Produkte zum Schutz UV-Strahlen

Stress, freie Radikale, Sonne, Umweltgifte: Gegen fast jeden Feind unserer Haut gibt es heute Bodyguards aus dem Cremetopf. Ist so viel Abschirmung eigentlich noch gesund? Die wichtigsten Kritikpunkte auf dem Prüfstand.

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UV-Strahlen: Schattenseiten des täglichen Sonnenschutzes

Sonne gilt als Altmacher Nummer eins. Etwa 80 Prozent unserer Falten gehen auf ihr Konto. Deshalb steckt in fast allen Tagescremes der Lichtschutz gleich mit drin. Praktisch, sollte man denken. Doch in letzter Zeit mehren sich kritische Stimmen. „Wer im Winter nur mal mittags kurz um den Block geht, ist mit einer Pflege ohne UV-Filter deutlich besser bedient“, sagt Dr. Nicolai Worm, Ernährungswissenschaftler aus München. „Von Oktober bis April ist der Einfallswinkel der Sonne so flach, dass wir mit einem übertriebenen Lichtschutz unsere Versorgung mit Vitamin D gefährden. Das wird nämlich zu 95 Prozent durch Sonnenkontakt gebildet.“ Tatsächlich liegt laut Berliner Robert Koch-Institut bei knapp 60 Prozent der Deutschen ein Mangel an Vitamin D vor, der auf lange Sicht zu Osteoporose, Infektanfälligkeit, Herzinfarkt und sogar zu Krebs führen kann. Hinzu kommt, dass durch eine ganzjährige Verwendung von UV-Filtern das Risiko steigt, eine Allergie dagegen zu entwickeln. Ein paar chemische Filter können sogar hormonartig wirken.

Und was ist mit Hautkrebs? „Es klingt zwar paradox, aber wenn man sich täglich ein paar Minuten ungeschützt der Sonne aussetzt, ist man dadurch oft sogar weniger anfällig für ein Melanom, denn das bräunende Pigment Melanin bewirkt, dass die UV-Strahlen nicht so tief eindringen können“, sagt Dr. Nicolai Worm. Ähnlich schützend wirkt die Lichtschwiele, eine leichte Verdickung der Hornschicht, die sich nach kurzen, regelmäßigen Aufenthalten in der Sonne bildet.

Trotzdem: Ein Aufruf zum Sonnenbaden sind diese Fakten auf keinen Fall. Im Sommer, auf der Skipiste oder bei längeren Spaziergängen sollten Sie auf jeden Fall eine Sonnenmilch oder Tagescreme mit UV-Schutz benutzen. Dr. Nicolai Worm: „Auch wer im Winter auf eine Pflege ohne Lichtschutz umsteigt, sollte seine Haut ganz langsam an die Sonne gewöhnen. Beginnen Sie mit wenigen Minuten, die Sie auf 10 bis 20 Minuten am Tag steigern. Danach unbedingt schützen.“

PRODUKTE ohne UV-Schutz: z.B. „Eubos Sensitive Hyaluron Repair & Fill“ von Dr. Hobein, 50 ml ca. 18 Euro; „Skin Repairer“ von Moanui, 200 ml ca. 22 Euro, www.moanui.de; „Eclat d‘Hiver Winterpflege“ von Dr. Ricaud, 40 ml ca. 20 Euro, www.ricaud.com; „frei AntiAge+ Hyaluron Vital Tagespflege“ von Walter Bouhon, 50 ml ca. 24 Euro.

Autor: Kerstin Brockmann

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