Kosmetik Auf Spurensuche

Immer mehr Hersteller verzichten auf Problemstoffe in Nagellack, Entfernern und Nagelhärtern. Aber was steckt stattdessen drin? Wir haben nachgeforscht

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Auf Spurensuche

„Keine Panik“ – beruhigen viele Hersteller und verweisen auf verbesserte Rezepturen z.B. ohne Formaldehyd. Und statt der Lösungsmittel Toluol und Aceton setzen sie auf die sanfteren Alternativen Buthylacetat, Ethylacetat oder Isopropylalkohol. „Die meisten Lacke, Nagelhärter und Entferner sind aus toxikologischer Sicht für die Gesundheit tatsächlich unbedenklich. Weil kritische Stoffe, sofern sie enthalten sind, in den allermeisten Fällen weit unter der gesetzlichen Höchstgrenze liegen“, so ein unabhängiger Toxikologe. Anders sieht es bei Benzol aus. „Ein sehr aggressives Lösungsmittel, höchst giftig. Und verboten. Wir finden es zum Glück nur ganz selten“, sagt der Experte. „Bei einem gesunden Nagel dringt allerdings kaum etwas durch die Hornschicht. Und sobald der Lack getrocknet ist, ist er biologisch nicht mehr aktiv und damit unschädlich.“ Allergiker und Empfindliche mit lackierten Nägeln sollten dennoch lieber die Finger vom Gesicht lassen, um Hautirritationen zu vermeiden. Bei Nagelhärtern setzen einige Hersteller nach wie vor auf Formaldehyd als Stärkungsmittel. Es geht aber auch ohne, z.B. mit Hexanal, einem Molekül aus Fettsäuren. Als natürlicher Ersatzstoff hat sich auch Kalialaun bewährt. Es bildet kleine Kristalle auf dem Nagel und stärkt ihn so.

Lackentferner können gut auf Aceton verzichten. Doch auch der Ersatzstoff Ethylacetat ist aus dermatologischer Sicht nicht viel sanfter. Alternative: Entferner auf reiner Alkoholbasis. Sie haben zwar eine etwas längere Anlaufphase, reizen die Haut aber nicht so stark.

 

Autor: Carolin Lockstein

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