Schwitzen Was verhindert Schweiß?

Kaum ein Beauty-Produkt ist im Sommer so wichtig wie das richtige Deodorant. Dabei können wir mit unserem Lebensstil viel beeinflussen.

Das richtige Deo finden
Verantwortlich dafür, dass sich das mit dem Erwachsenwerden ändert, sind zwei unterschiedliche Arten von Schweißdrü- sen, mit denen der Körper arbeitet. Wäh- rend die „ekkrinen“ sich von Geburt an fleißig um die Regulation des Wärmehaus- haltes im Körper kümmern, managen die „apokrinen“ Schweißdrüsen, die hormonell gesteuert werden und sich erst in der Pu- bertät entwickeln, die zwischenmenschliche Kommunikation. Sie sondern Duftstoffe ab, die andere Menschen anlocken sollen. Oder eben nicht. Sobald der Schweiß auf der Haut angekommen ist, wird er von Bakterien zersetzt, wobei die Bestandteile der apokrinen Flüssigkeit den als unangenehm empfundenen Geruch entstehen lassen kann.
 

Lebensmittel steuern den Geruch

Wie intensiv und in welche Richtung sich der Geruch individuell entwickelt, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Während der pH-Wert der Haut, die Art des zersetzenden Bakterienstammes und Hormone eine große Rolle spielen, die nicht steuerbar ist, gibt es Einflüsse, die wir natürlich vermeiden oder positiv verändern können. Genussmittel wie Alkohol, Nikotin und Koffein, deren Giftstoffe mit dem Schweiß ausgeschwemmt werden, haben ebenso Einfluss auf das Duftbild eines Menschen wie eine andauernde ungesunde oder auch fleischlastige Ernährung. Wie sich Knoblauch, Zwiebeln oder starke orientalische Gewürze im individuellen Eigengeruch widerspiegeln können, hat wohl jeder schon mal wahrgenommen.
 
Aber über die Ernährung kann nicht nur das Aroma, sondern auch das Ausmaß des Schwitzens positiv reguliert werden. Vor allem scharfe und sehr salzhaltige Nahrungsmittel kurbeln den Stoffwechsel an und sorgen für überflüssige Hitze auf der Haut. Gegen dieses sogenannte „gustatorische Schwitzen“ helfen basische Lebensmittel, die sich ausgleichend auf den Stoffwechsel auswirken. Reis gilt als potenter Schweißhemmer, weil er Wasser im Körper bindet. Der bekannteste Kühlungsexperte aber ist Salbei: „Ausreichend hoch dosiert als Tee oder Tabletten eingenommen, kann Salbei einen antihydrotischen Effekt auf den Körper ausüben und die Schweißproduktion hemmen“, weiß Dr. Katrin Kipper von Vichy. „Verantwortlich für diese gleichzeitig antiseptische Wirkung sind ätherische Öle wie Kampfer, Salviol, Salven, Pinen und Rosmarinsäure.“ In der Phytotherapie werden außerdem die Traubensilberkerze und Thymian gegen übermäßiges Schwitzen eingesetzt.
 

Schwitzt man bei Stress?

Als weiteres hitziges Phänomen gilt das „emotionale Schwitzen“. Seine Auslöser sind zum Beispiel Stress und Angst, die unseren Körper zur Ausschüttung von Adrenalin veranlassen. Sie befeuchten zunächst Handflächen und Fußsohlen – dann den ganzen Körper. Yoga-Expertin Annika Isterling rät: „Als Soforthilfe eignet sich die Atmung Shitali. Dabei atmet man mit ausgestreckter, gerollter Zunge ein und lässt sich so abkühlen – ähnlich wie Hunde es machen.“
 
Ansonsten gilt an heißen Sommertagen: lauwarm duschen und häufiger mal ausruhen – und unseren Körper die lebenswichtige Aufgabe ausführen lassen. Das Gehirn sendet dabei Signale an die Drüsen, Schweiß zu produzieren, um uns abzukühlen – „thermales Schwitzen“ genannt. Und das ist die vollkommene und natürlichste Art der Wärmeregulierung.
 

 

Autor: Susanne Opalka