Psychologie So erkennen Sie ein Burn-out

Leiden Sie unter beruflicher oder privater Überforderung? Welche Symptome als krankhaft gelten und somit auf ein Burn-out hindeuten, können Sie im Vital-Test herausfinden.   

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Was bei Stress im Körper passiert

Fühlen wir uns „bedroht“, reagieren wir noch immer wie Steinzeitmenschen: Der Hypothalamus im Gehirn schüttet Botenstoffe aus, die über den Blutkreislauf blitzschnell die Nebennierenrinden erreichen. Dort wird das Stresshormon Kortisol produziert. Zusätzlich wird im Nebennierenmark Adrenalin gebildet. Das versetzt den gesamten Körper in Alarmbereitschaft, bereitet ihn vor auf „Flucht oder Kampf“. Können wir die Bedrohung ausschalten oder als harmlos entlarven, lässt die Anspannung nach, die Stresshormone werden abgebaut, Stoffwechsel und Psyche wechseln wieder in den Ruhe-Modus.

Was bei einem Burn-out im Körper schiefäuft

Wer zum Beispiel im Job nichts daran ändern kann (oder darf), dass er die Arbeit kaum schafft, hat einen dauerhaft erhöhten Stresshormonspiegel, und der Körper läuft permanent auf Hochtouren. Dadurch tritt selbst dann keine Entspannung mehr ein, wenn die äußeren Umstände dazu einladen. Das schwächt die Abwehrkräfte und führt dazu, dass Betroffene den Stress als noch belastender empfinden. Gleichzeitig versuchen sie noch stärker, sich dagegen zu wehren. Häufig kommt ein Gefühl hinzu, das Experten „erlernte Hilflosigkeit“ nennen, ein Ausgeliefertsein. Die Burn-out-Falle schnappt zu.

Typische Ursachen für ein Burn-out

Die Ursachen für ein Burn-out könnten vielfältiger nicht sein und sind so individuell wie der Betroffene selbst. Generell unterscheidet man zwischen inneren und äußeren Riskofaktoren, die ein Burn-out hervorrufen können. Unter die inneren Faktoren fallen Glaubenssätze wie zu hohe Erwartungen an sich selbst, Zweifel am eigenen Handeln und Schwierigkeiten, sich Hilflosigkeit einzugestehen. Äußere Faktoren, die das Burn-out-Risiko erhöhen können, sind eine zu hohe Arbeitsbelastung, fehlende Anerkennung sowie Kontrollverlust. Menschen, die ein schwaches Selbstbewusstsein haben, sind genauso anfällig für ein Burn-out wie Menschen, die mit sehr viel Ehrgeiz und Zielstrebigkeit vorpreschen.

Darum sind Frauen häufiger vom Burn-out betroffen

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind Frauen öfter von einem Burn-out betroffen als Männer. In Deutschland leiden rund 5,2 Prozent der Frauen und 3,3 Prozent der Männer unter den typischen Symptomen. Angenommen wird, dass Männer sich eher auf individuelle und kognitive Fähigkeiten konzentrieren, während bei Frauen meist soziale und emotionale Faktoren den Alltag bestimmten. Für sie geht ein Burn-out daher immer öfter mit einer emotionalen Erschöpfung und einem Leistungsdruck auf sozialer Ebene einher.

Die drei Stufen des Burn-out

Wie hoch ist Ihr Risiko, dass Ihre Lebenslage Sie ausbrennen lässt? Testen Sie es: Treffen zwei oder mehr Punkte der „Stufe eins“ auf Sie zu, sollten Sie sich um Hilfe bemühen und versuchen, Ihren Alltag weniger belastend zu gestalten. Beschreibt bereits eher „Stufe zwei“ Ihre Situation, dürfen Sie nicht länger zögern, zu einem Psychologen, Arzt oder Heilpraktiker zu gehen. Schon bei einer Antwort der Stufe drei: sofort professionelle Hilfe holen.

Stufe Eins Erste Anzeichen der Erschöpfung

  • Schlafstörungen  
  • Schmerzen, unregelmäßiger Herzschlag, Fiepen im Ohr … Alle Störungen ohne organische Ursache  
  • gesteigerte Arbeitsaktivität  
  • verminderte Leistungsfähigkeit   
  • Reiz- und Kränkbarkeit  

Stufe Zwei Die Erschöpfung wird stärker. Der Mensch erkennt sich selbst manchmal nicht wieder – das Verhalten ist verändert.  

  • Aggressive Ausbrüche  
  • Blinder Aktionismus  
  • Rückzug von Familie und Freunden  
  • Gefühle der Ohnmacht   
  • Konzentrationsprobleme  

Stufe Drei Körper, Seele und Geist steuern auf die totale Erschöpfung zu. Der Lebensmut schwindet. 

  • Apathie  
  • Suizidgedanken  
  • Depression

Wie kann man sich vor einem Burn-out schützen?

Damit es gar nicht erst zur emotionalen Erschöpfung kommt, sollte jeder Mensch seine persönliche Methode zur Stressbewältigung finden. Burn-out-Symptome sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, weshalb es umso wichtiger ist, den Alltag so stressfrei wie möglich zu gestalten und für genügend Entschleunigung zu sorgen. Achten Sie stets darauf, dass Sie genügend Schlaf bekommen und Sie sich ab und an wohlverdiente Ruhepausen gönnen. Vielleicht helfen Ihnen Entspannungsübungen wie Meditation oder autogenes Training beim Abschalten. Bewegen Sie sich zudem viel an der frischen Luft und üben Sie einen Sport aus, der Ihnen guttut. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist ebenfalls wichtig.

Burn-out: Hier finden Sie Hilfe

Leiden Sie unter Burn-out, sollten Sie sich in eine ärztliche oder psychologische Behandlung begeben. So können die Ursachen für Ihre Beschwerden geklärt und Verhaltensänderungen trainiert werden. Über die innovative Plattform des Deutschen Bundesverbandes für Burn-out-Prophylaxe und Prävention e. V. (DBVB) und auf therapie.de können Sie professionelle Hilfe in Ihrer Gegend finden, die auf das Thema Burn-out spezialisiert ist. Gleiches gilt für die Psychotherapeutensuche der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV).

Datum: 14.09.2020

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