Hautpflege Nur das Beste für die Haut

… ohne Duftstoffe, Emulgatoren, Tenside und Konservierungsstoffe. Fast jede zweite deutsche Frau klagt über empfindliche Haut. Ihr auch? Lest hier, wie die Haut wieder in Balance kommt.

Frau hält Hände unter ihr Gesicht

Emulgatoren

Inhaltsstoffe wie Lezithin, Lanolin, Cetyl Alcohol oder Glyceryl Stearate stellen sicher, dass sich Öl und Wasser in einem Kosmetikprodukt dauerhaft verbinden. Meistens werden diese Emulgatoren relativ gut vertragen, Probleme verursachen eher die häufig in der Grundsubstanz enthaltenen Verunreinigungen. So finden sich in Lanolin (Wollwachs) oft Spuren von Nickel. Die Alternative: emulgatorfreie Kosmetika mit sogenannter DMS (Derma-Membran-Struktur). In diesen Cremes und Lotionen werden Öl und Wasser unter hohem Druck und durch sehr langes Rühren miteinander vermischt. Die DMS (z. B. in Produkten von Bepanthen, Bio- droga, dermaviduals, Optolind, Physiogel) ähnelt im Aufbau der Barriereschicht der Haut, stärkt sie und bewirkt zudem, dass andere Wirkstoffe besser in die Haut eindringen können. 

Silikone

Umstrittene Silikone: Silikonwachse und -öle sind die Wunderwaffen der Kosmetikindustrie. Die vollsynthetischen Substanzen bewirken, dass ein Make-up seidig über die Haut gleitet, sie füllen Falten auf und machen strohiges Haar geschmeidig. Reiz- oder sogar Allergiepotenzial haben sie keines, allerdings ist auch ihr Pflegeeffekt gleich null. Sie helfen eher, Haut und Haare gesund und makellos aussehen zu lassen – sogar, wenn die es nicht sind. 

Das große Minus der Silikone in Sachen Umwelt: Sie lassen sich nur zum Teil abbauen, der Rest landet in Gewässern und im Grundwasser.

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Durch selbst gemachtes Shampoo verhindert ihr unnötige Konservierungsstoffe. Probiert es aus!

Tenside

Zwar lösen sie meistens keine Allergien aus, haben aber mitunter hohes Reizpotenzial. Allen voran Sodium Lauryl Sulfate (SLS), ein besonders starker Schaumschläger, der immer noch in einigen Shampoos steckt. Auch sein verträglicherer Bruder, das Sodium Laureth Sulfate (SLES), kann die Haut irritieren. Ausgerechnet Babyshampoos enthalten es oft aufgrund seiner besonderen Wirkung: Es betäubt kurzzeitig den Augapfel, deshalb brennt das Shampoo nicht. Zu den milderen Waschsubstanzen gehören Kokostenside (z.B. Coco Glucoside, Caprylyl Glucoside).

Ihr Nachteil: Sie schäumen weniger und können ohne zusätzliche Rückfetter die Haut austrocknen. Ein eher mildes Tensid, das schönen Schaum bildet, ist das vom BDIH für Naturkosmetik zugelassene Sodium Lauryl Sulfoacetate (SLSA). Trotz der Namensähnlichkeit mit SLS und SLES reinigt es sanfter: Seine deutlich größeren Moleküle dringen nicht so leicht in die Haut ein, darum reizt es weniger.

Konservierungsstoffe

Sie werden Kosmetikprodukten zugesetzt, um sie vor der Verunreinigung durch Keime zu schützen. Die berüchtigten Parabene stehen nicht nur wegen ihrer möglichen hormonverändernden Wirkung in der Kritik, sie können auch sogenannte Pseudoallergien auslösen: So nennen Ärzte Überempfindlichkeiten, die stark einer allergischen Reaktion ähneln, aber nicht durch ein überschießend reagierendes Immunsystem zustande kommen.

Echtes Allergie-Potenzial haben Konservierungsstoffe wie Formaldehyd oder die häufig verwendeten Formaldehydabspalter (Methylisothiazolinon, Chlormethylisothiazolinon). Sie rangieren auf der Sensibilisierungs-Hitliste weit oben. Experten schätzen, dass bereits zwei Prozent der Bevölkerung auf diese Stoffe allergisch reagieren. Eine Alternative zu Parabenen und Formaldehydabspaltern ist beispielsweise Alkohol als Konservierungsstoff. Er kann die Haut jedoch austrocknen. Milder verhalten sich seine chemischen Verwandten Glycerin oder Sorbitol (Zuckeralkohol). 

Auch sinnvoll: Cremes, die in Tuben statt in Tiegeln abgefüllt wurden. Sie kommen mit weniger Konservierungsstoffen aus, weil die Benutzerin nicht jedes Mal mit dem Finger in die Creme langt.

Autor: Silke Amthor

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