Selbstheilung Individuelle Achtsamkeits-Strategien

Wie bleiben wir gesund? In unserer neuen Serie geht es diesmal um eine unerschöpfliche Kraft der Selbstheilung: Durch Achtsamkeit können wir Körper und Geist leichter in Balance halten.

Selbstheilungskraft Achtsamkeit

"Sei auch anderen gegenüber achtsam"

VITAL-Grafikerin Wallapa Richter ist von Kindheit an gewohnt zu meditieren
In Thailand bin ich mit dem Buddhismus aufgewachsen und übe fast jeden Tag Achtsamkeitsmeditation, manchmal auch nur ein paar Minuten im Bus. Vieles hängt mit dem Denken zusammen. Wenn ich mich über jemanden ärgere, versuche ich, nicht lange böse zu sein. Ich sage mir: Bestimmt tut es demjenigen leid, oder er hat gerade Probleme. Wenn dein Herz rein ist, hast du Vertrauen. Ich bin noch nie richtig enttäuscht worden. Sehr wichtig ist, anderen Gutes zu wünschen: Man beginnt bei sich selbst, dann schickt man die Liebe zu Verwandten und Freunden. Schließlich wünscht man allen Menschen und Tieren auf der Welt Glück. Mein Mönch sagt, dieses Wünschen ist wie ein helles Licht, das überallhin strahlt.

Er tut nicht bloß so, er ist der Baggerfahrer

VITAL-Ressortleiter Stephan Hillig hat beim Thema Achtsamkeit ein Vorbild: seinen Sohn, 3.
Kleine Kinder wissen nichts über Buddhismus. Trotzdem sind sie Großmeister der Achtsamkeit. Ich staune jedes Mal – insgeheim ein bisschen neidisch –, wenn ich sehe, wie leicht es meinem Sohn fällt, total im Spielen zu versinken.Er tut nicht nur so, er ist der Baggerfahrer. Geselle ich mich dazu, zeigt er mir, wo der unsichtbare Sand abgeladen und das Buntstift-Rohr eingebuddelt werden muss. Dann bleibt auch meine Zeit für einen Moment stehen. Mit dem Bagger in der Hand begreife ich, was es heißt, den Moment zu lieben. Ein tolles Gefühl! Der Alltag bleibt draußen – bis mein Sohn den Bagger lieber zurückhaben will oder ein neues Spiel vorschlägt.

Auf dem Pferd schalte ich die Welt ab

VITAL-Ressortleiterin Christina Schmidt braucht 1 PS, um den achtsamen Weg zu sich zu finden.
Als „Grübel-Tante“ fällt es mir echt schwer, loszulassen und ganz bei mir zu sein. Autogenes Training, Atemmeditation – das funktioniert im Kurs, aber nicht zu Hause. Beim Reiten dagegen „schalte ich die Welt ab“. Im Hier und Jetzt gibt es nur noch loslassen, schwingen und fühlen, getragen und mitgenommen werden. Alle Antennen richten sich nach innen und auf das wunderbare Tier unter mir, das – wenn’s gut läuft – auch mir seine volle Achtsamkeit schenkt. Indem es z. B. auf kleinste Gewichtsverlagerungen reagiert. Klingt schräg, aber es fühlt sich tatsächlich so an, als säße ich „im Pferd“. Aus zwei wird eins.

Zum ersten Teil unserer Selbstheilungs-Serie - Dehnung: die Quelle der Entspannung - gelangen Sie hier.