Haarpflege Pflege-Tipps für Colorationen, Express-Tönung und wie man graue Haare färbt

Eine andere Nuance probieren, den Naturton beleben, erstes Grau kaschieren: Die neuen Colorationen sind angeblich so sanft zum Haar wie nie. Stimmt das?

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Colorationen: Gleicht Extrapflege Streß aus?

Wer Macadamiaöl, Gelée royale oder Coenzym Q10 hört, denkt spontan an Tagescremes. Neuerdings stecken diese Wirkstoffe auch in immer mehr Haarfärbemitteln. Das klingt sanft und natürlich, aber wer seinen Naturton dauerhaft verändern will, kommt um den klassischen Colorationsprozess nicht herum. Im Klartext: Die Schuppenschicht des Haares muss mit einer Chemikalie wie Ammoniak aufgebrochen werden, denn nur so können Farbvorstufen und Wasserstoffperoxid durch Löcher ins Haarinnere schlüpfen. Dort zerstört das Wasserstoffperoxid die natürlichen Pigmente und reagiert mit den Farbvorstufen zu neuen Farbpartikeln. Weil die etwas größer sind, können sie nicht so leicht wieder entwischen, bevor versiegelnde Inhaltsstoffe den Haarschaft, so gut es geht, erneut verschließen. Das alles bleibt Stress fürs Haar – den Pflegezutaten zwar mildern, aber eben nicht vermeiden können. Dafür sind sogar große Farbsprünge und eine perfekte Grauabdeckung möglich. Außerdem verblasst die Färbung nicht so bald, so- dass Sie zwischendurch nur den Ansatz nachcolorieren müssen.

Produkte
: z.B. „Diadem Color Nutritiv“ von Schwarzkopf mit Coenzym Q10 und Gelée royale, ca. 7 Euro; „Intensiv Creme Coloration“ von Poly Palette mit Macadamiaöl, ca. 4 Euro

Braun überholt blond: 40% der Anfang 2010 verkauften Colorationen gehörten zu dieser Farbgruppe

Schneller ist sanfter: Express-Tönungen
Coffee to go, 5-Minuten-Maske, Schnellimbiss: Zeit ist kostbar, deshalb versuchen wir, durch erhöhtes Tempo mehr Freiräume für die wichtigen Dinge des Lebens zu gewinnen. In diesen Trend passen Blitztönungen, die nur zehn statt der sonst üblichen 20 Minuten einwirken müssen. Der Trick: beschleunigende Wirkstoffe wie das Salz Ammoniumchlorid, mit dem Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen treibt es das Ammoniak zu schnellerer Arbeit an, zum anderen laugt es das Haar nicht so stark aus. Ein weiterer Speed-Wirkstoff ist Ethanolamin, ein Aminosäuren-Abkömmling, der das aggressivere Ammoniak ersetzt. Beide Varianten lassen die Schuppenschicht weniger aufquellen. Das schont das Haar, aber die Farbe hält auch nicht so lange.

Produkte
: z. B. „Excell 10“ von L’Oréal Paris mit Ammoniumchlorid, ca. 8 Euro; „Herba Shine“ von Garnier mit Ethanolamin, ca. 5 Euro

Reif für Veränderungen: So geht graues Haar in Deckung
Marathon statt Makramee: Die Generation-50-plus fühlt sich topfit. Doch leider hält das Haar mit diesem Lebensgefühl nicht Schritt. Bereits mit Ende 30, wenn die Östrogenproduktion zurückgeht, wird das Haar feiner und zunehmend grau. Anti-Age-Colorationen schleusen beim Färben nicht nur extraintensive Farbpartikel ins Haar, sondern auch Pro-Keratin, eine Vorstufe unserer Haarsubstanz.

Produkte
: z.B. „Excellence Creme 100 % Grauabdeckung“ von L’Oréal Paris, ca. 7 Euro

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