Beziehung Eine Thearapie ist eine zweite Chance

Viele Beziehungen, viele Ehen erreichen irgendwann einen Nullpunkt. Das ist normal. Genauso, wie sich Hilfe zu holen. Eine Therapie kann die Liebe retten, erfordert aber Mut. VITAL traf ein Paar, das ihn gemeinsam aufbrachte.

Reden in einer Partnerschaft

Nach langer Zeit hören sich Paare wieder zu

Zwar sind es nach wie vor eher Frauen, die solche Unterschiede spüren und sehen, dass sie die Beziehung gefährden. Aber: „Männer finden nicht mehr, dass sie sich eine Blöße geben, wenn sie sich Hilfe holen“, sagt Mary. Während es im Film „Wie beim ersten Mal“ bei Kay und Arnold (Meryl Streep und Tommy Lee Jones) 31 Ehejahre dauert, bis sie diesen Schritt wagen, gehen ihn in der Realität immer mehr Paare deutlich früher.

Die Probleme rechtzeitig erkennen

Was passiert in der Therapie? Oft hören sich Paare das erste Mal wieder zu und sprechen Probleme an, an die sie sich zu Hause nicht herantrauen. Der Therapeut wiederum beobachtet. Wie reden die beiden miteinander? Sagt sie mit ihrer Mimik das Gleiche wie mit ihren Worten? Geht es hier eigentlich um Kommunikation oder doch um Sex? „Als Therapeut führe ich die Außenbeobachtung ein, die Paare schauen vorher nur von innen auf ihre Welt, sie sehen den anderen, nicht sich selbst“, so Mary. Metaebene heißt das in der Fachsprache. „Viele Männer kommen in die Beratung und möchten ein Rezept auf die Hand“, berichtet Johannes Schauer. „Tragen Sie den Müll raus und kaufen Sie regelmäßig Blumen. Aber das löst die Probleme nicht. Man muss die tieferen Zusammenhänge und die eigene Begrenztheit anschauen.“

Klare Entscheidungen treffen

Das ist harte Arbeit, die sich aber lohnt. Eine Studie der University of California in Los Angeles belegt, dass rund 70 Prozent der Paare, die eine Therapie gemacht haben, zusammenbleiben. Aber: Es gibt keine Garantie für ein Happy End. Manche Paare kommen während der Beratung auch zu dem Ergebnis, dass ihr gemeinsamer Weg zu Ende ist. „Ich würde den Erfolg einer Therapie nicht daran messen, ob ein Paar zusammenbleibt. Es ist auch ein Erfolg, wenn es zu einer klaren Entscheidung findet und sich trennt“, sagt Berit Brockhausen. Bei Michelle und Barack Obama gab es ein Happy End.

Autor: Claudia Steiner

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