Beziehung Trennungen aufarbeiten

Beziehungen aus Zweiter Hand – Illusion, Fremdbestimmung oder Bereicherung? Wir sind dieser spannenden Frage nachgegangen.

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Damit der Anfang leichter gelingt, sollten laut Expertin vorangegangene Trennungen mental und organisatorisch komplett abgewickelt sein. „Die beiden Expartner brauchen Zeit, um ihre Gefühle zu klären, sich zu sammeln und die Gründe für ihr Scheitern aufzuarbeiten. Erst dann ist Platz für einen Neuanfang. Leider neigen gerade Männer dazu, sich zu schnell in eine neue Beziehung zu stürzen, sozusagen als Balsam für ihre Wunden und zur Wiederherstellung ihres männlichen Stolzes.

Das erhöht die Belastung für den neuen Partner.“ Doch in diesem Punkt sind viele erst hinterher klüger. So wie Nina. Ehe sie sich’s versah, steckte sie mitten in Toms Trennungsdrama.Brütete nächtelang mit ihm über Gesetze, Urteile und Rechnungen. Es kamen hohe finanzielle Verpflichtungen auf ihn zu, die sie indirekt mittragen musste. Weil ihr eigener Unterhalt mit dem Zusammenziehen flöten ging, musste sie ihre Arbeitszeit erhöhen. Aber Nina steckte nicht nur finanziell zurück. Es ging auch um ihre emotionalen Bedürfnisse. Denn natürlich träumte sie auch als geschiedene Frau von Romantik in der Beziehung und wollte, dass ihr Partner ganz für sie da ist. Aber als „die Neue” musste sie sich von diesen inneren Erwartungen verabschieden. „Es war wie in einer Beziehung zu dritt. Toms Ex rief ständig an. Mal, weil sie den Weihnachtsschmuck nicht fand, mal, weil sie Henris Schnupfen besprechen wollte. Mich kränkte dieser permanente Zugriff auf Tom und unser Privatleben. Auch wenn ich manches rational verstehen konnte.“ Zoff gab es auch bei der Wochenend- und Urlaubsplanung. Tom stimmte die Termine zuerst mit seiner Exfrau ab. Für Ninas Wünsche gab es kaum Spielraum. Er hatte Angst vor negativen Auswirkungen auf die Scheidungsvereinbarungen. Erst nach Monaten lernte Nina, darauf zu bestehen, was ihr wichtig ist, und fuhr gegebenenfalls allein mit Emma weg.

Autor: Sibylle Hettich

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