Seelisch stabil durch die Isolation Corona-Quarantäne: Mit diesen Tipps bleiben wir psychisch gesund

Die Isolation und das Festsitzen an einem Ort kann ganz schön auf die Psyche schlagen. Vor allem Menschen, die alleine wohnen, fühlen sich in diesen Tagen besonders einsam. Dazu kommt die Angst vor dem Coronavirus und die Ungewissheit über die nächste Zeit. Wir verraten, mit welchen Tipps wir jetzt seelisch gesund bleiben.

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Psychisch stabil durch die Corona-Quarantäne

Um während der Corona-Quarantäne nicht in ein tiefes Loch zu fallen, können wir konkrete Dinge tun. Die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung etwa gibt Tipps, wie wir während dieser Krise psychisch stabil bleiben.

Struktur
Das A und O für psychische Stabilität ist eine Struktur! Wie wir es von unserem normalen Alltag gewöhnt sind, sollten wir uns auch Zuhause eine Tagesstruktur schaffen. Dies kann schon mit vermeintlich kleinen Dingen anfangen – wie etwa morgens jeden Tag zur selben Zeit aufzustehen. Hormonell gesehen wirkt das Aufwachen zwischen 7 und 8 übrigens antidepressiv. Und: Zu viel Schlaf kann sich auch kontraproduktiv auf unsere Stimmung auswirken!
Wer in den eigenen vier Wänden arbeitet, sollte sich unbedingt einen festen Platz dafür einrichten. So können wir Arbeit und Freizeit besser unterscheiden. Diesen Platz sollten wir für festgelegte Pausen auch unbedingt verlassen. Und: Sich morgens genauso anzuziehen, wie man es für das Büro tun würde, signalisiert unserem Gehirn „Jetzt wird gearbeitet!“ und unterstützt somit die Produktivität.

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Bewegung
Körperliche Aktivität kommt während der Quarantäne besonders kurz. Dabei ist sie für unser seelisches Wohlbefinden ungemein wichtig. Deshalb: Unbedingt einmal am Tag bewegen! Ob es sich um einen Spaziergang in der Mittagspause an der frischen Luft handelt, oder um ein Workout im Wohnzimmer auf der Yogamatte. Die Psychotherapeuten Vereinigung empfiehlt außerdem Atemtechniken und Dehnübungen, mit denen wir unseren Körper in Angst- und Stresssituationen beruhigen können.

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Ernährung
Klingt banal, geht aber in chaotischen Zeiten oft unter: Das regelmäßige Essen und Trinken hilft besonders, unserem Alltag eine Struktur zu geben. Viel Wasser, Tee oder ungesüßte Getränke unterstützen unsere körperliche Gesundheit. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse sollte, wie sonst auch, auf dem Plan stehen. Regelmäßiges Kochen kann außerdem ein schöner Punkt unserer alltäglichen To-Do-Liste sein – und hält uns beschäftigt!

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Soziale Kontakte
Als soziales Wesen fällt es dem Mensch naturgemäß schwer, über einen längeren Zeitraum isoliert zu sein. Glücklicherweise stehen uns Technik und Internet während der Coronaisolation zur Seite. Mit Möglichkeiten wie Videotelefonie und Chats können wir immerhin virtuellen Kontakt zu unseren Liebsten halten. Auch hier hilft es, sich feste Pläne zu machen. Etwa das alltägliche Mittagstelefonat mit der Schwester oder der abendliche Plausch mit der Freundin. Aber: Achten Sie darauf, nicht durchgängig über beängstigende Nachrichten und Sorgen zu diskutieren. Es ist wichtig, diese anzusprechen – allerdings in begrenztem Ausmaß. Machen Sie lieber etwas Schönes zusammen, wie etwa ein gemeinsames Abendessen!

Freizeit
Dieser Bereich ist wohl momentan am stärksten von den Einschränkungen betroffen. Wir können nicht mehr raus, Freunde treffen, ins Kino oder in eine Bar gehen. Je nachdem, wie unsere Freizeitgestaltung vor der Isolation aussah, fällt es einigen Menschen schwerer, in den Homemodus umzuschalten als anderen. Doch sich zu beschäftigen ist besonders jetzt wichtig: Es lenkt uns von eventuellen Ängsten und depressiven Verstimmungen ab. Auch Zuhause lassen sich glücklicherweise unzählige Beschäftigungen finden: Von nützlichen Dingen wie dem Frühjahrsputz über kreative Projekte wie Basteln oder Nähen bis hin zu Musikinstrumenten oder Sudoku.
Auch Fernsehen und Streamingdienste sind momentan besonders gefragt. Aber Achtung: Psychologen empfehlen, den Konsum auf etwa zwei Stunden am Tag einzugrenzen. Denn verfallen wir erstmal ins sogenannte Bingewatching, wirkt sich das negativ auf unsere Tagesstruktur und auf unsere Stimmung aus.

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Nachrichten
Es ist wichtig, auf dem neusten Stand der Dinge zu sein. Denn die Informationen geben uns Halt und eine Vorstellung davon, wie es in nächster Zeit weitergeht. Dennoch empfehlen Psychologen, nicht dauerhaft Nachrichten zu konsumieren. Wer ständig den Newsticker über das Coronavirus im Blick hat, hält Körper und Seele dauerhaft in Alarmbereitschaft. Sich etwa zwei Mal pro Tag zu informieren, reicht völlig aus. Achten Sie außerdem auf verlässliche Quellen!

Psychologische Unterstützung
Wer merkt, dass er aus seinem negativen Gedankenkarussell nicht herauskommt, oder generell mit Depressionen oder psychischen Problemen zu kämpfen hat, kann sich auch in dieser Zeit psychologische Unterstützung suchen. Viele Praxen haben mittlerweile mit Videosprechstunden begonnen, die ganz regulär von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn diese die Therapie bewilligt haben. Die Gespräche werden dann mit spezieller Software durchgeführt, um die Datensicherheit zu gewährleisten.

Übrigens: Kleinen, aber feinen Support bieten auch Apps. Zum Beispiel „Mindshine“, die mentales Fitnesstraining für ein positives Mindset anbietet. Von Psychologen und Coaches entwickelt, enthält die App ein umfangreiches Programm aus Achtsamkeitsübungen, Persönlichkeitsentwicklung und Mentaltraining.
Angewandt werden die Trainingseinheiten täglich etwa 10 bis 15 Minuten und helfen den Nutzern so, kraftvolle Routinen aufzubauen. Stessbewältigung, Steigerung von Konzentration und Motviation sowie die Aufwertung des Selbstvertrauens sind laut Hersteller die Ziele der App. Corona-Support: Um die Menschen während dieser Krise zu unterstützen, stellt Mindshine ab sofort bis Ende Mai seine Premium-Inhalte weltweit kostenlos zur Verfügung (Normalpreis: 12,99 pro Monat).

Datum: 26.3.2020

Autor: Silva Oldenburg

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