-Pop-Musik meinte und uns den Gangnam-Style brachte, schwemmt unaufhörlich auch Kosmetik an
die Ufer der westlichen Welt. Produkte des Labels Sulwha-soo, bekannt für ihr Verpackungsdesign, das an traditionelle Keramik erinnert, enthalten Pflanzenextrakte und Heilkräuter wie Ginseng und die Wurzel der weißen Pfingstrose, die in Korea beheimatet ist. Bei Bergdorf Goodman in New York hat Sulwha-soo bereits eine sehr erfolgreiche eigene Boutique. Experten der Kosmetikszene drücken es so aus: Südkorea ist das neue Frankreich und ist den USA in Sachen Kosmetiktechnologie rund zwölf Jahre voraus. Vielleicht tragen Sie ja Resultate dieses Booms bei sich: die BB bzw. CC Creams. 1967 von der deutschen Dermatologin Dr. Christine Schrammek als Heilsalbe nach Operationen entwickelt, schnappten Koreaner sich die Idee und veredelten sie zum derzeit global wohl erfolgreichsten Beauty-Produkt.
 
 
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